Grösste und letzte Übung
SBB-Rettungsübung im Gotthard verläuft nach Plan
publiziert: Samstag, 19. Mrz 2016 / 16:40 Uhr
Die Rettungsübung im Gotthard-Basistunnel ging erfolgreich über die Bühne. (Archivbild)
Die Rettungsübung im Gotthard-Basistunnel ging erfolgreich über die Bühne. (Archivbild)

Bern - Nach einem Brandalarm im Gotthard-Basistunnel hat die SBB 800 Passagiere gerettet. Die grösste Rettungsübung vor der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Juni und der Inbetriebnahme im Dezember verlief planmässig.

3 Meldungen im Zusammenhang
Damit die SBB die Betriebsbewilligung für den Gotthard-Basistunnel erhält, muss sie eine gewisse Anzahl Rettungsübungen durchführen. Ziel der Übungen ist es, die erarbeiteten Alarmierungspläne sowie Evakuierungs-, Rettungs- und Störungskonzepte auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen, wie die SBB am Samstag mitteilte.

Die Übung vom Samstag sah vor, dass bei einem 400 Meter langen Intercity-Neigezug (ICN) mit rund 800 Passagieren, der von Norden in die Oströhre des Gotthard-Basistunnels einfährt, der Brandalarm los geht.

Gemischtes Publikum

Das Publikum sei durchmischt gewesen wie an einem normalen Ausflugstag, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage. Neben Frauen und Männern jeden Alters hätten auch Kinder, Blinde, Gehörlose und ein Hund an der Übung teilgenommen.

Der übungshalber brennende Zug fuhr wie geplant bis zur Nothaltestelle Sedrun. Dort konnten die Passagiere sich über den rund 1,5 Kilometer langen Fluchtstollen zur gegenüberliegenden Nothaltestelle in der Weströhre begeben und auf den Evakuationszug aus dem Süden warten, der sie nach Biasca bringen sollte. Gleichzeitig rückten von Norden und von Süden her je ein Lösch- und Rettungszug zum ICN an, um den Brand zu löschen.

Selbstrettung - jeder hilft jedem

Laut Ginsig ist der Gotthard-Basistunnel auf Selbstrettung ausgelegt. Das bedeute, dass sich die Passagiere gegenseitig helfen müssten - auch wenn jemand im Rollstuhl sitze oder anderweitig auf Hilfe angewiesen sei. Die Anlage sei aber sehr grosszügig konzipiert. Mit automatischer Beschallung und den Beschriftungen sei es nicht möglich, den Weg zu verfehlen.

Gemäss SBB konnte die Rettungsübung «planmässig abgewickelt werden». Die Evakuierung sei ohne nennenswerte Zwischenfälle, sicher und geordnet durchgeführt worden. Nun werde sie noch detailliert ausgewertet.

Grösste und letzte Übung

Die Übung vom Samstag war die grösste und letzte von vier Rettungsübungen. Bei der ersten Übung sei es um ein lokales Ereignis im Tunnel gegangen. Bei der zweiten Übung stand die Rollende Landstrasse, also der Güterverkehr im Zentrum. Bei der dritten Übung wurde die Evakuierung von 400 Passagieren geprobt. Dabei wurde die Zeitvorgabe von 90 Minuten um zehn Minuten überschritten.

Um die Sicherheit im Gotthard-Basistunnel zu gewähren, hat die SBB verschiedene Massnahmen eingebaut: So sorgen auf den Zufahrtstrecken Kontrolleinrichtungen dafür, dass keine schadhaften Züge in den Tunnel einfahren. Mit richtungsgetrennten Röhren können Kollisionen vermieden werden. Wird in einem Zug der Alarm ausgelöst, wird er automatisch bis zu einer der zwei Nothaltestellen geführt.

Zudem bildet die SBB 2900 interne und 1000 externe Personen für die Arbeit im längsten Eisenbahntunnel der Welt aus, wie sie weiter mitteilte. Im Vorfeld der Eröffnung hat die SBB insgesamt 700 Störungs- oder Ereignisszenarien im Gotthard-Basistunnel ausgemacht und davon 100 vertieft analysiert.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die deutsche Kanzlerin ... mehr lesen
Neben der Bundeskanzlerin werden weitere hohe Gäste erwartet.
Die Übung im Gotthard-Basistunnel ging problemlos über die Bühne.
Altdorf - Im Gotthard-Basistunnel, der im Dezember in Betrieb geht, ist am Samstag eine grosse Evakuationsübung durchgeführt worden. 401 Passagiere seien sicher aus einem defekten Neigezug an ... mehr lesen
Erstfeld UR - Der Gotthard-Basistunnel soll nicht nur der längste Tunnel der Welt ... mehr lesen
Die Zugbegleiter werden für die Fahrt durch den Tunnel speziell geschult.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reifen für Autos
Reifen für Autos
Publinews Das sollten Autofahrer bei der Wahl der Reifen für die jeweilige Jahreszeit beachten  Das die Wahl der richtigen Reifen einen nicht unwesentlichen Anteil an der Sicherheit auf Europas Strassen hat ist wohl unbestritten. Nicht umsonst investiert die Reifenindustrie jedes Jahr mehrere Millionen an Forschungs und Entwicklungsgeldern um für Fahrzeuge den jeweils bestmöglichen Reifen zu konzipieren. mehr lesen  
Wie Europa seine Autobahnen finanziert  Die Haupturlaubszeit naht und besonders denjenigen, die ins Ausland reisen wollen, empfiehlt sich ... mehr lesen  
Autobahn, Autos, Sonnenuntergang
Die Helme sitzen: Eine Familie auf einer gemütlichen Fahrradtour.
Publinews Sicherheit auf dem Velo  Jährlich verunglücken 16'700 Velofahrer, wie eine schweizweite Unfallstatistik zu berichten weiss. Gäbe es eine ... mehr lesen  
Das Leben ist gut - auch mit Velo?
Guter alter Drahtesel, adé! Verträumt und sinnlich verklärend mag da der eine oder andere (vermutlich) ältere Zeitgenosse in den notorisch beschworenen «guten alten Zeiten» ...
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 10°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 12°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 10°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 10°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 11°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 11°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten