Sarkozy übernimmt heikles Dossier
publiziert: Sonntag, 2. Apr 2006 / 16:32 Uhr

Paris - Zwei Tage vor dem fünften nationalen Protesttag gegen den Abbau des Kündigungsschutzes in Frankreich hat Präsident Jacques Chirac das umstrittene Gesetz in Kraft gesetzt. Das Gesetz soll nach Chiracs Willen aber nicht angewandt werden.

Nicolas Sarkozy soll nun die Wogen glätten.
Nicolas Sarkozy soll nun die Wogen glätten.
7 Meldungen im Zusammenhang
Vielmehr soll es durch ein neues Gesetz modifiziert werden, das die Hauptkritikpunkte der Gegner berücksichtigt.

Der Fraktionschef der Regierungspartei UMP, Bernard Accoyer, rief die Gewerkschaften dafür zu Gesprächen «ohne Tabus» auf und zeigte damit seine Bereitschaft, das umstrittene Gesetz nachträglich zu beerdigen.

Die französischen Sozialisten hingegen haben die Franzosen aufgerufen, an den Massendemonstrationen am kommenden Dienstag teilzunehmen.

Sozialistenchef François Hollande kündigte einen Gesetzentwurf der Opposition an, der vor allem den umstrittenen Ersteinstellungsvertrag CPE aufheben soll.

Villepin gibt Fehler zu

Premierminister Dominique de Villepin räumte erstmals Fehler ein. «Bei jeder Aktion gibt es Fehler», erklärte der Politiker in der Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche» und bedauerte, dass sein Vorgehen nicht verstanden wurde.

Chirac will, dass die strittigsten Punkte «schnellstmöglich» vom Parlament ausgeräumt werden. Das heikle Dossier befindet sich nun in den Händen der Regierungspartei UMP, dessen Vorsitzender Nicolas Sarkozy ist.

Der Innenminister und Villepin-Rivale lobte die «Weisheit» des Präsidenten. Laut einem Sprecher Sarkozys hat der Minister bereits informell Kontakt zu den Gewerkschaften aufgenommen.

Nach der Ansprache Chiracs an die Nation am vergangenen Freitagabend protestierten erneut Tausende Schüler, Studenten und Gewerkschafter gegen das Gesetz. Es kam dabei auch wieder zu Ausschreitungen.

(rr/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Bei den schweren Krawallen ... mehr lesen
Allein in Paris gab es rund 380 Festnahmen.
Allein in der Hauptstadt Paris zählten die Gewerkschaften 700 000 Teilnehmende.
Paris - Am fünften Protesttag gegen ... mehr lesen
Paris - Im französischen Reformstreit ... mehr lesen
Studenten und Schüler wollen dem Ersteinstellungsvertrag «den Todesstoss versetzen».
Am Dienstag waren je nach Zählung landesweit eine bis drei Millionen Menschen auf die Strasse gegangen.
Paris - Am Tag nach den Streiks ... mehr lesen
Paris - Am Rande der Proteste ... mehr lesen
Demonstranten versuchten, das öffentliche Leben lahmzulegen, Polizei räumt Gleise.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Premierminister de Villepin kämpft um sein politisches Überleben.
Paris - Tag der Entscheidung in ... mehr lesen
Paris - In den Streit um die ... mehr lesen
Für Premierminister Dominique de Villepin beginnt die «Woche aller Gefahren».
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen  
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum laufenden Budget deutlich genehmigt. Vor allem die zusätzlichen Kosten für das Asylwesen gaben aber im Rat zu reden. mehr lesen   1
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis Schweiz als Pilotgemeinde ausgewählt. Bereits wurden 100 Objekte erfasst. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 4°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 7°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
St. Gallen 4°C 3°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Bern 6°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Luzern 5°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Genf 6°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt, wenig Regen
Lugano 5°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten