Neue Fraktionschefs
SVP-Bundesratskandidaten und der «Super-Freitag»
publiziert: Freitag, 20. Nov 2015 / 06:48 Uhr
Unter anderem  handelt es sich um Thomas Aeschi.
Unter anderem handelt es sich um Thomas Aeschi.

Bern - Gleich vier Parteien fällen am Freitag richtungsweisende Entscheide: SP und FDP wählen ihre Fraktionsspitze neu, die CVP diskutiert über die künftige Ausrichtung ihrer Fraktion. Im Fokus steht aber die SVP mit der Vorstellung der offiziellen Bundesratskandidaten.

6 Meldungen im Zusammenhang
Noch ist das Kandidatenfeld weit offen. Der SVP-Fraktionsvorstand will mit einem Dreierticket zur Bundesratswahl antreten, wie er vergangenen Montag mitgeteilt hat. Sechs der neun übrig gebliebenen Kandidaten stehen in der internen Ausmarchung im Fokus.

Es handelt sich um die Nationalräte Thomas Aeschi (ZG), Heinz Brand (GR) und Guy Parmelin (VD) sowie den Walliser Staatsrat Oskar Freysinger, den Tessiner Staatsrat Norman Gobbi und den Nidwaldner Regierungsrat Res Schmid.

Zwar können am (heutigen) Freitag alle Anwärter zur Anhörung in der Fraktion antreten. Die Chancen der Schaffhauser Hannes Germann und Thomas Hurter dürften jedoch nicht mehr gross sein, da sie für die Findungskommission und den Fraktionsvorstand nicht im Vordergrund stehen. Das Gleiche gilt für den Baselbieter Thomas de Courten. David Weiss und Albert Rösti haben ihre Kandidatur im Laufe der Woche zurückgezogen.

Favorisierte Deutschschweizer

Gobbi kann sich der Nomination schon fast sicher sein. Der Fraktionsvorstand beschloss nämlich ebenfalls einstimmig, mit je einem Kandidaten aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin anzutreten. Gute Chancen haben auch Parmelin und Freysinger, die die Ausmarchung um den welschen Sitz unter sich machen können.

Bei den Deutschschweizern sind noch drei Kandidierende im Rennen. Vermutlich wird einer von ihnen als Favorit in die Bundesratswahlen am 9. Dezember gehen. Die Fraktion entscheidet am Freitagabend definitiv über die Nomination.

Das letzte Wort hat das Parlament - und dieses entscheidet sich nicht immer für den offiziellen Kandidaten, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt. Die SVP hat für diesen Fall aber vorgesorgt: Parteimitglieder, die entgegen dem Vorschlag der Fraktion die Wahl in den Bundesrat annehmen, werden laut Statuten ausgeschlossen.

Auch die SP wählt

Am anderen Ende des politischen Spektrums wird am Freitagnachmittag ebenfalls ein wichtiger Personalentscheid gefällt: Das SP-Fraktionspräsidium wird nach der Abwahl des derzeitigen Präsidenten Andy Tschümperlin (SZ) neu gewählt. Die Nationalrätin Barbara Gysi (SG) sowie ihre männlichen Amtskollegen Roger Nordmann (VD) und Beat Jans (BS) bewerben sich für den Posten.

Die St. Galler Nationalrätin Gysi ist auch Vizepräsidentin ihrer Partei. Sie sitzt seit 2011 im Nationalrat und ist Mitglied der Finanzkommission. Gegen Gysi spricht, dass sie dem linken Flügel der SP zugerechnet wird.

Der Waadtländer Roger Nordmann sitzt seit elf Jahren im Nationalrat und ist unter anderem Mitglied der Kommissionen für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK). Gegen Nordmann spricht, dass er wie Parteichef Christian Levrat aus der Westschweiz stammt. Nordmann hat aber in Bern studiert und gearbeitet und ist beinahe perfekt zweisprachig.

Aus dem Kanton Basel-Stadt stammt der dritte Kandidat: Beat Jans. Jans ist seit 2010 Mitglied des Nationalrates und sitzt wie Nordmann unter anderem in der UREK. Energiefachmann Jans war fast sechs Jahre lang Präsident der SP Basel-Stadt. Er wird von verschiedenen Medien derzeit als Favorit gehandelt.

