Salz im Schmelzwasser gefährdet Umwelt wenig
publiziert: Montag, 19. Jan 2009 / 21:59 Uhr

Bern - Mit dem einsetzenden Tauwetter werden nach und nach Tonnen von Salz in die Kanalisationen gespült und Tonnen von Splitt freigelegt. Befürchtungen, wonach Fauna und Flora dadurch Schaden erleiden könnten, sind kaum angebracht.

Im Kampf gegen Schnee- und Eisesglätte werden neben Salz jeweils auch Zehntausende Tonnen von Splitt gestreut.
Im Kampf gegen Schnee- und Eisesglätte werden neben Salz jeweils auch Zehntausende Tonnen von Splitt gestreut.
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Zwar kann die strassennahe Vegetation - etwa empfindliche Bäume wie die Rosskastanie - unter der Einwirkung von Auftausalzen leiden, wie Hans-Peter Fahrni, Leiter der Abteilung Abfall und Rohstoffe des Bundesamts für Umwelt (BAFU), sagt.

Dies könne vor allem dann der Fall sein, wenn im Bereich von Pflanzungen grosse salzhaltige Schneehaufen lägen. Ansonsten seien die Salze in der Regel kein Problem. Ohnehin hätten die Gemeinden für einen optimalen Salzeinsatz inzwischen Streupläne eingeführt.

Das Salz fliesst laut Fahrni mit dem Schmelzwasser über die Strassengräben in die Kanalisation und von dort meist in die Kläranlagen. Ausserhalb der Städte gelangt das Schmelzwasser über Absetzbecken direkt in Gewässer.

Meerwasser ist salzhaltiger

Die Salzkonzentration liegt auch in einem harten Winter nicht im Schadensbereich; sie ist weit geringer als etwa beim Meerwasser. Auch die Süsswasserfische vertragen laut Fahrni Salzkonzentrationen wie sie nach der Schneeschmelze auftreten, ohne Probleme. Dies gilt umso mehr, wenn das Schmelzwasser noch durch Regen verdünnt wird.

Verunreinigungen des Schmelzwassers werden zum Teil bereits vorher in Senklöchern oder in Strassensammelschächten aufgefangen. Dabei kann es sich laut Fahrni um Kies, Schlamm, Gummiabrieb von Pneus, Russ und Ähnliches handeln. Diese Rückstände werden als Sonderabfall behandelt.

Gegen Eis und Schnee werden in der Regel Natriumchlorid (Kochsalz) oder Kalziumchlorid eingesetzt. Beide Salze sind auch im Meerwasser enthalten. Flughäfen greifen notfalls auch mal zu Harnstoffen oder Alkohol.

Der Salzverbrauch in diesem Winter bewegt sich nach Auskunft der Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen weitgehend im Rahmen des ebenfalls harten Winters 2005. Laut Direktor Jürg Lieberherr wurden im November 2008 rund 10'000 und im Dezember 50'000 Tonnen Auftausalz ausgeliefert. In diesem Januar dürften es schlussendlich ebenfalls gut 50'000 Tonnen sein. Insgesamt wurden letztes Jahr 160'000 Tonnen Salz eingesetzt.

Splitt wird gereinigt

Im Kampf gegen Schnee- und Eisesglätte werden neben Salz jeweils auch Zehntausende Tonnen von Splitt gestreut. Gesamtschweizerische Zahlen liegen nicht vor, wie es beim Schweizerischen Städteverband auf Anfrage hiess.

Kaum verschmutzter Splitt auf abseits gelegenen geteerten Strassen wird laut Fahrni zusammengewischt und direkt wieder den kommunalen Silos zugeführt. Verunreinigter Splitt wird in speziellen Unternehmen aufbereitet. Das heisst, zunächst werden die groben Verunreinigungen entfernt; dann werden die Steinchen gewaschen.

Für die Wiederverwendung als Splitt gegen Eisglätte müssen die Steinchen immer noch scharfkantig sein. Sind sie abgerundet, sind als Rutschhemmer nicht mehr geeignet und kommen anderweitig zum Einsatz, etwa im Bau.

(Von Ursula Santschi/sda)

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