Sans-Papiers bereit zum Verlassen der Predigerkirche
publiziert: Samstag, 3. Jan 2009 / 12:21 Uhr / aktualisiert: Samstag, 3. Jan 2009 / 15:17 Uhr

Zürich - Die Kirchenbesetzung in Zürich geht dem Ende zu. Die rund 150 Sans-Papiers sind bereit, die Predigerkirche am Sonntag zu verlassen. Damit wird die Bedingung erfüllt für ein Gespräch mit Regierungsrat Hans Hollenstein am Montag.

Die Kirchenbesetzung in Zürich geht dem Ende zu.
Die Kirchenbesetzung in Zürich geht dem Ende zu.
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An einer Vollversammlung beschlossen die Sans-Papiers am Freitag einen Strategiewechsel: Der Konfrontation soll eine Phase des Dialogs folgen.

Am Nachmittag machten die Papierlosen und ihre Sympathisanten mit einer Demonstration durch die Zürcher Innenstadt auf ihre Anliegen aufmerksam. Nach ihren Angaben nahmen rund 2500, nach Polizeiangaben rund 1000 Personen daran teil.

Vorübergehend können die Sans-Papiers am Sonntag in die Kirche St. Jakob beim Stauffacher wechseln. Sie seien dort nicht mehr Besetzer, sondern nähmen als Gäste das ihnen angebotene Kirchenasyl in Anspruch, sagte Stefan Schlegel vom Bleiberecht-Komitee an einer Medienkonferenz in der Predigerkirche.

Laut Pfarrer Anselm Burr sind die Papierlosen und ihre Sympathisanten bis Mittwochabend in der Kirche in Zürich-Aussersihl willkommen.

Kein Konflikt mit der Kirche

Die Papierlosen hätten kein Interesse an einem Konflikt mit der Kirche, sie seien aber enttäuscht, dass in der Predigerkirche «die entrechteten Menschen nur widerwillig geduldet» wurden, heisst es in einem Communiqué des Bleiberecht-Komitees.

Der kantonale Sicherheitsdirektor Hans Hollenstein hatte sich nur zu einem Gespräch mit Sans-Papier-Vertretern bereit erklärt, wenn die Kirche nicht mehr besetzt ist.

Das Gespräch zwischen Hollenstein und der aus acht Mitgliedern bestehenden Delegation unter Leitung von Kircheratspräsident Reich soll nun «an einem neutralen Ort» geführt werden. Die Papierlosen erwarten «ein konkretes Entgegenkommen».

Am 19. Dezember hatten die Sans-Papiers die Predigerkirche im Niederdorf besetzt und konkrete Zusagen für bessere Lebensbedingungen verlangt. Vor allem fordern sie eine «humane und unbürokratische Umsetzung der gesetzlich verankerten Härtefallregelung», aber auch die Aufhebung des Arbeitsverbotes.

(smw/sda)

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Guten Tag Sonnenschein
Schön, von Ihnen zu hören. Gut, 8.-- sind nicht viel, aber man bedenke die Dunkelziffer, wo vor paar Jahren herumgegeistert sind, also 100'000 Sans Papiers im Welschland, macht schlappe 800'000 Fr. pro Tag. Hab auch einen Brief an die Stadt Zürich geschrieben. Liebe Grüsse
Haut mich um
Ist ja schon erstaunlich, was sich gewisse Leute so herausnehmen. Wenn ich lese, dass die "Papierlosen ein Entgegenkommen erwarten" falle ich doch fast vom Stuhl. Ich möchte mich auch einmal an einem fremden Ort so breit machen und freche Forderungen stellen. Übrigens wäre jedes Entgegenkommen ein Affront gegen all jene Asylbewerbenden oder Flüchtlinge, die sich an unsere Gesetze halten. Oder, wie marylou es so schön ausführt, wären alle Hausfrauen, Ausgesteuerten, IV-Rentner etc. einfach nur Idioten, wenn sie nicht auch forderten - und letztlich wir alle, die wir Steuern bezahlen und damit die "Humanität" und Grosszügigkeit in unserem Land finanzieren.
Von der 1. in die 2. Kirche
In 10 Jahren ist der Babyboom durch. Bis dahin warten Hausfrauen, Ausgesteuerte, IV-Rentner, Behinderte, Alleinerziehende und die Sans Papiers auf Arbeit. Wenn Hr. Hollenstein nachgibt, kommen dann die 100'000 Sans Papiers aus dem Welschland mit ihren Forderungen.
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