Sahara-Geiselnehmer zu lebenslanger Haft verurteilt
publiziert: Sonntag, 26. Jun 2005 / 12:13 Uhr

Algier - Der Anführer der Sahara-Geiselnehmer, Amari Saifi, ist in Algier wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 2003 hatte die Gruppe 32 Europäer, darunter vier Schweiz, entführt.

Unter den Geiseln waren auch vier Schweizer.
Unter den Geiseln waren auch vier Schweizer.
Zwei Mitglieder seiner islamistischen Terrorgruppe GSPC wurden vom Strafgericht der Hauptstadt mit jeweils dreijährigen Freiheitsstrafen belegt. Die GSPC kämpft seit den 90er Jahren gegen die algerische Regierung.

Saifi soll seit 1992 in Terroranschlägen verwickelt sein oder diese befohlen haben. An diesem Dienstag beginnt nach Berichten algerischen Zeitungen ein zweiter Terror-Prozess gegen den auch "El Para" genannten Saifi.

Ob die Prozesse in Algerien eine Auslieferung Saifis für Prozesse in Europa wegen der Geiselnahme unmöglich macht, ist offen.

Eine Tote in der Gefangenschaft

Mit der spektakulären Entführung von Touristen im Frühjahr 2003 in der Sahara wurde die GSPC weltweit ein Bergriff. Unter den Verschleppten waren neben den vier Schweizern auch Holländer, Österreicher und Deutsche, von denen eine in der Gefangenschaft starb.

Der von Tschad an Algier ausgelieferte Terror-Anführer wurde aus verfahrenstechnischen Gründen in Abwesenheit verurteilt. Die Prozesse gegen ihn waren wiederholt verschoben worden, wurden jetzt aber doch angesetzt. Wo sich Saifi in Algerien aufhält, ist nicht bekannt.

(rr/sda)

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