Affäre Gaddafi
Sarkozys Ex half bei der Geiselbefreiung
publiziert: Mittwoch, 9. Okt 2013 / 17:32 Uhr
Max Göldi war bis Juni 2010 in Libyen gefangen.
Max Göldi war bis Juni 2010 in Libyen gefangen.

Bern - Sie, Cécilia Attias, habe 2010 eine wesentliche Rolle bei der Befreiung der beiden Schweizer Geiseln in Libyen gespielt. Dies schreibt die Ex-Frau des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in ihrem Buch «Lust auf die Wahrheit» (Une envie de vérité).

3 Meldungen im Zusammenhang
«Ich habe zwei oder drei Stunden mit dem libyschen Premierminister gesprochen, ausserdem hatte ich ein langes Telefongespräch mit Oberst Gaddafi geführt», bestätigte sie in einem am Mittwoch erschienenen Interview in der Waadtländer Tageszeitung «24 heures».

Schliesslich sei unter der Hand ein Abkommen zwischen der Schweiz und Libyen über Zahlungen zustande gekommen, schrieb Attias in ihrem Buch, das am Mittwoch auf den Markt kam. «Dafür, dass man mir zugehört hat, glaube ich war meine Willenskraft ausschlaggebend», fügte sie im Interview an.

Der libysche Premierminister habe ihr eine Karikatur von sich gezeigt, die im Zusammenhang mit der Befreiung der bulgarischen Krankenschwestern in der Presse erschienen ist und zu ihr gesagt: «Sie verstehen hoffentlich, dass ich mich nicht ein zweites Mal lächerlich machen kann, indem ich die Schweizer freilasse.»

Eine Geisel blieb in Gefangenschaft

Damit war ausgeschlossen, dass die beiden Schweizer Geiseln mit Cécilia und ihrem heutigen Ehemann, Richard Attias, ausreisen durften. «Ich denke, Richard und ich haben mitgeholfen, die Befreiung der Geiseln zu vereinfachen», sagte Frankreichs ehemalige Première Dame.

Während eine der beiden Schweizer Geiseln, Rachid Hamdani, schliesslich Ende Februar 2010 in die Schweiz zurückkehren konnte, musste Max Göldi noch bis Juni ausharren, bis er frei war - also mehrere Monate, nachdem Cécilia in Tripolis war.

Sie habe geglaubt, beide könnten nach ihrem Besuch sofort nachhause reisen, sagte sie. Zum Abkommen über etwaige Zahlungen seitens der Schweiz wollte sich die Ex-Frau von Sarkozy auf Nachfrage nicht äussern. «Es obliegt den Schweizer Behörden, darauf zu antworten.»

Im Rahmen dieser Affäre habe die Schweiz zu Gunsten Libyens eine Summe von 1,5 Millionen Franken als Kompensation für illegal publizierte Fotos von Hannibal, dem Sohn Gaddafis, ausbezahlt, hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda seitens des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Das Geld war auf ein blockiertes Konto in Deutschland überwiesen worden.

Ende gut

Dank der Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden in Berlin sei es der Schweiz gelungen, das Geld im Juni 2011 zu retten, hiess es weiter. Cécilia Attias habe wie andere auch während der Krise mit Libyen «effektiv eine positive Rolle» gespielt, liess das EDA verlauten.

Man habe aber damals mit mehreren Leuten zusammengearbeitet, die bei der Befreiung der Geiseln mithelfen konnten, sagte das EDA. So habe das Engagement Deutschlands und Spaniens, welches damals die EU präsidierte, dazu beigetragen, dass es zu einem guten Ende gekommen sei.

(fajd/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Nyon VD - Der bis 2010 in Libyen als Geisel gefangen gehaltene Rachid ... mehr lesen
Rachid Hamdani, 2010 als Geisel in Libyen festgehalten.
Sarkozys Ex-Frau hat sich für Freilassung von Max Göldi eingesetzt.
Bern - Die Ex-Frau von Nicolas ... mehr lesen
Bern - Der Fall von Max Göldi und ... mehr lesen 3
Der Fall von Max Göldi und Rachid Hamdani zeigt, wie willkürlich die libysche Justiz sein kann.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Bei Kämpfen zwischen Angehörigen und Einwohnern der Stadt sind im Nordwesten Libyens vier Menschen getötet worden. (Symbolbild)
Bei Kämpfen zwischen Angehörigen und ...
Nordwesten  Tripolis - Bei Kämpfen zwischen Angehörigen eines Stamms und Einwohnern der Stadt Sawija sind im Nordwesten Libyens vier Menschen getötet worden. Wie Regierungschef Ali Seidan am Samstag sagte, wurden bei den Auseinandersetzungen vom Donnerstag zudem mehrere Menschen verletzt. mehr lesen 
Gaddafi-Geisel Hamdani muss nicht bezahlen  Nyon VD - Der bis 2010 in Libyen als Geisel gefangen gehaltene Rachid Hamdani muss seinem ... mehr lesen  
Rachid Hamdani, 2010 als Geisel in Libyen festgehalten.
Beziehung Schweiz-Libyen normalisiert sich  Tripolis - Libyen hat am Montag offiziell die Aufhebung des Wirtschafts- und Handelsboykotts gegen die Schweiz bekannt gegeben. Die Massnahme war vom langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi im März 2010 angeordnet worden. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 3°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 3°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen 3°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Bern 0°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern 5°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 2°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Lugano 5°C 13°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten