SBB-Panne: 100 000 gestrandet
publiziert: Mittwoch, 22. Jun 2005 / 23:00 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 23. Jun 2005 / 07:33 Uhr

Bern - Eine Strompanne hat das gesamte Netz der SBB lahmgelegt. Mitten im Feierabendverkehr strandeten gut 100 000 Passagiere. Ab 20.00 Uhr fuhr die Bahn den Betrieb langsam wieder hoch. Um 21.30 floss der Strom wieder im ganzen Netz.

Die SBB rechnete damit, dass gut 100 000 Menschen von dem Ausfall betroffen waren.
Die SBB rechnete damit, dass gut 100 000 Menschen von dem Ausfall betroffen waren.
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Das Spannungsproblem nahm seinen Anfang um 17.23 Uhr im Tessin. Der Spannungsabfall breitete sich aus unbekannten Gründen über die ganze Schweiz aus, so dass die SBB am 17.45 Uhr ihren Betrieb einstellte. Betroffen waren auch einige Privatbahnen.

Die Folgen des Stromausfalls werden bis in den Donnerstag hinein zu spüren sein. Insbesondere werden nicht überall die gewohnten Zugskompositionen bereit stehen.

Um das leibliche Wohl der auf den Perrons Gestrandeten kümmerten sich Feuerwehrleute. Sie schenkten Trinkwasser aus. Auch die SBB verteilte Wasser.

Bergung aus Tunnels

Erste Priorität hatte für die SBB die Bergung von Zügen, die mitten in Tunnels stecken geblieben waren. Die Züge wurden mit Dieselloks herausgezogen. Passagiere, deren Züge auf offenem Feld gestrandet waren, wurden mit Bussen abgeholt.

Für die Post hat der Unterbruch kaum Auswirkungen. Wie Sprecherin Lislotte Spengler sagte, stieg die Post auf Strassentransporte um. Einzig eine Sendung im Tessin blieb stecken, so dass Verzögerungen entstehen könnten.

Von dem kompletten Stromausfall war in Deutschland vor allem der Zugverkehr im grenznahen Baden-Württemberg beeinträchtigt. In Österreich waren nur zwei Verbindungen betroffen.

Zwei Güterwagen entgleist

Schon am Morgen hatte die SBB mit Problemen zu kämpfen, wenn auch geringereren Ausmasses. Bei Palézieux entgleisten zwei rangierende Güterwagen. Verletzt wurde niemand, aber der Eisenbahnverkehr zwischen Bern und Lausanne wurde stark gestört. Zu Verspätungen führten auch Weichenstörungen im Aargau.

(bert/sda)

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