Saakaschwili bezeichnet Moskau als Kriegstreiber
publiziert: Montag, 15. Sep 2008 / 16:17 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Sep 2008 / 22:07 Uhr

Tiflis - Georgiens Präsident Michail Saakaschwili hat zum Auftakt eines NATO-Treffens in Tiflis Russland erneut als Kriegstreiber beschuldigt. Russlands Militär sei bereits am 7. August in Georgien eingedrungen.

Russland habe beabsichtigt, ihn zu stürzen, erklärte Georgiens Präsident Saakaschwili. (Archivbild)
Russland habe beabsichtigt, ihn zu stürzen, erklärte Georgiens Präsident Saakaschwili. (Archivbild)
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Ziel der Russen sei es gewesen, seine Regierung zu stürzen und deren Westkurs zu beenden, sagte Saakaschwili georgischen Medien zufolge in Anwesenheit von NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer.

Vor seiner Ankunft in Tiflis kritisierte der NATO-Generalsekretär die russische Militärpolitik in den von Georgien abtrünnigen Gebieten. «Es ist nicht hinnehmbar, das Russland seine Truppen in Südossetien und Abchasien belässt», sagte er in einem Interview der «Financial Times».

Engere Anbindung an die NATO

Der NATO-Rat, der aus den Botschaftern der Mitgliedsländer besteht, tritt erstmals in der Kaukasusrepublik zusammen. Dieser Besuch beweise, dass die ohnehin schon engen Beziehungen Georgiens zum westlichen Militärbündnis noch verstärkt würden, sagte Saakaschwili.

Georgien und die NATO haben die Gründung einer Kommission für eine engere militärische Zusammenarbeit beschlossen. Russland empfindet diese Kommission als Affront wie bereits auch den Besuch des NATO-Rats in Tiflis.

Kritik an Saakaschwili

Die Hintergründe des Kriegsausbruchs im Südkaukasus Anfang August sind zwischen Georgien und Russland umstritten. Moskau wirft Saakaschwili vor, zuerst das abtrünnige Gebiet Südossetien angegriffen zu haben, woraufhin die russische Armee in Georgien einmarschierte.

Auch beim georgischen Verbündeten USA wächst mittlerweile die Kritik an Saakaschwilis Vorgehen. Die USA möchten Georgien in die NATO aufnehmen. Dagegen ist nicht nur Moskau, auch viele europäische NATO-Staaten möchten von einer NATO-Mitgliedschaft Georgiens nichts wissen.

(tri/sda)

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