Grössere Bürokratie befürchtet
Santésuisse lehnt anonyme Patientendaten ab
publiziert: Donnerstag, 29. Sep 2011 / 18:44 Uhr
Santésuisse beschreibt die bundesrätlichen Vorschläge als «praxisfremd».
Santésuisse beschreibt die bundesrätlichen Vorschläge als «praxisfremd».

Zürich - Drei Monate vor Einführung der Fallkostenpauschalen SwissDRG in den Spitälern besteht noch immer keine Einigkeit, wie Patientendaten an die Krankenkassen übermittelt werden sollen. Nach H+ wehrt sich auch santésuisse gegen die vom Bundesrat vorgeschlagene Lösung.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die im Verordnungsentwurf enthaltenen Vorschläge seien praxisfremd und stellenweise nicht umsetzbar, schreibt santésuisse in einer Mitteilung vom Donnerstag. Sie führten nicht nur zu massiv höheren administrativen Aufwendungen von Spitälern und Krankenversicherern, sondern könnte das Fallpauschalensystem in der alltäglichen Abwicklung lahmlegen.

Das Konzept der Anonymisierung und Verschlüsselung von Patientendaten widerspreche überdies den bestehenden gesetzlichen Grundlagen, der geltenden Rechtssprechung und dem vom Bundesrat genehmigten Tarifstrukturvertrag, hält der Krankenkassendachverband fest.

Eine Rechnungsprüfung durch die Krankenversicherer ohne jene Daten, die für die Bestimmung der Rechnungshöhe massgeblich sind, sei nicht möglich. Erfahrungen aus dem Ausland zeigten, dass daraus ungerechtfertigte Mehrkosten zu Lasten der Krankenversicherung und damit der Prämienzahler resultieren würden.

Vertrauensarzt nicht zum Datenschützer machen

Mit der vorgesehenen Verschlüsselung hätten die Versicherer in keinem Fall mehr Einsicht in Diagnosedaten oder andere medizinische Angaben. Das führe letztlich dazu, dass die Versicherer von den Spitälern laufend Daten erhielten, diese aber nicht verwenden dürften. Die Spitäler hätten damit die «Schlüsselgewalt».

Das Bundesverwaltungsgericht habe in einem wegweisenden Urteil festgehalten, dass die Übermittlung der benötigten Daten, darunter auch Angaben über Behandlungen und Diagnosen zur abgerechneten Spitalbehandlung - grundsätzlich zulässig sei, hält santésuisse fest.

Wenn nur Vertrauensärzte die Patientendaten entschlüsseln dürften, wie dies vom Bundesrat vorgeschlagen werde, würden diese faktisch zur rechnungsprüfenden Instanz gemacht. Den Vertrauensarzt als «datenschutzwahrende Instanz» einzusetzen, stehe jedoch in krassem Widerspruch zu den gesetzlich definierten Aufgaben des Vertrauensarztes.

(dyn/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Versicherungen Bern - Der Bund prüft derzeit, wie die ... mehr lesen
Hanspeter Thür, Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter EDOEB
Zürich - Hausärzte, Spitex-Mitarbeiterinnen und Heimpersonal fürchten, alte und ... mehr lesen
Die Fallkostenpauschale wird von Pflegekräften kritisch geshen.
Die Ärzte wollen die Daten von mehreren Notfallstationen zusammenlegen.
Bern - Die Notfallärzte schlagen vor, in ... mehr lesen
Bern - Gesundheitsminister Didier ... mehr lesen
Gesundheitsminister Didier Burkhalter.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Ärzteschaft fürchtet einen «Ausverkauf des Arztgeheimnisses».
Bern - Die Kritik am Austausch von ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Optimale Luftfeuchtigkeit wirkt sich auf Wohlbefinden und Gesundheit aus.
Optimale Luftfeuchtigkeit wirkt sich auf Wohlbefinden und Gesundheit aus.
Publinews Damit man sich in seinen eigenen Wohnräumen wohlfühlt, sollte die Luft die richtige Luftfeuchtigkeit haben. Eine zu niedrige oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit könnte sich nämlich negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Nicht alle Räume im Haus haben auch den gleichen Bedarf an Luftfeuchtigkeit. mehr lesen  
Publinews Der Schlaf bei Nacht ist dazu gemacht, dass der Körper zur Ruhe kommt, sich von den Strapazen des Tages erholt und ... mehr lesen  
Mit Rückenschmerzen ins Bett? Dieses Schicksal teilen viele Menschen. Nur wenige können die Fehlhaltungen des Tages über die Nacht ausgleichen.
Boxspringbett Paul.
Publinews Nur in einem auf die eigenen Bedürfnisse individuell angepasstem Bett, lässt sich der ... mehr lesen  
Publinews Hörgeräte können das Leben erleichtern und ihm eine ganz neue Qualität geben. Allerdings bringen sie auch erst einmal eine Umstellung mit ... mehr lesen  
Es ist wichtig die Geräte den grössten Teil des Tages zu tragen und so dafür zu sorgen, dass sich die Ohren und auch der Kopf daran gewöhnen.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 0°C 2°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregen wechselnd bewölkt
Basel 1°C 5°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt
St. Gallen -1°C 0°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig immer wieder Schnee wechselnd bewölkt
Bern -1°C 1°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregen wechselnd bewölkt
Luzern 0°C 2°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen sonnig
Genf 2°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Lugano 2°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten