Russland will Kaukasuskonflikt laut Tschetschenen ausweiten
publiziert: Freitag, 27. Sep 2002 / 17:54 Uhr

Moskau - Die tschetschenische Führung hat Russland vorgeworfen, mit den Kämpfen in der Republik Inguschetien eine Ausweitung des Kaukasuskonflikts zu provozieren.

Der Vertreter des von Moskau nicht anerkannten tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow, Achmed Sakajew, sagte der russischen Tageszeitung Kommersant, Russland benutze die Gefechte als Vorwand, um gegen Georgien militärisch vorzugehen.

Die aus über 100 000 Mann bestehende russische Armee habe sich als unfähig erwiesen, die laut Russland im georgischen Pankisi-Tal versteckten Rebellen niederzuschlagen, sagte Sakajew.

Bei den schweren Kämpfen in der russischen Kaukasusrepublik Inguschetien wurde nach Angaben der russischen Armee der tschetschenische Rebellenchef Ruslan Gelajew schwer verletzt. Rund 70 Kämpfer Gelajews seien bei den Gefechten nahe der Grenze zu Tschetschenien getötet, vier weitere festgenommen worden.

Die russische Armee setzte ihre Angriffe auf tschetschenische Rebellen in Inguschetien fort. Mehrere Lager seien in der Nacht von Helikoptern aus und von Bodentruppen attackiert worden, sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Interfax-AWN.

Der Fernsehsender NTW berichtete unter Berufung auf Militärvertreter, die Armee habe in der Nacht vergeblich versucht, von Inguschetien aus über die Berge in die Nachbarrepublik Tschetschenien zu gelangen. Unabhängige Berichte über die Kämpfe lagen nicht vor.

Am Donnerstag waren bei den schwersten Kämpfen in der Republik Inguschetien nach Armeeangaben auch bis zu 20 russische Soldaten getötet worden.

(sda)

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