Grösster Rückgang beim Personenverkehr
SBB mit Minus in fast allen Bereichen
publiziert: Mittwoch, 5. Sep 2012 / 09:11 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 5. Sep 2012 / 13:39 Uhr
Finanziell läuft es der SBB nicht gut
Finanziell läuft es der SBB nicht gut

Bern - Die SBB hat im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn von 139,5 Millionen Franken erwirtschaftet - 27 Millionen weniger als im Vorjahr. Sorgen bereitet der SBB der Personenverkehr.

Ihr Partner für Signalisations-Projekte
4 Meldungen im Zusammenhang
Obwohl die SBB im Personenverkehr noch immer einen Gewinn von 64,9 Millionen Franken erzielt hat, ist dieser im Vergleich zum Vorjahr um fast einen Drittel um 29,5 Millionen Franken zurückgegangen, wie die SBB am Mittwoch mitteilte.

Zwar ist die Zahl der Passagiere mit 964'000 in etwa gleich geblieben wie im Vorjahr - doch sie haben weniger Kilometer zurückgelegt, wie SBB-Chef Andreas Meyer an einer Telefonkonferenz erklärte. Insgesamt verzeichnete die SBB noch 8,6 Milliarden Personenkilometer - 145 Millionen weniger als im Vorjahr.

Vor allem beim Tourismus- und Freizeitverkehr sei die Nachfrage gesunken. Gründe für den kleineren Gewinn beim Personenverkehr seien auch die gestiegenen Energie- und Trassenkosten, erklärte SBB-Finanzchef Georg Radon. Aber auch der höhere Personalaufwand schlug zu Buche.

So wurden mehr Lokführer eingestellt, weil mehr Züge rollten, wie Meyer erklärte. Wegen der Zweierbegleitung in den Zügen brauchte es zudem mehr Zugbegleiter, und auch die Bahnpolizei sei ausgebaut worden. Die Preiserhöhungen vom vergangenen Dezember hätten diese Mehrkosten nicht kompensieren können.

Billettpreise steigen

Für Meyer sind zudem weitere Preiserhöhungen unausweichlich. Heute bezahle jeder Zugreisende mit seinem Billett nur einen Teil der anfallenden Gesamtkosten. Den Rest trage die öffentliche Hand. Da die Kosten jedoch stiegen, brauche es Preiserhöhungen. Meyer verwies dabei auf die höheren Trassenpreise ab 2013 mit Mehrkosten von rund 170 Millionen Franken.

Die Preiserhöhungen seien zudem notwendig, um das Angebot halten zu können und die Verschuldung in Grenzen zu halten. Eine Versachlichung der Diskussion könnte laut Meyer «ein politisches Übereinkommen bringen, welchen Prozentsatz an den Gesamtkosten ein Billett abdecken muss», sagte Meyer.

Zufrieden ist der SBB-Chef mit der Pünktlichkeit der Züge. Diese ging zwar wegen der Gotthardsperre und widrigen Bedingungen im Winter auf 89,1 Prozent zurück. Dennoch waren die Anschlüsse in 98,3 Prozent der Fälle garantiert.

Erneut Verlust beim Güterverkehr

Im Güterverkehr hat die SBB einen Verlust von 22 Millionen Franken gemacht. Im Vorjahr betrug der Verlust noch 7,2 Millionen Franken. Insgesamt verzeichnete der Güterverkehr noch 5,9 Milliarden Nettotonnenkilometer - 8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das Minus führt die SBB auf die Gotthardsperre und die Konjunkturlage in Europa zurück. So seien weniger bahnaffine Güter wie Stahl, Holz und Papier transportiert worden, sagte Meyer. Gleichzeitig seien mit der Straffung des Bediennetzes und dem Abbau von 200 Verwaltungsstellen Kosten gesenkt worden.

Bei der Infrastruktur verzeichnet die SBB 23,4 Millionen weniger Gewinn. Er beträgt nach dem ersten Halbjahr 2012 noch 8,1 Millionen Franken. Die gestiegenen Einnahmen aus den Trassengebühren würden vollständig für den noch intensiveren Unterhalt des Bahnnetzes benötigt, schreibt die SBB.

Gewinn mit Immobilien

Einzig bei den Immobilien verzeichnet die SBB einen Gewinnzuwachs. Grund dafür seien mehr vermietete Flächen und ein optimierter Mietermix. Ein Teil des Gewinns fliesst jedoch in die Sanierung der SBB-Pensionskasse und ein weiterer Teil in die Sanierung der Infrastruktur.

