Russland verschärft Gas-Vorwürfe gegen Ukraine
publiziert: Montag, 5. Jan 2009 / 11:41 Uhr / aktualisiert: Montag, 5. Jan 2009 / 14:39 Uhr

Zagreb/Ankara - Russland hat den Vorwurf des Gasdiebstahls gegen die Ukraine verschärft. Das Nachbarland habe allein am Sonntag rund 50 Millionen Kubikmeter Erdgas aus Leitungen und Speichern «gestohlen».

Russland und die Ukraine beschuldigten sich gegenseitig, die Gaszufuhr nach Westen zu drosseln. (Symbolbild)
Russland und die Ukraine beschuldigten sich gegenseitig, die Gaszufuhr nach Westen zu drosseln. (Symbolbild)
6 Meldungen im Zusammenhang
Dies sagte der Vizechef des staatlichen russischen Gaskonzerns Gazprom, Alexander Medwedew, am Montag in Paris. Bisher hatte Gazprom der Ukraine vorgeworfen, täglich zwischen 25 und 35 Millionen Kubikmeter russisches Gas zu entwenden.

Medwedew sagte, einerseits seien 25 Millionen Kubikmeter Gas, das für EU-Länder bestimmt gewesen sei, aus Pipelines auf ukrainischen Territorium abgezweigt worden.

Gas gestohlen

Daneben seien weitere 25 Millionen Kubikmeter Gas der russisch-ukrainischen Gesellschaft RosUkrEnergo aus unterirdischen Speichern für den Verbrauch in der Ukraine entwendet worden. Diese Gasmengen seien eigentlich für den Transport nach Polen, Ungarn und Rumänien bestimmt gewesen.

Mehrere osteuropäische Länder leiden seit Tagen unter deutlichen Lieferausfällen. Zuletzt meldete Kroatien, dass das Land derzeit sieben Prozent weniger Gas erhalte als üblich.

Kein russisches Gas

Die Ukraine schaltete unerdessen die Justiz in den Gas-Streit ein. Ein Gericht in Kiew habe dem Staatsunternehmen Naftogas untersagt, weiter russisches Gas zu den aktuellen Bedingungen nach Westeuropa zu liefern, teilte ein Regierungssprecher gemäss der Agentur Interfax mit.

Ein eigentlich bis 2010 geschlossenes Abkommen zwischen Moskau und Kiew sei ungültig, weil der ukrainische Delegationsleiter bei der Unterzeichnung 2006 keine Vollmacht für die Festlegung des Preises besessen habe.

Gegenseitige Schuldzuweisung

Russland kritisierte den Beschluss scharf. Ukrainische Gerichte seien nicht berechtigt, über den Transit von russischem Gas nach Westeuropa zu entscheiden.os.

Russland und die Ukraine beschuldigten sich gegenseitig, die Gaszufuhr nach Westen zu drosseln. Gazprom wirft der Ukraine vor, illegal Gas aus den Pipelines abzuzweigen. Das Land bestreitet dies und wirft Russland Erpressung vor.

Die Europäische Union, die ein Fünftel ihres Erdgases von Russland über die Ukraine bezieht, hat für Montagnachmittag ein Krisentreffen der Abgesandten der Streitparteien anberaumt.

(sl/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Moskau/Kiew - Mitten im tiefsten ... mehr lesen
Europa muss seine Gasvorräte anzapfen.
Russland sitzt am langen Hebel - mit Auswirkungen für europäische Kunden.
Kiew/Sofia - Bei eisigen Temperaturen ... mehr lesen 1
Die Gasliefermenge in osteuropäischen Staaten ging deutlich zurück.
Moskau/Kiew - Russlands Energielieferant Gazprom hat die Europäische Union zur Überwachung des russischen Gas-Transits durch die Ukraine nach Europa aufgefordert. mehr lesen
Bukarest/Prag/Moskau/Kiew - ... mehr lesen
Die Gaslieferungen nach Rumänien sind am Freitagabend um 30 bis 40 Prozent gesunken.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Gazprom wird seine Gaslieferungen an Konsumenten in der Ukraine  komplett einstellen.
Moskau - Russland will der Ukraine ab dem Neujahrsmorgen den Gashahn zudrehen und schürt damit Sorgen vor Liefereinschränkungen auch in Westeuropa. mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung Frieden.
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung ...
Positive Elemente für Friedensinitiative  Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu neuen Verhandlungen über einen Friedensplan arabischer Staaten bereit erklärt. Netanjahu sagte am Montagabend in Jerusalem, die Friedensinitiative von 2002 enthalte positive Elemente. mehr lesen 
Israel  Jerusalem - Der rechts-nationalistische Politiker Avigdor Lieberman ... mehr lesen  
Avigdor Lieberman.
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Andreas Kyriacou Die Klage des türkischen Möchtegern-Alleinherrschers Recep Erdogan gegen den ... mehr lesen   2
Lieberman wird Verteidigungsminister  Tel Aviv - Die ultrarechte Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) hat sich der rechts-religiösen Regierung ... mehr lesen  
Avigdor Lieberman ist ehemaliger Aussenminister.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 15°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 14°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Bern 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 14°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Genf 16°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten