SVP fordert Rücktritt von Chef der Rassismuskommission
publiziert: Montag, 14. Dez 2009 / 16:57 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Dez 2009 / 17:15 Uhr

Bern - Georg Kreis soll als Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) zurücktreten. Das fordert die SVP in einem offenen Brief zuhanden von EDI-Chef Didier Burkhalter. Hintergrund sind Äusserungen von Kreis im Rahmen der SF-Sendung «Club» vom 8. Dezember zur Minarett-Abstimmung.

Georg Kreis nimmt die Attacken sehr ernst.
Georg Kreis nimmt die Attacken sehr ernst.
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Im SVP-Brief wird Kreis mit folgenden Worten zitiert: «Wenn eine SVP in den Dreissigerjahren eine Initiative gemacht hätte gegen die Verjudung der Schweiz - das ist nämlich ein Parallelvorgang wie die Islamisierung der Schweiz, obwohl es keine Probleme gibt -, dann hätte in der damaligen Zeit, auch wegen der Ängste, der berühmten Ängste und der Wirtschaftskrise, die damalige SVP unter Umständen auch ein solches Resultat hingekriegt, und wir hätten jetzt ein Problem.»

Diese Aussagen seien eine «ungeheuerliche Anmassung und Arroganz» gegenüber dem Schweizer Stimmvolk, kritisiert die SVP. «Ganz zu schweigen von der Unterstellung, es handle sich bei der SVP und deren Wählern sowie den Befürwortern der Minarett-Verbots-Initiative um eine Masse an potenziell fremdenfeindlich respektive rassistisch votierenden Bürgerinnen und Bürger.»

Kreis sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, er nehme solche «Attacken» sehr ernst. «Es war eine schwierige Aussage, die bewusst missverstanden wurde und jetzt zum Anlass genommen wird, die EKR und ihren Präsidenten endlich loszuwerden.»

FDP-Mitglied Kreis löste auch in eigenen Reihen Unbehagen aus. Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP/BE) bestätigte eine Meldung des «SonntagsBlick», wonach er eine Motion zur Revision und Reorganisation der EKR eingereicht habe. Die 12 Mitunterzeichner rekrutieren sich neben der FDP aus SVP- und CVP-Reihen.

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) wollte zum SVP-Schreiben keine Stellung nehmen. Offene Briefe würden vom EDI grundsätzlich nicht kommentiert, sagte EDI-Sprecher Jean-Marc Crevoisier auf Anfrage.

(fest/sda)

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nicht zu vermeiden
Gemäss dem Buchstaben der Definition kann sich Rassismus nie gegen die Mehrheit richten.
Natürlich ist es ein schleche Idee, auch gegen die Mehrheit ungerechtfertigt loszuziehen, aber anderseits wird eine Mehrheit auch durch solche Attacken nicht plötzlich zur Minderheit.
Die SVP braucht sich über allfällige verbale und physische Attacken als allerletzte zu wundern, hetzt sich doch selbst mit Vorliebe gegen alle möglichen alle möglichen und unmöglichen Leute.
Vor dem Krieg wurde gegen Juden gehetzt, dann waren es die Italiener, später die Tamilen, jetzt sind es die Muslime aber auch die Deutschen und natürlich immer die Asylbewerber.
Haben wird das wirklich nötig? Mir kommt das vor wie wenn immer um jeden Preis ein Sündenbock gesucht würde. Sündenböcke sind zwar gut zu präsentieren, aber Lösungen sehen anders aus.
Unüberlegt
Unter den Schutz der Rassismuskommission kommen alle. Ausser Schweizer. Das ist meine primäre Kritik.

Herr Kreis hat einen schwierigen Job. der gerade darin besteht dass man in der Wortwahl sehr gepflegt und neutral daherkommt. Die Aussage war wirklich sehr unüberlegt.

Trotzdem, lassen wir den Hasspredigern und Rechten zu viel Raum, brennen bald wieder Bücher in Europa.
2+2=5 - eben nicht !
Im Bergier-Bericht, den GK massgeblich mitgestaltet hat, ist festgehalten, dass wir viele Juden, an der Grenze, als Flüchtlinge, zurückgewiesen hätten. Dies ist richtig. Aber es fehlt ganz und gar, die Tatsache, dass die Drohung bestand, dass wenn wir die Juden en mass zu uns hereingelassen, sie die D-Armee sie bei uns herausgeholt hätten. Sie waren ja auch nicht im Reduit in Sicherheit. So wären dann nebst allgemeinem Tod und Zerstörung, alle Juden, viele davon schon als Flüchtlinge bei uns, nicht mit dem Leben davon gekommen. Diese Tatsache ist auch für GK ein grosses Tabu!!! Das war im 2. Weltkrieg und nicht in den 30-iger Jahren!
….. und noch Eines: Juden sind kaum 20'000 da Moslems bereits 400'000!
Bezweifle das dies die SVP vollbringen kann.
das eine einzige Partei das sagen über komissionen hätte würde doch darauf führen das es eine riesige korupption affäre geben würde! rechts parteien gegen links parteien. wie immer
Die Quadratur des KREISes
Kreis sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, er nehme solche «Attacken» sehr ernst. «Es war eine schwierige Aussage, die bewusst missverstanden wurde...

Was konnte man da missverstehen? Will sich mein "Freund" wieder einmal mehr im KREIS drehen?
.
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