«Die Ergebnisse machen unternehmerisches Handeln notwendig», sagte Meyer. Konkret will die SBB die geplanten Investitionen in neues Rollmaterial von einer Milliarde Franken jährlich überprüfen, priorisieren und nur noch in die ertragsstärksten Bereiche mit dem grössten Kundennutzen investieren.

Laut Meyer ist dies derzeit der internationale Verkehr. Auf der Nord-Süd-Achse sollen die zusätzlich bestellten ETR610 die Reise erleichtern. Beim Güterverkehr sollen der Wagenladungsverkehr auf rentable Strecken reduziert und der kombinierte Güterverkehr weiterentwickelt werden.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Billettpreise in der Schweiz dürften bis 2033 um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr steigen, wegen FABI möglicherweise sogar etwas mehr. Das plant die SBB, wie ... mehr lesen 5
Ulrich Gygi, Verwaltungsratspräsident SBB
Weniger Leute reisten im vergangenen Jahr mit dem Zug.
Zürich - In den Zügen der SBB waren letztes Jahr erstmals seit langem weniger ... mehr lesen
Bern - Erstmals seit Jahren gehen die Passagierzahlen der SBB zurück. Im ersten Halbjahr sank die Verkehrsleistung ... mehr lesen 2
Die SBB führt den Rückgang der Passagierzahlen vor allem auf die Krise in der Tourismusbranche zurück.
Unbezahlte Bussen und grosser Aufwand bei der Verfolgung führen zur Straf-Erhöhung der SBB.
Bern - Ab dem Fahrplanwechsel vom Sonntag sollen Reisende ohne Billett neu 90 Franken Busse auch in Fernverkehrszügen ... mehr lesen
Ihr Partner für Signalisations-Projekte
Carsharing: Mobility stellt schweizweit 2`650 Fahrzeuge an 1'395 Standorten rund um die Uhr in Selbstbedienung zur Verfügung.
Verkehrschaos - in Elizabethtown blieben Hunderte Autofahrer in ...
In den USA  Washington - Ein weiterer Wintersturm mit Schnee hat in Teilen der Vereinigten Staaten zu einem Verkehrschaos geführt. Die Unwetter-Schneise zog sich im Süden von Dallas bis Kentucky; im Nordosten waren die Neu-England-Staaten betroffen. 
Wintersturm trifft Osten der USA Washington - Ein Wintersturm zieht mit starken Schneefällen über den Osten der USA hinweg. Die Schneise reichte vom Bundesstaat South ...
Lenker verletzt  Heute Morgen geriet in Daiwil ein Fahrzeug selbst verschuldet von der Strasse ab und landete auf der Seite liegend im Bachbett. Der ...  
Das Auto geriet aus noch ungeklärten Gründen von der Strasse ab.
«Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege»  Bern - Zur Lancierung der Velo-Initiative haben über 80 Velofahrer und Velofahrerinnen den Waisenhausplatz in der Berner Innenstadt in Beschlag genommen. Bei Sonnenschein, aber eisigem Wind fuhren sie über den roten Teppich, den die Initianten für sie ausgerollt hatten.  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1216
    Es hängt alles zusammen Pensionakassen sind mit ihren Anlagen sehr eingeschränkt, riskante ... gestern 14:17
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2841
    Die... islamistische Gewaltideologie ist mittlerweile so weit in den ... gestern 13:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2841
    Seit... über 10 Jahren läuft da ein Theaterstück, bei dem im Iran die Politiker ... Mi, 04.03.15 15:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1216
    Einverstanden LinusLuchs! Der feine Herr hält feine Reden, aber die Wurzeln des Übels wird er ... Di, 03.03.15 17:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1216
    Keine Vorverurteilungen bitte! KO-Tropfen sind nicht die einzige Droge, mt der man Menschen gefügig ... Mo, 02.03.15 19:56
  • tigerkralle aus Winznau 117
    Frau Spiess Frau Spiess jetzt aber eine Entschuldigung an Herrn Hürlimann,was Sie ... Mo, 02.03.15 17:43
  • antischwurbel aus uetikon 1
    echte information? eine weitere mutlose aktion der atom"aufsicht". schade! was wirklich ... Mo, 02.03.15 16:14
  • LinusLuchs aus Basel 61
    Welche Wurzel, Herr Bundesrat? Terrorismus an der Wurzel bekämpfen. Klingt vernünftig. Und wie geht ... Mo, 02.03.15 14:26
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -4°C 2°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel -4°C 5°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen -3°C 4°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern -3°C 8°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern -1°C 8°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf -1°C 10°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 7°C 16°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten