Eiskunstlauf
Sarah Meier: «Ich blende aus, was gewesen ist»
publiziert: Donnerstag, 27. Jan 2011 / 09:02 Uhr
Sarah Meier geht ihren letzten Wettkampf positiv an.
Sarah Meier geht ihren letzten Wettkampf positiv an.

Obwohl die Vorbereitung auf die Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Bern alles andere als optimal verlaufen ist, geht Sarah Meier ihren letzten Wettkampf positiv an. Sie strebt eine Platzierung in den Top 5 an.

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Dass Meier am Freitag (Kurzprogramm) und Samstag (Kür) in der PostFinance-Arena überhaupt läuft, verdient allerhöchste Anerkennung. Wohl manch andere Athletin in ihrer Situation hätte schon lange aufgegeben, doch die 26-jährige Bülacherin verfügt über einen enormen Willen. Es kam für sie nicht in Frage, die Karriere mit einem 26. WM-Platz zu beenden.

Deshalb nahm Meier einige Strapazen auf sich und trotzte sämtlichen Rückschlägen. Den grössten erlitt sie Ende Oktober, als sie sich in Kingston beim Training für den Grand Prix «Skate Canada» einen Bänderanriss im Fuss zuzog. Von dieser Verletzung hat sie sich bis heute nicht vollends erholt, weshalb sie mit Ausnahme der Anfang Oktober stattgefundenen Japan Open in Saitama, wo nur eine Kür auf dem Programm gestanden hatte, noch keinen Wettkampf in dieser Saison bestreiten konnte.

Die Trainings waren ein «ständiges Auf und Ab.» Die hundertprozentige Sicherheit sei nicht da, sagte Meier. Sie müsse sich in jedem Training enorm anstrengen. Den Lutz und Flip konnte sie auf Grund der Fussprobleme nur beschränkt üben. Auf den Rittberger verzichtet sie.

Letzte Chance

Die Voraussetzungen sind zwar keineswegs ideal, doch Meier schaut nur vorwärts. «Ich blende aus, was gewesen ist. Alles, was war, zählt nicht mehr», sagt die Zürcher Unterländerin. Sie spüre eine positive Anspannung, sei voller Tatendrang. Überhaupt hier zu sein, sei schon positiv. Anfang Januar habe sich noch nicht gewusst, ob sie teilnehmen könne. Es sei nicht selbstverständlich, dass sie noch ein recht gutes Niveau erreicht habe, fuhr Meier fort. Ihren Fitnessstand bezeichnete sie als «sehr gut». «Ich konnte neben dem Eis immer sehr gut trainieren.»

Meiers eigene Erwartungen sind hoch. «Es ist meine letzte Chance, mein letzter Kampf.» Sie müsse nachher mit dem Gezeigten weiterleben. Zufrieden ist sie dann, wenn sie ihre Trainingsleistungen zumindest bestätigen kann. Denn sie weiss, dass eine gute Platzierung herausschauen wird, wenn sie ihr Potenzial abruft.

Realistisch ist für Meier Rang 5. «Wenn ich das Optimum bringe, kann ich es dorthin schaffen», so die achtfache Schweizer Meisterin. «Carolina (Kostner), Kiira (Korpi) und die beiden Russinnen (Alena Leonowa, Ksenia Makarowa) stufe ich besser ein.» Zudem habe es jedes Jahr jemanden gegeben, der nach vorne gedrungen sei. Aber natürlich träumt die von ihrer Tante Eva Fehr betreute Läuferin des Bülacher Eislaufclubs von ihrer dritten EM-Medaille, nachdem sie 2007 und 2008 jeweils Silber gewonnen hat.

Älteste Starterin bei den Frauen

Am Freitag wird Meier erstmals in einem Wettkampf ihr neues Kurzprogramm präsentieren. Ob dies ein Nachteil ist, werde sie nach ihrem Auftritt sehen. Sie könne zwar nicht einschätzen, wie die Pirouetten und Schritte bewertet werden würden, aber dies sei sowieso von Wettkampf zu Wettkampf verschieden. Sie weiss zumindest, «auf was ich besonders achten muss». Zu den tiefen Temperaturen in der ungeheizten PostFinance-Arena sagte sie: «Ich hasse Kälte. Doch es sind für alle die gleichen Bedingungen.» Sie setzt allerdings ein Fragezeichen dahinter, ob unter diesen Umständen Topleistungen möglich sind.

Meier bestreitet bereits ihre zehnten Europameisterschaften, wobei sie die älteste Starterin im Frauen-Wettbewerb ist. Sie ist nur noch deshalb dabei, weil die Titelkämpfe in ihrer Heimat stattfinden, wo eine «familiäre Situation» herrscht. Doch Sentimentalitäten versucht sie keine aufkommen zu lassen. «Ich bereite mich so vor wie immer», erklärte Meier. «Wenn ich gut laufe, werde ich es geniessen.» Ein guter Abschluss wäre ihr zu gönnen.

(bg/Si)

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