Tempolimit für abgenutzte Bahngeleise in Basel
SBB verfügt Pause für Atombrennstab- Transporte
publiziert: Dienstag, 7. Mrz 2000 / 19:09 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Mrz 2000 / 17:16 Uhr

Basel - Ein Tempolimit ist für abgenutzte Bahngeleise in Basel verhängt worden: Zwischen dem Bahnhof SBB und Frankreich gilt 40 statt 75 km/h. Bis die am stärksten abgenutzten Schienen ersetzt sind, werden keine Atombrennstäbe mehr darüber transportiert.

Nach dem Kontrollgang vom Diebstag wird der Transportstopp für Brennstäbe beschlossen.
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Die Geschwindigkeitsbeschränkung hat das Bundesamt für Verkehr (BfV) nach einer Begehung der Strecke mit Verantwortlichen der SBB und der französischen Staatsbahnen SNCF am Dienstag beschlossen. Die betroffene Strecke liegt auf Basler Boden, ist aber an die SNCF verpachtet.
Diese ist auch für den Unterhalt verantwortlich. Das Tempolimit gilt, sobald die SNCF die formelle BfV-Verfügung erhalten haben, sagte BfV-Sprecher Reto Schöni am späten Nachmittag vor den Medien. Die SNCF prüften überdies den Abschnitt noch von Hand mittels Ultraschall; Resultate sollen bis Montag vorliegen. Der planmässige Geleiseunterhalt werde abschnittweise vorgezogen.

Internationale Strecke
Die Schienen zeigen teils mehrere Zentimeter lange Abnützungsspuren. Das seit Jahresbeginn für die Schienenüberwachung zuständige BfV hat nach Medienberichten gemäss Schöni das Dossier vorgezogen. Laut BfV-Geleisespezialist Jean-Daniel Lüthi bestand auch mit 75 km/h keine Gefahr; man limitiere aus Vorsicht.
Auf der teils offenen, teils abgedeckten Strecke fahren neben Regionalzügen auch internationale Personen-Fernzüge der Achse Benelux-Italien durch Basler Wohngebiete. Zudem benutzen sie auch Güterzüge, darunter auch solche mit Gefahrengütern wie etwa abgebrannten Schweizer Atombrennstäben.
Diese Atomtransporte werden gemäss einem Beschluss des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr und Kommunikation (UVEK) vom Dienstag gestoppt, bis die abgefahrensten Schienen ersetzt sind, wie Schöni weiter sagte. Das soll bis in rund zwei Wochen der Fall sein; andere Schienen haben etwas länger Zeit. Laut Lüthi wurden überdies weitere, kleinere technische Massnahmen beschlossen.

Keine Engpässe
SNCF-Sprecher Olivier Lidoyne betonte, im betroffenen Abschnitt gelte derselbe Standard wie auf anderen. Gemäss SBB-Unterhaltschef Reto Burkhardt haben SBB und SNCF die gleichen Massstäbe für den Zustand der Schienen. Im betroffenen Streckenabschnitt sei er «nicht katastrophal»; die Geleise seien nur alt. Das Tempolimit bringe wohl keine Kapazitätsengpässe. Die Anlage hat laut Burkhardt ihre Lebensdauer «ziemlich ausgeschöpft». Die betroffenen Schienen seien 20 bis 25 Jahre alt. Falls die Ultraschalluntersuchung weitere Probleme aufzeigt, ergreift die SNCF laut Lüthi geeignete weitere Massnahmen. Auch das BfV prüft gemäss Schöni, ob noch weitere Auflagen nötig sind.
Ein Anwohner hatte von der Basler Staatsanwaltschaft per Brief verlangt, dass die Schweizer Atombrennstabtransporte zu Wiederaufbereitungsanlagen im Ausland sofort gestoppt werden sollen. Die Aufmerksamkeit auf die Schienen gelenkt hatte ein Artikel in der französischen Zeitung «L'Alsace».
Die SBB hatten laut einem Sprecher die SNCF bereits zuvor mehrmals auf den ersatzwürdigen Zustand der Schienen aufmerksam gemacht. Bisher war aber dennoch nichts geschehen.

(klei/sda)

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