Sarkozy empfängt Ingrid Betancourt in Paris
publiziert: Freitag, 4. Jul 2008 / 16:42 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Jul 2008 / 19:07 Uhr

Paris - Die franko-kolumbianische Ex-Geisel Ingrid Betancourt ist in Frankreich eingetroffen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla nahmen Betancourt auf einem Militärflughafen bei Paris in Empfang.

«Ich verdanke Frankreich mein Leben», sagte Ingrid Betancourt.
«Ich verdanke Frankreich mein Leben», sagte Ingrid Betancourt.
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«Ich habe fast sieben Jahre lang auf diesen Moment gewartet», sagte Betancourt mit belegter Stimme kurz nach ihrer Ankunft. «Ich habe so viel aus Schmerz und Erniedrigung geweint. Heute weine ich aus Freude.»

Betancourt bedankte sich bei der französischen Regierung, die einen gewaltsamen Militäreinsatz verhindert habe. «Sie haben mein Leben gerettet», sagte sie. Sarkozy nahm Betancourt herzlich in den Arm. «Ganz Frankreich freut sich, dass Sie da sind. Wir sind beeindruckt von Ihrem Lächeln, Ihrer Kraft», sagte er.

Die 46-Jährige wurde von ihren beiden Kindern Melanie und Lorenzo sowie vom französischen Aussenminister Bernard Kouchner begleitet. Anschliessend ist ein Empfang im Élysée-Palast geplant.

Besuch beim Papst

Am Samstag soll die Ex-Geisel im französischen Militärspital von Spezialisten untersucht werden. Vor wenigen Wochen hatte es geheissen, Betancourt sei sterbenskrank. Kurz nach ihrer Befreiung wirkte sie abgemagert, aber überraschend stabil. Betancourt wird in der kommenden Woche auch von Papst Benedikt XVI. empfangen.

20 Millionen Lösegeld?

Das Westschweizer Radio RSR berichtete dagegen, die spektakuläre Befreiung am Mittwoch sei inszeniert gewesen. Die FARC-Rebellen hätten rund 20 Millionen Dollar für Betancourt und die 14 weiteren Geiseln bekommen.

Hinter der Aktion stünden die USA, berichtete RSR unter Berufung auf eine ungenannte «glaubhafte und in den vergangenen Jahren mehrfach erprobte» Quelle. Unter den Freigelassenen sind auch drei US-Bürger, die laut RSR für das FBI gearbeitet haben sollen.

Die französische Regierung erklärte, sie habe nichts gezahlt, wenn es denn Zahlungen gegeben habe. Auch Kolumbiens Militärchef Freddy Padilla sagte im Radio, sein Land habe «keinen Centavo» für die Befreiung gezahlt. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wollte sich nicht zu den RSR-Informationen äussern.

Kurz vor dem Abflug nach Frankreich rief Betancourt die FARC zu Friedensgesprächen mit der Regierung auf und forderte von den Rebellen, alle ihre etwa noch 700 Geiseln freizulassen.

(smw/sda)

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