FDP sucht Nachfolger von Gabi Huber

Auch die FDP sucht eine Nachfolge für ihre bisherige Fraktionschefin. Dass die Urnerin Gabi Huber ihr Nationalratsmandat und damit das Fraktionspräsidium abgeben wird, war schon länger klar.

Mit dem Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis und dem Berner Nationalrat Christian Wasserfallen stehen der FDP-Bundeshausfraktion zwei Kandidaten für die Nachfolge zur Verfügung. Die Fraktion hat die Auswahl zwischen zwei Generationen, zwei Landesteilen und auch zwei Flügeln der FDP: Während Cassis auf zurückhaltende Art das soziale Gewissen der Partei repräsentiert, steht der mediengewandte Wasserfallen entschieden für wirtschaftsliberale Positionen ein.

Das Fraktionspräsidium ist aber auch das Bindeglied zu den anderen Bundeshausfraktionen. Für den neuen FDP-Fraktionspräsidenten dürfte in der nächsten Legislatur vor allem die Beziehungspflege mit der SVP eine Herausforderung sein.

Entscheide der CVP

Die CVP informiert am Freitagnachmittag nach eigenen Angaben über die Fraktionsbildung, die Zusammensetzung des Fraktionspräsidiums sowie über die Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers und des zweiten Vizepräsidiums des Nationalrats.

Noch vor den eidgenössischen Wahlen hat die CVP ihren Kandidaten für das Bundeskanzleramt vorgestellt: UVEK-Generalsekretär Walter Thurnherr soll Nachfolger der abtretenden CVP-Frau Corina Casanova werden.

(nir/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bundesratswahlen Bern - Im Bundeshaus steigt die Spannung vor den Bundesratswahlen. Vier ... mehr lesen 1
Die SVP-Kandidaten Thomas Aeschi, Norman Gobbi, und Guy Parmelin.
Roger Nordmann gehört seit elf Jahren dem Nationalrat an.
Bern - Der Waadtländer Nationalrat ... mehr lesen
Bern - Der Tessiner Nationalrat Ignazio ... mehr lesen
Ignazio Cassis macht das Rennen.
-1
Bundesratswahlen Bern - Der Berner SVP-Nationalrat Albert Rösti steht als Bundesratskandidat nun doch nicht zur Verfügung. Er kam mit der Kantonalpartei überein, die Bewerbung zurückzuziehen. mehr lesen
Bundesratswahlen Bern - Der Vorstand der SVP empfiehlt der Bundeshausfraktion, mit einem ... mehr lesen
Fraktionspräsident und Berner Nationalrat Adrian Amstutz.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Zwei Westschweizer und ein Tessiner wurden von ihren Kantonalparteien nominiert
Bundesratswahlen Bern - Elf SVP-Kandidaten sind ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Mehr Vertrauen in den Staat dank «CD Bund» - oder das Gegenteil?
Mehr Vertrauen in den Staat dank «CD Bund» ...
Dschungelbuch Formular zum Meldeverfahren der Bundesverwaltung: «Das neue Erscheinungsbild orientiert sich am Corporate Design Bund oder kurz 'CD Bund'. Der einheitliche visuelle Auftritt soll die gemeinsame Identität der Bundesverwaltung stärken, das Vertrauen in den Staat fördern sowie zur Glaubwürdigkeit und Sicherheit öffentlicher Dienstleistungen beitragen.» mehr lesen  
Achtens Asien Die oberste Alarmstufe Rot war ausgerufen. Der Blick nach draussen grau-braun-dunkel. Feinstaub vom Feinsten, überall. Weit über 500 PM2,5.Die ... mehr lesen  
Ständerat Ruedi Noser: Nichts besseres zu tun, als einfältige Tweets abzusetzen.
Guy Parmelin hat sein Wunschdepartement bekräftigt.
Frisch gepackener Bundesrat vor den Medien  Bern - Der neu gewählte SVP-Bundesrat hat sich am Mittwochnachmittag den Fragen der Medien gestellt. ... mehr lesen  1
«Kä Luscht» auf SRF-Interview  Bern - Die Reaktion von Bundesrat Ueli Maurer, er habe «keine Lust» auf ein Interview mit dem Fernsehen SRF, hat auf Twitter für Heiterkeit ... mehr lesen  
Ueli Maurer hatte keine Lust auf ein Interview.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 12°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 12°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 11°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 10°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 12°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 13°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten