Putin hält an Assad fest
Russland steht zum syrischen Regime
publiziert: Donnerstag, 6. Sep 2012 / 13:12 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Sep 2012 / 19:17 Uhr
Hunderte Soldaten seien mit 200 Panzern ausgerückt. (Archivbild)
Hunderte Soldaten seien mit 200 Panzern ausgerückt. (Archivbild)

Damaskus - Der russische Präsident Wladimir Putin hält am syrischen Machthaber Baschar al-Assad fest. Im Interview mit dem englischsprachigen Staatssender Russia Today verlangte Putin ein Ende der Gewalt, erteilte aber Forderungen nach einem Rücktritt Assads eine Absage.

10 Meldungen im Zusammenhang
Im UNO-Sicherheitsrat blockieren Russland und China Sanktionen gegen das Regime - auch mit der Begründung, dass der Westen das Mandat zur Durchsetzung einer Flugverbotszone in Libyen im vergangenen Jahr überschritten habe.

Zum Streit im Sicherheitsrat sagte Putin: «Das ist ein komplizierter Prozess, aber nur als Resultat harter Arbeit können wir Erfolg haben.» Russland pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zum Assad-Regime, welches es bis zuletzt auch mit Waffenlieferungen unterstützte.

Moskau sei sich bewusst, dass es in Syrien Veränderungen geben müsse, erklärte Putin. «Aber das heisst nicht, dass diese Veränderungen blutig sein müssen.»

Keine Bewegung bei Putin

Zunächst müssten Regierung und Opposition verhandeln. Erst danach könnten interne Strukturen verändert werden. Die Lösung dürfe nicht von einer Seite diktiert werden.

Putin forderte die westlichen und arabischen Staaten auf, ihre Haltung zu überdenken. «Warum soll Russland das einzige Land sein, das seine Position ändern soll?», fragte er. Seine Worte liessen auf keine rasche Änderung in der russischen Syrien-Politik schliessen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte dem Sicherheitsrat kurz vorher Untätigkeit vorgeworfen. Die «Lähmung des Rats schadet dem syrischen Volk; sie schadet zudem seiner eigenen Glaubwürdigkeit», sagte Ban am Mittwoch (Ortszeit) vor der UNO-Vollversammlung.

Frankreich unterstützt Rebellen

Angesichts des Streits im Sicherheitsrat ist Frankreich als erstes westliches Land dazu übergegangen, von Rebellen eroberte Städte direkt zu unterstützen.

Laut französischen Diplomaten liefert die Regierung in Paris Hilfe wie Geld, Baumaterial und medizinisches Gerät an fünf von den Aufständischen gehaltene Kommunen in den Provinzen Aleppo, Idlib und Deir al-Sur. Die Hilfe sei «zu diesem Zeitpunkt ausschliesslich ziviler Natur». Auch andere westliche Länder prüften solche Massnahmen, hiess es.

Die Rebellen haben erklärt, sie kontrollierten die Hälfte des syrischen Staatsgebiets. Diese Angaben wie auch Angaben zum Verlauf des Bürgerkrieges lassen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Regime erobert Grenzstadt zurück

Gemäss der Opposition verdrängten syrische Truppen am Donnerstag die Aufständischen im Süden des Landes aus einer strategisch wichtigen Region an der Grenze zu Jordanien.

