Fehlendes Interesse
SVP will Frauenorganisation auflösen
publiziert: Mittwoch, 20. Jan 2016 / 12:45 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Jan 2016 / 13:14 Uhr
Laut Judith Uebersax engagieren sich die Frauen der SVP in der Mutterpartei. (Archivbild)
Laut Judith Uebersax engagieren sich die Frauen der SVP in der Mutterpartei. (Archivbild)

Bern - Die Frauenorganisation der SVP dürfte bald der Vergangenheit angehören. Mangels Interesse an der Frauengruppe plant die SVP im Rahmen ihrer Reorganisation, das Parteiorgan aufzulösen.

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Die Präsidentin der SVP Frauen Schweiz, Judith Uebersax, hat bei der Parteileitung einen entsprechenden Vorschlag eingereicht. Die Parteispitze befürworte die Auflösung grundsätzlich, sagte Uebersax am Mittwoch zur Nachrichtenagentur sda. Sie bestätigte damit Berichte der Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Bund».

Wenn die SVP Frauen Veranstaltungen organisieren, gehen zu wenig Anmeldungen ein, wie Uebersax sagte. «Die Situation ist unbefriedigend.»

Uebersax richtete deshalb zwei Vorschläge an die Parteileitung der SVP Schweiz, der sie selbst angehört: Entweder investiert die Partei mehr Geld, «denn man kann eine solche Organisation nicht auf ehrenamtlicher Basis leiten», oder die Gruppe wird aufgelöst. Dafür soll innerhalb der Parteileitung eine Stelle für Familien- und Sozialpolitik geschaffen werden. «Ich werde mich für dieses Dossier engagieren», sagte Uebersax weiter.

SVP-Generalsekretär Martin Baltisser teilte auf Anfrage mit, es gebe innerhalb der SVP Schweiz schon länger Diskussionen darüber, ob die Aufrechterhaltung einer Frauen-Organisation «auf zentraler, nationaler Ebene noch zeitgemäss ist». Wo ein solches Bedürfnis bestehe, seien die Kantonalparteien gefragt.

Konsterniert reagierte hingegen die Präsidentin der SVP Frauen der Romandie, Alice Glauser. «Uns gegenüber wurde das nie erwähnt», sagte Glauser auf Anfrage, «für mich ist es unvorstellbar». Zwar seien die Frauen tatsächlich nicht leicht zu motivieren. Es gebe aber derzeit einige junge Frauen, die zu einem Engagement bereit seien.

Delegiertenversammlung entscheidet

Am Zug ist nun die Arbeitsgruppe, die sich mit der Reorganisation der Parteistrukturen befasst. Das letzte Wort wird die Delegiertenversammlung der SVP Schweiz im April haben, die auch den Nachfolger für den scheidenden Parteipräsidenten Toni Brunner küren wird. Von der Parteileitung vorgeschlagen wurde der Berner Nationalrat Albert Rösti.

Die SVP wäre die einzige Regierungspartei ohne Frauengruppe. Im Gegensatz zu anderen Parteien waren die SVP Frauen aber nie eine unabhängige Sektion, wie Uebersax erklärt. «In der SVP engagieren sich die Frauen in der Mutterpartei, nicht so sehr innerhalb der SVP Frauen.»

(bert/sda)

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