Personalbefragung
SBB-Personal ist frustriert
publiziert: Dienstag, 27. Nov 2001 / 17:19 Uhr

Bern - Die SBB haben unter ihren 28'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum zweiten Mal eine Personalbefragung durchgeführt. Demnach ist das Personal noch frustrierter als bei der letzten Umfrage. Der Personalverband fordert konkrete Massnahmen.

60 Prozent der Beschäftigten haben sich an der anonymen und freiwilligen Umfrage beteiligt. Im Vergleich zum Vorjahr habe die diesjährige Umfrage «wie erwartet allgemein tiefere Werte ergeben», teilten die SBB mit.

Von 100 möglichen Punkten habe das Personal für die «insgesamte Zufriedenheit» nur 52 Punkte gegeben - 7 weniger als im Jahr 2000. Besonders das Lok- und Zugspersonal hätte kritisch geurteilt.

Die individuelle Zufriedenheit mit dem Lohn wurde noch negativer beurteilt. Mit 57 Punkten liegt sie 10 Punkte tiefer als im Vorjahr. Rückgänge weisen auch die Bewertung der Arbeitslast und die Zufriedenheit mit der SBB-Führung auf.

Die SBB sieht die Motive für die negativen Resultate der Umfrage bei einer personellen Verunsicherung durch den markt- und wettbewerbsorientierten Struktur- und Kulturwandel der SBB.

Das Resultat wäre noch katastrophaler ausgefallen, wenn auch die fehlenden 40 Prozent der Mitarbeiter den Umfragebogen ausgefüllt hätten, hiess es in einer Stellungnahme des Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verbandes (SEV).

Das Personal sei unmotiviert und frustriert, was zu zunehmend unzufriedener Kundschaft führe. Deshalb erwarte der SEV von der SBB-Leitung konkrete Massnahmen für eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Zufriedenheit des Personals.

Nötig sei die Rekrutierung mehrerer hundert Mitarbeiter in allen Berufskategorien. Zu stoppen seien hingegen Rückstufungen, interne Stellenausschreibungen und der «Restrukturierungswahn» der SBB.

(sda)

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