Sieg für Regierungskoalition in Kolumbien
Santos erhält bei Wahl Mandat für Friedensgespräche
publiziert: Montag, 10. Mrz 2014 / 08:44 Uhr / aktualisiert: Montag, 10. Mrz 2014 / 17:38 Uhr
Die Zentrums-Koalition des Staatschefs Juan Manuel Santos gewinnt die Parlamentswahlen.(Archivbild)
Die Zentrums-Koalition des Staatschefs Juan Manuel Santos gewinnt die Parlamentswahlen.(Archivbild)

Bogotá - Bei den Parlamentswahlen in Kolumbien hat Präsident Juan Manuel Santos klare Rückendeckung für die Friedensgespräche mit der linken Guerillagruppe FARC erhalten. Seine konservative Drei-Parteien-Koalition ging als stärkste Kraft aus den Wahlen am Sonntag hervor.

6 Meldungen im Zusammenhang
Trotz einer Beteiligung von nur rund 40 Prozent der Wahlberechtigten wurde dies als klare Zustimmung für den politischen Kurs des Präsidenten gewertet.

Santos' Drei-Parteien-Koalition gewann 47 der 102 Sitze im Senat und 91 der 163 Mandate im Unterhaus, wie die Wahlkommission nach Auszählung fast aller Stimmzettel mitteilte. Das Ergebnis sei ein "wichtiges Zeichen für das Land und die ganze Welt, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung Frieden will", sagte der Präsident, der sich am 25. Mai selbst zur Wiederwahl stellen muss.

Allerdings kann Santos die Wahl nicht allein als Erfolg verbuchen: Bei der Abstimmung wurde auch sein Rivale Uribe, der seit Beginn der Gespräche mit der FARC vehement Front gegen einen Ausgleich mit den Aufständischen macht, in den Senat gewählt.

Uribes Partei Demokratisches Zentrum wurde zweitstärkste Kraft, so dass der Ex-Präsident nun Oppositionsführer ist. Seine Partei wird die Verhandlungen zwar nicht blockieren, aber doch behindern können.

Versöhnungsangebot

Santos sandte nach der Wahl ein Versöhnungsangebot an Uribe. "Ich will auch Senator Uribe gratulieren. Ich hoffe, wir können Hass und Groll beiseite lassen und für das Land arbeiten", sagte der Präsident. Uribe, dessen Vater 1983 von der FARC ermordet wurde, hatte vor der Wahl dem Präsidenten Verrat vorgeworfen, weil er die Guerilleros zu "politischen Akteuren" gemacht und ihnen einen Bühne geboten habe.

Uribes gutes Abschneiden wurde von Analysten als wichtiger Erfolg gewertet, der auch die weitere Politik bestimmen könnte. Uribe hatte während seiner Amtszeit von 2002 bis 2010 Gespräche mit den Aufständischen abgelehnt.

Santos war unter Uribe als Verteidigungsminister für die Militäroperation verantwortlich, bei der zahlreiche Mitglieder der FARC-Führung getötet wurden. Nach seinem Amtsantritt als Präsident setzte er sich jedoch für eine politische Lösung ein.

In Kolumbien wird seit einem halben Jahrhundert gekämpft. Neben der FARC und einer weiteren linken Rebellengruppe sind rechte Paramilitärs und kriminelle Banden in den Konflikt verwickelt. Alle Gruppen sind direkt oder indirekt im Drogenhandel engagiert.

Bei den Gesprächen mit der FARC in Havanna soll eine umfassende und dauerhafte Lösung des Konflikts erreicht werden, in dem seit der Gründung der FARC 1964 hunderttausende Menschen getötet wurden.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bogotá - Die Kolumbianer bestimmen ihren nächsten Präsidenten in einer ... mehr lesen
Juan Manuel Santos peilt seine nächste Amtzeit als Präsident an.
Bogota - Die Bürgerinnen und Bürger in Kolumbien haben am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. Der Urnengang galt auch als Abstimmung über die Friedensgespräche mit den FARC-Rebellen. Staatschef Juan Manuel Santos strebt eine zweite Amtszeit an. mehr lesen 
Der Kampf gegen den Drogenhandel in Kolumbien ist weiterhin ein grosses Thema. (Symbolbild)
Bern - Die kolumbianische Regierung und die linken FARC-Rebellen haben bei ihren Friedensverhandlungen in Kuba einen weiteren Teilerfolg erzielt. Es sei eine Übereinkunft über den Kampf ... mehr lesen
Havanna - Die kolumbianischen ... mehr lesen
In Kolumbien soll es für eine kurze Zeit ruhig sein.
Bogotá - In Kolumbien hat am Sonntag die Parlamentswahl begonnen. Die Zentrums-Koalition um Staatschef Juan Manuel Santos kann nach letzten Umfragen mit einer knappen Mehrheit rechnen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bogotá - Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos strebt eine zweite Amtszeit an. In einer Fernsehansprache erklärte der Mitte-Rechts-Politiker am Mittwoch, er wolle bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr kandidieren. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten Erhebung für den «Daily Telegraph» behaupten die Befürworter eines Verbleibs in der EU mit 51 gegen 46 Prozent zwar eine Mehrheit. mehr lesen  
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat ... mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am Sonntag im zweiten Wahlgang 55,8 Prozent der Stimmen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 10°C 13°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 12°C 10°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 10°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Schneeregenschauer
Bern 7°C 12°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 10°C 13°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Genf 8°C 12°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten