SP-Frauen mit hohen Ansprüchen
publiziert: Samstag, 10. Mai 2003 / 16:58 Uhr

Bern - Die SP-Frauen wollen bei den Nationalratswahlen nächsten Oktober gleich viele Sitze gewinnen wie ihre männlichen Kollegen. Sie forderten die Kantonalparteien an der Frauen-Konferenz in Bern dazu auf, ihre Listen paritätisch zu besetzen.

Maria Roth-Bernasconi, Co-Präsidentin der SP-Frauen Schweiz.
Maria Roth-Bernasconi, Co-Präsidentin der SP-Frauen Schweiz.
Von der SP Schweiz verlangten sie, dass diese die Kandidatinnen ebenso oft an öffentliche Anlässe und zu Fernsehdiskussion schicke wie die Kandidaten. In der 56-köpfigen Bundeshausfraktion sitzen heute 22 Frauen, was einem Anteil von knapp 40 Prozent entspricht.

Mit einer Bundesrätin, der Parteipräsidentin, der Fraktionspräsidentin im Bundeshaus und einer Nationalratspräsidentin im letzten Jahr habe die SP viele Bannerträgerinnen, auf die sie stolz sein könne, sagte die Co-Präsidentin der SP-Frauen Schweiz, Maria Roth-Bernasconi.

Aber man dürfe nicht nachgeben in Sachen Gleichstellung, denn Stillstand bedeutet Rückschritt. Die Co-Präsidentin forderte dazu auf, nächsten Herbst systematisch Frauen zu wählen. Wenn nicht nach dem Kriterium Geschlecht gewählt würde, wird automatisch das dominate männliche Geschlecht vorgezogen.

Für Roth-Bernasconi muss eine Sozialistin auch immer eine Feministin sein. Soziale Gerechtigkeit könne nicht ohne echte Gleichstellung von Frau und Mann erlangt werden, sagte sie.

Die SP-Parteipräsidentin und Genfer Ständerätin Christiane Brunner äusserte sich weniger feministisch: Ob man gegen oder mit den Männern zusammenarbeiten solle, dies sei für sie eine überholte Diskussion. Wir haben seit jeher mit den Männern und gegen die Männer gekämpft, und werden es weiterhin tun.

(pt/sda)

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