Streit gerät ausser Fugen
Saudi-Arabien kappt die diplomatischen Beziehungen zum Iran
publiziert: Sonntag, 3. Jan 2016 / 22:28 Uhr
Nach der Hinrichtung eines Geistlichen kappt Saudi-Arabien  iranische Beziehungen.
Nach der Hinrichtung eines Geistlichen kappt Saudi-Arabien iranische Beziehungen.

Teheran/Riad - Nach der Hinrichtung eines prominenten schiitischen Geistlichen und Regimekritikers in Saudi-Arabien eskaliert der Streit zwischen dem Königreich und dem Iran. Saudi-Arabien erklärte am Sonntag, die Beziehungen zum Iran würden abgebrochen.

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Anlass sei die Erstürmung der saudiarabischen Botschaft in Teheran am Vortag. Die diplomatische Vertretung des Iran und iranische Einrichtungen seien aufgefordert worden, Saudi-Arabien innerhalb von 48 Stunden zu verlassen, teilte Aussenminister Adel al-Dschubeir in Riad mit. Das Königreich werde es dem Iran nicht erlauben, seine Sicherheit zu untergraben.

Im schiitischen Iran hatte die Hinrichtung des Geistlichen Nimr al-Nimr zu scharfen Protesten geführt. Der oberste geistliche und politische Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, drohte den Politikern des sunnitischen Saudi-Arabiens mit der «Rache Gottes».

Die einflussreichen iranischen Revolutionsgarden kündigten dem Königshaus eine «scharfe Vergeltung» an. In Teheran stürmten aufgebrachte Demonstranten in der Nacht zum Sonntag die saudiarabische Botschaft.

Al-Nimr war am Samstag in Saudi-Arabien zusammen mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorvorwürfen hingerichtet worden. Der 56-Jährige war ein entschiedener Gegner des erzkonservativen sunnitischen Königshauses in Riad.

Er hatte im Arabischen Frühling im Jahr 2011 die Abspaltung der östlichen Regionen Katif und Al-Ihsaa befürwortet, in denen die meisten der rund zwei Millionen Schiiten Saudi-Arabiens leben. Im Oktober 2014 wurde al-Nimr in Saudi-Arabien wegen Aufwiegelung, Ungehorsams und Waffenbesitzes zum Tode verurteilt.

 

(pep/sda)

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