Neue Allianz in Deutschland - Basel wird zum Euro-Hub
SBB bremst Güter-Joint-Venture mit italienischer Staatsbahn
publiziert: Mittwoch, 4. Apr 2001 / 17:04 Uhr

Basel - Die SBB und die italienischen Staatsbahnen FS wollen im Güterverkehr statt einer raschen Fusion ihre Zusammenarbeit nun schrittweise ausbauen. Als erstes verschieben sie ihre Grenze nach Mailand. Basel wird zum internationalen Drehkreuz.

Güterverkehr mit Italien ausgebremst.
Güterverkehr mit Italien ausgebremst.
Ab dem Fahrplanwechsel im Juni 2001 übernimmt SBB Cargo das Management der alpenquerenden Güterzüge bis zu den Umschlagterminals nördlich von Mailand, wie Daniel Nordmann, Chef der SBB-Tochter, am Mittwoch anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt sagte. Die FS steuern den Transitverkehr zu Destinationen südlich der Metropole.

Umsatzmässig werde der Transitgüterverkehr etwa gleichmässig zweigeteilt. Die Unternehmen kaufen dabei gegenseitig Leistungen. Der Lokwechsel an der Landesgrenze bleibe vorerst bestehen, sagte der ehemalige Gewerkschafter und SBB-Personalchef.

Am Ziel eines Joint Ventures der beiden Bahnen im Güterbereich hält Nordmann fest. Er will es schrittweise verwirklichen. In zwei bis drei Jahren solle ein definitiver Entscheid fallen. Eine rasche Fusion habe sich aber wegen der gigantischen Unterschiede der Unternehmen als nicht verwirklichbar erwiesen. Anfang Oktober 2000 hatten die Unternehmen das Gesuch für einen Merger zurückgezogen.

Neuer Allianzpartner in Köln

SBB Cargo streckt die Fühler auch nach Nordeuropa weiter aus. Sie schliesst eine strategische Allianz mit Häfen- und Güterverkehr Köln (HGK), einen der grössten Privatbahnen Deutschlands.

SBB Cargo führe künftig auch eigene Züge aus dem Norden in die Schweiz und vertiefe zudem die Zusammenarbeit mit der Gütertochter der Deutschen Bahn. Die SBB will Frachtführerin zwischen den Nordseehäfen, dem Ruhrgebiet und der Po-Ebene werden, wie Nordmann sagte.

Euro-Hub in Basel

Mit der wachstumsorientierten Neuausrichtung wird Basel zur europäischen Güterverkehrsdrehscheibe, zu einem Euro-Hub. Entfallen sollen Manöver in verschiedenen Rangierbahnhöfen in Deutschland, in der Schweiz und in Italien.

Dadurch würden die Güterzüge zuverlässiger und die Laufzeit verkürze sich um 20 bis 30 Prozent, was die Konkurrenzfähigkeit gegenüber der Strasse erhöhe.

SBB Cargo zentralisiert in Basel zugleich seine Leitungsfunktionen. Rund 200 Stellen aus Bern und insgesamt 150 aus Zürich und Luzern werden ans Rheinknie verlegt.

Im innerschweizerischen Güterverkehr halte SBB Cargo an der flächendeckenden Versorgung mit einer hohen Dichte von Anschlussgleisen fest. Bei stabiler Qualität und gehaltenen Umsätzen müssten die Kosten gesenkt werden. Ziel seien schwarze Zahlen, was im vergangenen Jahr nicht erreicht worden sei.

Aus für Lagerhäuser

Nicht mehr selbst anbieten will das Unternehmen laut Nordmann logistische Leistungen ohne direkten Bezug zum Bahngeschäft wie eigene Strassentransporte oder Lagerhaltung. Die Cargo Service Center werden verkauft.

Davon sind rund 90 Mitarbeiter betroffen, wie es hiess. Das Kundenservice-Center des Unternehmens bleibe in Freiburg, sagte Nordmann weiter.

SEV: Hauruck-Übung

Der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal Verband (SEV) kritisierte den verordneten Umzug von 350 SBB-Mitarbeitern innert vier Monaten nach Basel als Hauruck-Übung sondergleichen.

Wie es in einem Communiqué vom Mittwoch weiter heisst, bezweifelt der SEV, dass die Veräusserung der Lagerhäuser vor dem Hintergrund des Güterverlagerungsziels von der Strasse auf die Schiene sinnvoll ist.

(kil/sda)

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