Die Ortschaft Tel Schehab und ihre Umgebung wurden bislang von Tausenden syrischen Flüchtlingen auf ihrem Weg nach Jordanien genutzt. Die jordanischen Sicherheitskräfte verstärkten ihre Kontingente an der Grenze auf nahezu das Doppelte, sagten jordanische Militärs einem dpa-Reporter.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Nach wiederholter westlicher Kritik an der Haltung Russlands im Syrien-Konflikt hat der russische Aussenminister Sergej ... mehr lesen
Sergej Lawrow, russischer Aussenminister
Es wurde auch gefordert, Asien mehr als einen Sitz im Rat zu geben. (Bildarchiv)
New York - Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hat für eine Reform der Vereinten Nationen geworben - mit einem ... mehr lesen
Dubai - Die Revolutionsgarden des Iran sind nach eigenen Angaben mit Beratern in Syrien vor Ort. Militärische Unterstützung ... mehr lesen 1
Der Iran ist einer der wenigen und zugleich wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad. (Archivbild)
Die Hälfte Aleppos sei von Trinkwasser abgeschnitten. (Archivbild)
Aleppo - In der umkämpften syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo ist eine wichtige Wasserleitung zerstört worden. ... mehr lesen
Wladiwostok - Im Syrienkonflikt hat Russlands Aussenminister Sergej Lawrow die geplante Bildung einer Übergangsregierung ... mehr lesen
Der «konfrontative Schritt» trage nicht zur Lösung bei, sagte Sergej Lawrow. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Aleppo/Ankara/Peking - Dutzende Menschen sind am Mittwoch in der nordsyrischen Grossstadt Aleppo durch heftigen Granat- und Raketenbeschuss getötet worden. Die Truppen des Regimes von Baschar al-Assad haben nach Angaben eines Aktivisten seit dem Morgengrauen mit ihrer schweren Artillerie etliche Wohnviertel unter Feuer genommen. mehr lesen 
Damaskus/Beirut/Istanbul - Syrische Rebellen haben nach Oppositionsangaben am Samstag Einrichtungen der Luftwaffe ... mehr lesen
Rebellen in Syrien. (Symbolbild)
Unaufhörliche Kämpfe in Syrien. (Archivbild)
Damaskus - Ein neuer Zwischenfall mit einem Nachbarland Syriens sorgt für ... mehr lesen
In den vergangenen Wochen sind in Aleppo mehrfach Spitäler ...
Syrisches Staats-TV meldet:  Damaskus - Bei Angriffen im nordsyrischen Aleppo haben Rebellen am Dienstag nach Angaben des Regimes auch ein Spital getroffen und dabei mindestens drei Frauen getötet. 17 Frauen und Kinder wurden durch den Raketenbeschuss auf das Spital verletzt. 
General Scaparrotti übernimmt  Stuttgart - 100'000 US-Soldaten in Europa, Asien und im Nahen Osten haben einen neuen Befehlshaber: Vier-Sterne-General Curtis Scaparrotti übernahm ...  
General Curtis Scaparrotti führte seit 2013 das US-Kommando in Südkorea. (Archivbild)
Russland kritisiert US-Pläne für Panzerbrigade Washington - Die USA wollen eine komplette Panzerbrigade an die Ostflanke der NATO verlegen. Die ...
Die Verlegung der Kampfbrigade soll im Februar 2017 beginnen. (Archivbild)
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3894
    Das... Problem ist, dass man am Anfang berauscht von der eigenen Güte nicht ... Do, 28.04.16 08:45
  • HeinrichFrei aus Zürich 423
    Wer sich zum Islam bekennt, wird nach all den Terroranschlägen verdächtig Nach den Terrorattacken in Paris und in Brüssel werden Menschen die ... Do, 28.04.16 06:47
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3894
    Abkommen "Griechenland hatte am Mittwoch insgesamt 49 illegal eingereiste ... Mi, 27.04.16 13:36
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3894
    Die Türkei... ist aktive Kriegspartei in Syrien. Dort kämpfen viele "Rebellen" aus ... So, 24.04.16 09:07
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3894
    TTIP... ist das Beste was Europa passieren kann. Es braucht strenge ... Sa, 23.04.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3894
    Diese... Gefangennahme des syrischen Piloten dürfte der Daesh (IS) mit ... Sa, 23.04.16 11:57
  • HeinrichFrei aus Zürich 423
    USA und Saudiarabien Verbündete durch dick und dünn Der US-Präsident Barack Obama bezeichnete kürzlich das Verhalten der ... Do, 21.04.16 08:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1743
    Ihre Schuld? Unter lauten Korrupten verträgt es eben keine Ausnahme, das wäre zu ... Mi, 20.04.16 09:42
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zum Release des siebten Teils der Star Wars-Serie («Das Erwachen der Macht») verlosen wir zwei DVDs.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 6°C 13°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Basel 8°C 14°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
St. Gallen 8°C 11°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen sonnig
Bern 8°C 13°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 8°C 13°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen sonnig
Genf 5°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 12°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten