SAir-Urteil: Internationale Empörung
publiziert: Freitag, 8. Jun 2007 / 16:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Jun 2007 / 16:24 Uhr

Brüssel - Die belgischen Zeitungen zeigen sich empört über die Freisprüche im Swissair-Prozess - und vor allem über die Entschädigungen für die Angeklagten.

Die Swissair-Verantwortlichen gelten als Hauptschuldige für den Niedergang der belgischen Sabena.
Die Swissair-Verantwortlichen gelten als Hauptschuldige für den Niedergang der belgischen Sabena.
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«Die Swissair-Chefs frei und... entschädigt!» lautet die Hauptschlagzeile auf der Titelseite des belgischen Wirtschaftsblatts «L'Echo». Das Urteil sei «einfach skandalös», so der Kommentator.

Es sei, wie wenn die Richter sich entschuldigten, die Frechheit gehabt zu haben, die gute Führung der SAirGroup in Zweifel zu ziehen und den Ex-Managern etwas Zeit gestohlen zu haben.

Etwas misstrauisch wartet «L'Echo» nun auf den Zivilprozess. Dann werde sich zeigen, ob «der Schweizer Manager unangreifbar» sei.

Prozesse in Belgien

Auch in Belgien stehen den Swissair-Verantwortlichen Zivilprozesse bevor. Sie gelten da als Hauptschuldige für den Niedergang der belgischen National-Airline Sabena. Entsprechend erhält der Sabena-Liquidator mit seinen Äusserungen, der Bülacher Prozess sei eine «Farce» gewesen, in den belgischen Zeitungen grosses Gewicht.

Zynisch stellt «Le Soir» fest, der Swissair-Konkurs, der denjenigen von Sabena provozierte, «ist die Schuld von niemandem, niemandem. (...) Wie häufig muss man das noch sagen?»

Wenn die Verantwortlichen schon nicht zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, bleibe nur zu hoffen, dass sie auf zivilem Weg «verurteilt werden, ihre Fehler finanziell wiedergutzumachen», so «Le Soir». Einzig «La Libre Belgique» stellt trocken fest, dass sich Recht eben nicht auf Ethik und Moral stütze.

Wenig Wellen schlägt das Urteil in Frankreich, wo derzeit mit dem Chef der Air Lib ein französischer Verantwortlicher einer Swissair-Tochter vor Gericht steht. Trotz G-8-Gipfel im eigenen Land kommentieren hingegen verschiedene deutsche Zeitungen das Urteil aus Bülach. Dabei werden die Entschädigungen ebenfalls betont - wenn auch weniger prominent als in Belgien.

(bert/sda)

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