Saddam plädiert auf nicht schuldig
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 20:16 Uhr

Bagdad - Der irakische Ex-Machthaber Saddam Hussein und seine sieben Mitangeklagten haben in dem Prozess um ein Massaker im Jahr 1982 auf nicht schuldig plädiert.

Saddam Hussein konnte weder mit Ja noch Nein antworten.
Saddam Hussein konnte weder mit Ja noch Nein antworten.
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Die Mitangeklagten antworteten auf die Verlesung der Anklagepunkte alle eindeutig «nicht schuldig». Saddam Hussein selber gab vor dem Sondertribunal in Bagdad eine unklare Antwort, die der Richter Rauf Abdel Rahman aber als «nicht schuldig» interpretierte.

Der Ex-Diktator, der in einem schwarzen Anzug auf der Anklagebank Platz nahm, bestand darauf, dass er immer noch der Präsident des Irak sei und beschimpfte das Sondertribunal.

Massenhinrichtung

Saddam Hussein und seine einstigen Getreuen hatten im Jahr 1982 nach einem fehlgeschlagenen Attentat auf den Präsidenten in der schiitischen Kleinstadt Dudschail mutmassliche Verschwörer getötet sowie Dutzende von Einwohnern des Ortes hinrichten lassen und ganze Familien für Jahre ins Gefängnis gesteckt.

Laut Staatsanwaltschaft waren damals 148 Männer aus Dudschail nach einem Schauprozess hingerichtet worden. Zu den Anklagepunkten gegen Saddam Hussein zählen «Verbrechen gegen die Menschlichkeit», Folter von Frauen und Kindern, Zerstörung der Obstplantagen von Dudschail.

Urteil bis August erwartet

Saddam Hussein erklärte: «Die Liste der Anklagepunkte gegen mich ist zu lang, als dass ich darauf einfach mit Ja oder Nein antworten könnte.» Dem 69-Jährigen Ex-Präsidenten droht bei einer Verurteilung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit die Todesstrafe.

Der Prozess gegen den Ex-Machthaber und die anderen Angeklagten wurde am Montag mit der Anhörung der Zeugen der Verteidigung fortgesetzt. Die nächste Sitzung ist für Dienstag geplant. Prozessbeobachter rechnen mit einem Urteilsspruch Ende Juli oder Anfang August.

Im Anschluss an das Dudschail-Verfahren sollen Saddam Hussein und andere Funktionäre des alten Regimes noch wegen der Angriffe auf die Kurden im Nordirak vor Gericht gestellt werden.

(ht/sda)

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