Wahlen 2015
SRG-Wahlbarometer sieht Verluste bei der SVP und Gewinn bei GLP
publiziert: Freitag, 3. Okt 2014 / 17:13 Uhr / aktualisiert: Freitag, 3. Okt 2014 / 18:52 Uhr
Fast drei Viertel der Befragten befürworten eher oder sicher die Strategie des Bundesrats, die Masseneinwanderungsinitiative umzusetzen. (Symbolbild)
Fast drei Viertel der Befragten befürworten eher oder sicher die Strategie des Bundesrats, die Masseneinwanderungsinitiative umzusetzen. (Symbolbild)

Bern - Die Masseneinwanderungsinitiative scheint der SVP keinen Rückenwind zu geben: Die Volkspartei wäre gemäss dem SRG-Wahlbarometer grösste Verliererin, wenn die Wahlen in der zweiten Septemberhälfte durchgeführt worden wären. Auch CVP, Grüne und BDP müssten Federn lassen.

9 Meldungen im Zusammenhang
Dies zeigt der am Freitag veröffentlichte SRG-Wahlbarometer zur Situation gut ein Jahr vor den Nationalratswahlen im Oktober 2015. Die Rangliste ist gleich wie bei den Wahlen 2011: Die SVP ist die klar stärkste Partei mit rund 25 Prozent Wähleranteil (-2 Prozent), gefolgt von der SP mit rund 20 Prozent (+1,4 Prozent).
Die FDP würde ihre erklärtes Wahlziel, die SP zu überholen, verpassen und auf rund 16 Prozent kommen (+0,7 Prozent). Dahinter käme die CVP mit 11 Prozent (-1,1 Prozent). Die Grünliberalen (GLP) würden dank ihres Stimmgewinns von +1,9 Prozent zu den Grünen (-1,1 Prozent) aufschliessen. Beide hätten je 7 Prozent der Stimmen.

Wenig Aufregung bei Parteipräsidenten

Auf rund 5 Prozent kommt die BDP (-0,6 Prozent) - zusammen würden CVP und BDP die FDP somit überrunden. Wegen des Erfolgs der GLP wären die Bundesratsparteien insgesamt geschwächt. Die Veränderungen der Wählerstärken sind allerdings nicht ausgeprägt - die meisten liegen im Stichprobenfehler (Fehlerbereich Stichprobe 2,2 Prozent).

Die Ergebnisse versetzten die Parteipräsidenten nicht in Aufregung: "Das sind nur Tendenzen", sagte SP-Präsident Christian Levrat am Freitag der sda. Gar "keine grosse Bedeutung" hat die Umfrage für SVP-Präsident Toni Brunner. Die SVP habe in 14 der letzten 18 kantonalen Wahlen an Wähleranteil zugelegt, so viel wie keine andere Partei.

FDP-Präsident Philipp Müller sieht angesichts der Umfrage keinen Grund zu Euphorie. Die Partei wolle nun ihr Engagement verstärken. Sie habe "noch immer ein Mobilisierungsproblem", sagte Müller. FDP-Parlamentarierinnen und -parlamentarier müssten noch vermehrt den Kontakt zu den Wählenden in den Kantonen und Gemeinden suchen.

Mehrheit will Bilaterale fortführen

Der Barometer thematisiert auch das Verhältnis der Schweiz zur EU. Müssten sich die Wahlberechtigten zwischen den bilateralen Verträgen mit der EU und der Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative entscheiden, würden 58 Prozent das Vertragswerk bevorzugen. 30 Prozent würden die Initiative wählen.

Fast drei Viertel der Befragten befürworten eher oder sicher die Strategie des Bundesrats, die Masseneinwanderungsinitiative umzusetzen und gleichzeitig die bilateralen Verträge weiterzuführen. Auch 56 Prozent der SVP-Wählenden befürworten diesen Weg.

Die wahre Neuigkeit des Barometers sei die Unterstützung der Bevölkerung für die bilateralen Verträge, erklärte Levrat. Die Befragten hätten klar ihre Präferenz für eine eher flexible als eher strikte Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative ausgedrückt.

Burkhalter erfreut

CVP-Präsident Christophe Darbellay und FDP-Präsident Philipp Müller sehen die Europapolitik ihrer jeweiligen Partei bestätigt. Die Mehrheit wolle die Masseneinwanderungsinitiative umsetzen und gleichzeitig die bilateralen Verträge erhalten, sagte Darbellay.

