SVP-Politiker Furrer tritt von seinen Ämtern zurück
publiziert: Montag, 14. Okt 2002 / 17:32 Uhr

Zürich - Werner Furrer tritt aus dem Zürcher Kantons- und Gemeinderat zurück. Der SVP-Politiker war als VR-Präsident der Sovereign-Finanzgruppe in die Schlagzeilen geraten, gegen die wegen Geldwäscherei ermittelt wird.

Zürcher SVP-Politiker Werner Furrer tritt von seinen Ämtern zurück.
Zürcher SVP-Politiker Werner Furrer tritt von seinen Ämtern zurück.
Der Rücktritt von den politischen Ämtern sei kein Schuldeingeständnis, hält die SVP in einem Communiqué fest. Furrer betone in seinem Rücktrittsschreiben an die Präsidien von Kantons- und Gemeinderat, die in der Presse gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien ungerechtfertigt. Er habe weder wissentlich noch willentlich unrecht gehandelt.

Es sei ihm mit dem Rücktritt darum gegangen, Schaden von der Partei abzuwenden, sagte SVP-Parteisekretär Claudio Zanetti auf Anfrage. Der Entscheid ermögliche der Partei, unbelastet ins Wahljahr 2003 zu gehen. Die SVP habe aber den Politiker nicht zu dem Entscheid gedrängt, hält Zanetti fest.

Der bald 66-jährige Werner Furrer gehörte dem Zürcher Gemeinderat seit 1982 an. Als Höhepunkt seiner politischen Karriere war er 1997/98 Gemeinderatspräsident. Von 1998 bis 2000 präsidierte er die Finanzkommission des Gemeinderates. Seit 1999 sass Furrer als Vertreter der Stadt Zürich im Kantonsparlament.

Furrer ist Verwaltungsratspräsident der Sovereign Finance Group Ltd. und der Sovereign (Forex) Ltd. sowie Verwaltungsratsmitglied der Sovereign Capital Management. Vor einer Woche haben Polizei und Behörden bei den Firmen und am Wohnsitz Furrers Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Es besteht der Verdacht auf Geldwäscherei und mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften. Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) verfügte am 26. September die sofortige Liquidation der Finanzgesellschaften. Den Firmen fehlten die Bewilligungen für das Bank-, Effektenhandel- und Anlagefondsgeschäft.

(sda)

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