Bruno Zuppiger tritt per sofort zurück
SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger beendet Politkarriere
publiziert: Montag, 10. Sep 2012 / 15:30 Uhr / aktualisiert: Montag, 10. Sep 2012 / 17:25 Uhr
Bruno Zuppiger verabschiedet sich aus der Politik.
Bruno Zuppiger verabschiedet sich aus der Politik.

Bern - Der Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger hat am ersten Tag der Herbstsession seinen sofortigen Rücktritt bekannt gegeben. Die Vorkommnisse der vergangenen Monate rund um eine Erbschaftsaffäre hätten ihm und seiner Familie stark zugesetzt, begründete der 60-Jährige seinen Schritt.

Hauser Kommunikation: Ihr Plus in Kommunikation, Public Affairs, Public Relations, Moderation.
8 Meldungen im Zusammenhang
Unter den gegebenen Umständen sei es nicht mehr möglich, das Mandat «in der von mir gewohnten Qualität und dem nötigen Engagement auszuüben», schreibt Zuppiger in seinem Rücktrittsschreiben vom Montag. Besonders schlimm sei es gewesen, seine Familie und sein engeres Umfeld leiden zu sehen.

Über Erbschaftsaffäre gestolpert

Mit diesem letzten Schritt geht eine lange, zunächst erfolgreiche Politkarriere zu Ende. Nach fast 13 Jahren im Nationalrat, wo Zuppiger sich als Finanz- und Sicherheitspolitiker einen Namen gemacht hatte, brachte ihn im vergangenen Dezember eine Erbschaftsaffäre ins Stolpern.

In einem Artikel der «Weltwoche» wurden ihm Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Verteilung des Nachlasses einer verstorbenen Mitarbeiterin seines Betriebes, der Zuppiger & Partner AG, vorgeworfen.

So soll Zuppiger die Auszahlung von 265'000 Franken an zwei gemeinnützige Organisationen verzögert, ein überrissenes Honorar verrechnet und 100'000 Franken auf ein eigenes Konto überwiesen haben. Nachdem die beiden Organisationen interveniert und mit Klagen gedroht hatten, bezahlte Zuppiger den vollen Betrag mit Zinsen an diese aus.

Rücktritt schon als Kandidat

Der Politiker bestritt die Vorwürfe in der Folge nicht und räumte ein, Fehler gemacht zu haben. Weil er wegen seines politischen Engagements in seinem Betrieb viel abwesend sei, hätten sich seine Mitarbeiter mit der Erbschaft beschäftigt. In seinem Schreiben betont Zuppiger nun, dass er als Chef zu den begangenen Fehlern und Unterlassungen stehen werde.

Die Affäre hatte dem Zürcher Oberländer eine Woche vor der Bundesratswahl seine Kandidatur gekostet. Später verlor er auch den Posten als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes und die Unterstützung der Zürcher SVP. Diese hatt ihm bereits Ende letzten Jahres nahe gelegt, als Nationalrat zurückzutreten.

Verfahren noch nicht abgeschlossen

Zuppiger liess sich lange Zeit nicht beirren und blieb Mitglied des Nationalrats - selbst als die Zürcher Staatsanwaltschaft im Januar ein Strafverfahren wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsführung eröffnete. Dieses ist noch nicht angeschlossen, wie eine Sprecherin der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft auf Anfrage der sda sagte.

Zuppiger rechnet aber offenbar damit, dass das Verfahren gegen ihn zu einer Verurteilung führt. So schreibt er in seinem Rücktrittsbrief, dass er «die erwartete Strafe akzeptieren» werde. Er betont aber auch, dass keine Dritten zu Schaden gekommen seien und der Fall mit einer Wiedergutmachung abgeschlossen worden sei.

Ehemaliger SVP-Generalsekretär erbt Sitz

Den Nationalratssitz von Zuppiger erben wird der 39-jährige Jurist Gregor Rutz. Der Vizepräsident der SVP Kanton Zürich sitzt derzeit im Zürcher Kantonsrat. Bekannt wurde Rutz, als er zwischen 2001 und 2008 das Amt des Generalsekretärs und Geschäftsführers der SVP Schweiz inne hatte.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Der ehemalige SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger soll 240'000 Franken ... mehr lesen
Zuppiger und seinem Mitarbeiter sei es bewusst gewesen, dass sie das Geld pflichtwidrig verwendeten. (Archivbild)
Gregor Rutz definitiv Nachfolger von Zuppiger im Nationalrat
Zürich - Der Zürcher SVP-Kantonsrat Gregor Rutz tritt definitiv die Nachfolge von ... mehr lesen
Zürich - Der vor kurzem zurückgetretene Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger und einer seiner ehemaligen Mitarbeiter der Zuppiger ... mehr lesen 2
Anklage gegen Ex-Nationalrat Bruno Zuppiger.
SVP-Präsident Toni Brunner.
Bern - Der Rücktritt von Bruno ... mehr lesen
Bern - Mindestens fünf Personen bewerben sich um die Nachfolge von SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger als Präsident des ... mehr lesen 1
Bruno Zuppiger war von seinem Amt als sgv-Präsident zurückgetreten.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Zürich - Wird der Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger angeklagt oder gibt es einen Strafbefehl gegen ihn, muss er aus dem Nationalrat zurücktreten. Diese Abmachung traf die Zürcher SVP-Leitung mit Zuppiger bei einem Gespräch. Der Hinwiler ist überzeugt von seiner Unschuld. mehr lesen 
Zürich - Der Druck auf SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger wächst. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat am Freitag gegen ihn ein Strafverfahren wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung eröffnet. Zuppiger will trotzdem Nationalrat bleiben. Er hält sich nach wie vor für unschuldig. mehr lesen 
Bern - Der wegen einer Erbschaftsaffäre als Bundesratskandidat gescheiterte Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger hat seinen sofortigen Rücktritt als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) erklärt. Dies teilte der sgv am Montag mit. mehr lesen 
Hauser Kommunikation: Ihr Plus in Kommunikation, Public Affairs, Public Relations, Moderation.
Das revidierte Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) kommt vors Volk, weil der Schweizerische Gewerbeverband das Referendum ergriffen hat. (Symbolbild)
Das revidierte Radio- und Fernsehgesetz ...
Abstimmungssonntag Mitte Juni  Bern - Am 14. Juni stimmt das Volk über vier eidgenössische Vorlagen ab: Die Erbschaftssteuer-Initiative, die Stipendien-Initiative, die Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes und die Änderung der Verfassungsbestimmung über die Fortpflanzungsmedizin. 
Charlie Hebdo  Bern - Nach den Anschlägen von Paris verlangt die sicherheitspolitische Kommission des ...
Besorgte Bürger oder Eltern von sich radikalisierenden Jugendlichen sollen dort anrufen können.
Paris bremst geplanten Stellenabbau beim Militär Paris - Als Reaktion auf die terroristische Anschlagsserie im Grossraum Paris will die französische ... 1
Paris verstärkt die Sicherheit.
An dem Treffen im französischen Innenministerium (Bild) geht es um den Austausch und die Herausforderungen, die der Terrorismus für Europas Länder mit sich bringt.
Innenminister beraten über Kampf gegen Terrorismus Sydney - Die Innenminister mehrerer EU-Staaten sowie ranghohe Vertreter der US-Regierung und der EU sind in Paris zu ... 1
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2732
    Die... Kontingentverteilung auf alle EU-Staaten wird nicht funktionieren, weil ... gestern 12:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1152
    Weiterbildung ist gut, sehr gut! Aber dann bitte bei den höchsten Staatsbeamten damit anfangen! Denn ... gestern 10:02
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2732
    Vielleicht... sollte man sich dieses Beispiel an konsequenter Abschiebung zum Vorbild ... Di, 27.01.15 14:43
  • Kassandra aus Frauenfeld 1152
    Ich werde nicht klug aus diesem Artikel. Was will er uns wohl sagen? Gut, es ist eine ... Fr, 23.01.15 09:36
  • PMPMPM aus Wilen SZ 174
    Journalistenlöhne halbiert? Dem Artikel kann ich soweit zustimmen, allerdings bleibe ich ratlos ... Do, 22.01.15 19:09
  • Peterchen aus Embrach 6
    die schweizer begrüssen das? Woher will Frau Sommaruga denn wissen, was die Schweizer begrüssen und ... Do, 22.01.15 14:46
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2732
    Was... hier gerade geschieht, liegt voll in der Logik des Kapitalismus. Das ... Do, 22.01.15 12:31
  • Kassandra aus Frauenfeld 1152
    Eine Schande ist, Ihre unqulifizierte Vorverurteilung, tigerpfote! Es ist nicht die ... Mi, 21.01.15 20:42
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich -4°C 0°C leicht bewölkt, wenig Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall
Basel -4°C 0°C leicht bewölkt, wenig Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall
St.Gallen -2°C 1°C bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Bern -5°C 2°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen bedeckt, Gewitter, wenig Regen bedeckt, Gewitter, wenig Regen bedeckt, Gewitter, wenig Regen bedeckt, Gewitter, wenig Regen bedeckt, Gewitter, wenig Regen
Luzern -3°C 3°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Genf -4°C 3°C leicht bewölkt, wenig Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Lugano 2°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten