Winter bei den Bahnen
SBB: Schnee und Lawinen sorgen für Probleme
publiziert: Montag, 22. Jan 2001 / 07:34 Uhr

Bern - Zusammen mit den Sportfreunden erwarten die Bahnen den Winter. Schnee, Eis und Lawinen stellen aber grosse Herausforderungen dar. Auch der Klimawandel bereitet den Verantwortlichen Sorgen.

«Mehr als je zuvor fallen Bäume auf die Gleise der Rhätischen Bahn, weil der Boden nicht gefroren war, als im November der erste Schnee fiel», klagt Peider Härtli, RhB-Pressechef - «und dies zum ersten Mal überhaupt.»

Dabei ist das schlimmste noch nicht ausgestanden: Wenn im Frühling Regen in den Schnee fällt, können Rutsche auch den - durch die Schneedecke geschützten, also noch immer ungefrorenen - Boden samt etlichen Bäumen mitreissen. Bäume, die bisher stabil standen.

Ausserordentlich war auch ein wochenlanger Streckenunterbruch auf der Südseite der Berninalinie der Privilasco Ende letzten Jahres. Hier rutschte der Hang auf einer Länge von 60 Metern ab, weil der bereits gesättigte Boden die Regenfälle nicht mehr aufnehmen konnte. «Normalerweise fällt in dieser Region zu dieser Jahreszeit Schnee», konstatiert Härtli.

Mit ganz anderen Dimensionen hat man es am Gotthard zu tun: Hier rollen Tag und Nacht Züge. Deshalb haben die SBB im Lauf der Jahrzehnte systematisch die Trassees vorbeugend gesichert.

Gefahr droht vor allem noch von den Lawinen. An einem Dutzend Orten wird laufend die aktuelle Situation in den höheren Lagen über den Gleisen erfasst. Von jeder dieser automatischen Messstationen werden zahlreiche Daten zum Schneeforschungsinstitut nach Davos gemeldet und ausgewertet. Zugriff darauf hat das Team für einen sicheren Betrieb auf der Gotthardlinie.

Dessen Verantwortlicher, Alfredo Frei, verfolgt bei kritischen Situationen die Aktualität nicht nur in seinem Büro, sondern auch auf seinem PC zu Hause: «Dann kommt es schon vor, dass ich um Mitternacht nochmals auf den Monitor blicke.» Bei den SBB stehe man immer wieder im Spannungsfeld zwischen Fahren und Sicherheit. Zusätzlich stehe immer weniger Zeit für die routinemässige Vorbereitung auf den Winter zur Verfügung, weil die Bausaison dauernd verlängert wird. «Da gibt es Tage, wo man angespannt ist», bekennt Frei.

Weniger dramatisch geht es im Normalfall im Flachlandwinter zu. Aber ohne seriöse Vorbereitung würde bei den SBB nach wenigen Zentimetern Schneefall und bei grosser Kälte nichts mehr laufen. Besonders sensible Schlüsselpunkte sind die Weichen. Nicht weniger als rund 15 500 dieser Leiteinrichtungen sorgen für den sicheren Lauf der Züge. «Die einstige, harte Arbeit der Bahnangestellten mit Schaufel und Besen wird heute besorgt von Heizungen: 3600 Weichen sind elektrisch und 2600 mit Gas beheizt», erklärt Heinz Pfarrer, verantwortlich für das Qualitäts- und Wissensmanagement bei den SBB.

Trotz aller Vorsichtsmassnahmen braucht es manchmal auch Glück. Eine grosse Portion davon hatte wiederum die RhB am 27. Dezember. Bei Sils zischte ein 20 Tonnen schwerer Felsbrocken wenige Minuten nach der Vorbeifahrt eines Personenzuges exakt zwischen Gleis und Fahrleitung - ohne diese zu beschädigen - durch und blieb kurz vor der Strasse stehen. Wäre der Fremdkörper senkrecht auf das Trassee gefallen, dann hätte er auch die Fahrleitung entzwei gerissen und damit die Stromzufuhr unterbrochen. Das bedeutet für jeden Zug auf der Strecke den sofortigen Notstop. Damit werden Kollisionen verhindert. Übrigens, die Felssturzstelle befindet sich in einer nicht als gefährlich eingestuften Zone ...

(sda)

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