«Sandy» kostet bis zu 50 Milliarden Dollar
publiziert: Donnerstag, 1. Nov 2012 / 17:50 Uhr
Die Schäden seien deutlich höher, als von einem Sturm der Kategorie 1 zu erwarten gewesen sei.
Die Schäden seien deutlich höher, als von einem Sturm der Kategorie 1 zu erwarten gewesen sei.

New York - Die Schäden durch Wirbelsturm «Sandy» könnten sich einer Expertenschätzung zufolge auf bis zu 50 Mrd. US-Dollar belaufen. Die Versicherungsbranche muss davon voraussichtlich 10 bis 20 Mrd. Dollar zu tragen.

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Der volkswirtschaftliche Schaden dürfte zwischen 30 und 50 Mrd. Dollar liegen, teilte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat am Donnerstag in Oakland weiter mit. Damit hätte "Sandy" die USA erheblich schwerer getroffen als zunächst erwartet.

Eqecat hatte die volkswirtschaftlichen Schäden durch "Sandy" zunächst auf 10 bis 20 Mrd. Dollar geschätzt. Davon sollten 5 bis 10 Mrd. Dollar die Versicherer tragen. Die Experten des Konkurrenten AIR Worldwide beziffern die versicherten Schäden bislang auf 7 bis 15 Mrd. Dollar.

Grundlage der erhöhten Schadenprognose sind laut Eqecat die immensen Schäden an Strom- und Versorgungssystemen, die längere Betriebsausfälle bei Unternehmen nach sich ziehen. Viele Firmen haben für solche Fälle Versicherungsverträge abgeschlossen.

Die Schäden seien deutlich höher, als von einem Sturm der Kategorie 1 zu erwarten gewesen sei, erläutert Eqecat. Zudem vergrössere der Ausfall der U-Bahn und die Sperrung von Strassentunneln die Schadenssumme.

Suche nach Normalität

In den betroffenen Regionen an der US-Ostküste versuchten die Menschen unterdessen langsam zur Normalität zurückzufinden. In New York nahm am Donnerstag die U-Bahn teilweise ihren Betrieb wieder auf.

Die Zahl der Todesopfer war laut Medienberichten bis Mittwoch in Nordamerika auf mindestens 82 gestiegen, in den USA starben laut CNN bisher 76 Menschen wegen des Sturms. Insgesamt 15 Bundesstaaten waren von dem Hurrikan betroffen, der am Montagabend (Ortszeit) auf die US-Küste getroffen war.

"Sandy" löste eine weltweite Welle der Hilfsbereitschaft für die betroffenen Gebiete aus. Allein in den USA spendeten zahlreiche Bürger, Unternehmen und Prominente Hilfsgelder, beim Roten Kreuz kamen bis Mittwoch mehr als elf Millionen Dollar zusammen.

Der in der Finanz- und Wirtschaftsmetropole für Millionen von Pendlern wichtige U-Bahn-Verkehr normalisierte sich unterdessen langsam, die Stadt nahm die unbeschädigten Teile des U-Bahnnetzes wieder in Betrieb. Auch Linienbusse fuhren erneut. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo teilte mit, dass die Nutzung der U-Bahn und Busse am Donnerstag und Freitag kostenlos sei.

Sechs Millionen Menschen ohne Strom

Um riesige Staus wie in den vergangenen Tagen zu vermeiden, ordnete Bürgermeister Michael Bloomberg an, dass nur Autos nach Manhattan hineinfahren dürfen, in denen mindestens drei Personen unterwegs sind. Mit Newark und JFK nahmen zwei der drei New Yorker Flughäfen ihren Betrieb wieder auf; La Guardia sollte folgen.

New Yorks Schulen hingegen werden voraussichtlich noch bis Ende der Woche geschlossen bleiben. Bloomberg setzte aber weiter darauf, dass die Stadt schnell zur Normalität zurückkehrt. Der New York Marathon finde wie geplant am Sonntag statt, sagte er bei einer Pressekonferenz.

An der gesamten US-Ostküste waren weiter mehr als sechs Millionen Haushalte und Betriebe ohne Strom, besonders betroffen waren die Bundesstaaten New York und New Jersey. Vielerorts kämpften die Einsatzkräfte weiter gegen Überschwemmungen.

 

(bert/sda)

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