Anders Toni Brunner: Die Frage, ob die Wahlberechtigten die bilateralen Verträge oder die Umsetzung der Initiative höher gewichten, findet er nicht korrekt gestellt: Korrekterweise hätte die Frage lauten müssen, ob die unkontrollierte Zuwanderung gebremst oder das Personenfreizügigkeitsabkommen erhalten werden sollte.

Erfreut über das Ergebnis zu den Bilateralen zeigte sich Bundespräsident Didier Burkhalter: Es sei ein positives Signal im Hinblick auf eine mögliche Abstimmung zum bilateralen Weg der Schweiz, sagte er am Freitag in der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens SRF.

Zuwanderung ist das Hauptproblem

Das grösste Problem in den Augen der Wahlberechtigten sind Themen im Zusammenhang mit der Zuwanderung - Migration, Integration, Ausländer und Asylbewerber/Flüchtlinge. Wichtig sind ihnen zudem das Gesundheitswesen, Arbeitslosigkeit und die soziale Sicherheit. Alle anderen Themen beschäftigen sie weniger stark.

In Migrationsthemen werden Lösungen am ehesten der SVP zugetraut. Bei sozialen und wirtschaftspolitischen Themen geniesst die SP am meisten Vertrauen, in der Europa-Frage wird der FDP am meisten Kompetenz zugesprochen.

Der Wahlbarometer wurde im Auftrag der SRG vom Forschungsinstitut gfs.bern durchgeführt. Zwischen 15. und 25. September wurden 2020 Wahlberechtigte in der ganzen Schweiz befragt.

(flok/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Wäre in der Schweiz in der ... mehr lesen
Der abtretende Bundespräsident Didier Burkhalter (FDP) soll laut Wählerumfrage für wichtige Rollen eingesetzt werden und liegt damit an der Spitze.
Die Sonntagspresse de­bat­tie­rt u.a. über die Léger-Wahlumfrage.
Bern - Eine Umfrage der «SonntagsZeitung» zeigt einen leichten Aufwärtstrend für fast alle Parteien ausser der SVP. Zudem geht Didier Burkhalter aus der Umfrage als beliebtester ... mehr lesen
Bern - Die Sonntagspresse veröffentlicht vertrauliche Zahlen zum Schweizer ... mehr lesen
«Schweiz am Sonntag»: Personen mit Migrationshintergrund wählen vermehrt links, wie aus einer Studie hervorgeht.
Wachhund «Willy» ersetzt Geissbock «Zottel».
Bern - Knapp ein Jahr vor den ... mehr lesen
Bern - Um bei den Eidg. Wahlen im ... mehr lesen
SP-Präsident Christian Levrat will die eigene Wählerschaft mobilisieren.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Wegen des Inserats «Kosovaren schlitzen Schweizer auf!» zur ... mehr lesen 1
Das Inserat der SVP hat eine Untersuchung zur Folge.
Parteipräsident FDP, Philipp Müller
Bern - Nach dem Vorschlag der SVP, die Zuwanderungsinitiative per Kontingente pro Kanton und Branche umzusetzen, hat sich FDP-Präsident Philipp Müller skeptisch gezeigt. Er ... mehr lesen 2
Bern - Die SVP will eine «Alles oder ... mehr lesen 1
Entscheidend sei, dass die Zuwanderung spürbar zurückgehe, sagte Adrian Amstutz.(Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 Millionen Franken aus der Radio- und Fernsehabgabe direkt unterstützt.
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 ...
57.5 Millionen Franken für entgangene Werbeeinnahmen  Bern - Die Coronavirus-Pandemie trifft die Medien hart. Ihre Werbeeinnahmen sind bereits drastisch gesunken. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Medien für die Demokratie hat das Parlament in der ausserordentlichen Session breit abgestützte Motionen überwiesen, um finanzielle Soforthilfe im Umfang von 57.5 Millionen Franken zu leisten. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Mai 2020 zwei entsprechende Notverordnungen verabschiedet. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 4°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Basel 7°C 17°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
St. Gallen 6°C 13°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass freundlich
Bern 7°C 14°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Luzern 8°C 14°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Genf 8°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Lugano 4°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten