Olympia: Eiskunstlauf
Sarah Meier fiel nach Sturz auf Rang 13 zurück
publiziert: Freitag, 22. Feb 2002 / 07:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Feb 2002 / 09:05 Uhr

Salt Lake City - Sarah Hughes ist Olympiasiegerin im Eiskunstlauf. Die Amerikanerin gewann in Salt Lake City nach der Kür vor der Russin Irina Slutskaja und ihrer Landsfrau Michelle Kwan. Die Schweizerin Sarah Meier platzierte sich auf dem 13. Rang.

Die Kür der Eiskunstläuferinnen bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City endete mit einer Sensation. Weder die amerikanische Weltmeisterin und Topfavoritin Michelle Kwan (3.) noch die Russin Irina Slutskaja (2.) gewann die Goldmedaille, sondern die erst 16-jährige Sarah Hughes (USA).

Die Entscheidung fiel mit einer 5:4-Mehrheit äusserst knapp zugunsten von Hughes aus, die nach dem Kurzprogramm noch im vierten Rang gelegen hatte. Die punktgleiche Slutskaja musste sich wegen der schlechter gewerteten Kür wie bereits an den vergangenen zwei Weltmeisterschaften mit Rang 2 begnügen. Wieder eine der knappen Entscheidungen zu Ungunsten russischer Wettkämpfer in Salt Lake City, gegen welche die Teamleitung inzwischen allergisch ist.

Doch der Sieg von Hughes geht absolut in Ordnung. Die WM-Dritte zeigte ein technisch hochstehendes Programm und ernete bereits vor dessen Ende tosenden Applaus von den 16 500 Zuschauern im ausverkauften Salt Lake City Ice Center. Hughes stand sieben Dreifachsprünge, vier davon -- Dreifach-Salchow/Dreifach-Rittberger sowie Dreifach-Toeloop/Dreifach-Rittberger -- in selten gesehenen Kombinationen vorgeführt. Dabei blieb sie praktisch fehlerlos.

"Das ist etwas, wovon ich immer geträumt habe", erklärte eine überglückliche Hughes. "Ich sagte zu mir, dass ich nichts zu verlieren habe. Ich wollte einfach eine Medaille, welche war mir egal." Dass Hughes an den amerikanischen Meisterschaften hinter Kwan und Sasha Cohen nur Dritte geworden war, bezeichnete sie als Vorteil. Wäre ich besser klassiert gewesen, hätten die Leute mehr von mir erwartet.

Auch Slutskaja, die als Letzte an der Reihe war, bot mit sechs Dreifachsprüngen eine starke Leistung. Den Dreifach-Flip stand sie allerdings nur mit grösster Mühe. Die vor kurzem 23 Jahre alt gewordene Russin erhielt wie bereits im Kurzprogramm die höchsten A- Noten, einmal mehr wurde ihr allerdings die Ausstrahlung zum Verhängnis.

"Ich bin heute gut gelaufen, aber es ist enttäuschend, erneut wegen der B-Note verloren zu haben", erklärte Slutskaja leicht resigniert. "Ich habe stark an der Präsentation gearbeitet, und ich glaube, dass ich grosse Fortschritte erzielte." Für die vierfache Europameisterin und vierfache WM-Zweite war es die erste Olympia- Medaille. Vor vier Jahren in Nagano war Slutskaja Fünfte.

Für Kwan, die sich im vergangenen Herbst von ihrem langjährigen Trainer Frank Carroll getrennt hatte und von ihrem Vater betreut wird, hätte es die Krönung einer grandiosen Karriere werden sollen. Nur noch der Olympiasieg fehlte der vierfachen Welt- und sechsfachen amerikanischen Meisterin noch im Palmarès. Doch die 21- jährige 'Queen of Hearts' hielt dem grossen Erwartungsdruck -- praktisch die ganze Nation erwartete Gold von ihr -- nicht stand.

Bei der Kombination Dreifach-Toeloop/Zweifach-Toeloop landete Kwan beim ersten Sprung auf beiden Füssen und beim Dreifach-Flip stürzte sie. Da half ihr auch die einzigartige Ausstrahlung und die wunderbare Arabeske nichts mehr. "Ich habe einige Fehler gemacht, bin aber stark weitergelaufen. Es sollte nicht sein", sagte Kwan. Vor vier Jahren hatte Kwan hinter der damals 15-jährigen Tara Lipinski Silber geholt.

Die 17-jährige Cohen fiel in ihren ersten internationalen Meisterschaften bei den Erwachsenen noch vom dritten auf den vierten Platz zurück. Gar nur auf Rang 6 kam die russische Europameisterin Maria Butyrskaja. Die mit 29 Jahren ältesten Läuferin im Feld zeigte in ihren Sprüngen einige Unsicherheiten und verliess den 'Kiss-and-Cry-Corner' völlig niedergeschlagen bereits vor der Bekanntgabe der B-Note.

Nervöse Sarah Meier fiel auf Rang 13 zurück

Die 17-jährige Bülacherin Sarah Meier fiel im Kürlaufen der Frauen vom 9. auf den 13. Platz zurück. Grosse Nervosität und ein Sturz beim dreifachen Toeloop verhinderten ein ebenso gutes Resultat wie im Kurzprogramm zwei Tage zuvor.

Im längeren 'Finale' wirkte sich Sarah Meiers sechswöchiger Trainingsrückstand bedeutend stärker aus als im Kurzprogramm. Sie lief weniger schwungvoll; so schaute nur der 16. Platz in der Kür heraus. Als insgesamt 13. und achtbeste Europäerin war insgesamt dennoch eine klare Steigerung gegenüber den EM Mitte Januar in Lausanne (13.) zu erkennen. Ihre Darbietung lag auch im Rahmen ihres letztjährigen WM-Ergebnisses als Zwölfte.

"Mir wurde fast schlecht vor Nervosität", sagte Meier, "es war unglaublich." Nach dem Einlaufen kam es ihr vor "wie eine Ewigkeit", bis sie endlich als vierte Läuferin der dritten Sechsergruppe antreten konnte. Erst mit Beginn des Programms habe sich die Nervosität gelegt. Die unerwartet gute Ausgangslage als Neunte des (zu einem Drittel in die Wertung gelangenden) Kurzprogramms hatte ihr offensichtlich unbewusst zu schaffen gemacht.

Insgesamt sei sie zufrieden, erklärte Meier, ihr ursprüngliches Ziel für die Olympische Spiele sei der 15. Rang gewesen. Weshalb sie gestürzt war, wusste sie nicht. "Das darf mir in Zukunft nicht mehr passieren." Anderseits war sie froh, endlich einmal in einem Wettkampf den dreifachen Rittberger gestanden zu haben, wenn auch mit kleiner Unsicherheit. "Ich kann mich jedenfalls steigern", sagte sie; das will sie schon bei den WM im März in Nagano tun -- und mit Arbeit in der Schweiz den Trainingsrückstand weiter verkleinern. Während ihrem Aufenthalt in Salt Lake City war es nur einmal möglich, im Training die Kür voll zu laufen, etwas, das sie zu Hause täglich tut.

Der Schweizer Teamchef Georg Krummenacher stellte fest, dass es richtig gewesen sei, Sarah trotz Rückstand im Januar noch für Olympia zu selektionieren. Entwicklungsfähig bei ihr sei vor allem der Schwung. "Mit mehr Schwung ergeben sich bessere Ausläufe aus den Elementen und dadurch zwangsläufig bessere Noten sowohl in der technischen wie in der künstlerischen Wertung."

Das Niveau im Frauen-Eislauf sei stark gestiegen, hielt Krummenacher fest, es werden immer weniger Fehler begangen. 14 fehlerlose Kurzprogramme wie in Salt Lake City habe es seit Jahren nicht mehr gegeben; auch in der Kür blieben grosse Fehler im Bereich der Läuferinnen zwischen den Rängen 8 und 15 aus. "Insofern lief es nicht für Sarah."

Salt Lake City. Ice Center. Frauen.
Schlussklassement:


1. Sarah Hughes (USA) 3,0.
2. Irina Slutskaja (Russ) 3,0.
3. Michelle Kwan (USA) 3,5.
4. Sasha Cohen (USA) 5,5.
5. Fumie Suguri (Jap) 8,5.
6. Maria Butyrskaja (Russ) 8,5.
7. Jennifer Robinson (Ka) 11,0.
8. Julia Sebestyen (Un) 11,0.
9. Viktoria Woltschkowa (Russ) 16,0.
10. Silvia Fontana (It) 17,5.
Ferner: 13. Sarah Meier (Sz) 20,5.
24 Läuferinnen für die Kür qualifiziert.

Kür:
1. Hughes.
2. Slutskaja.
3. Kwan.
4. Cohen.
5. Suguri.
6. Butyrskaja.
7. Robinson.
8. Sebestyen.
9. Elina Kettunen (Fi).
10. Woltschkowa.
Ferner: 16. Meier.

(sk/sda)

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