Schwere Spannungen
Saudi-Arabien verteidigt Massenhinrichtung
publiziert: Dienstag, 5. Jan 2016 / 06:25 Uhr
Die Massenhinrichtung führte zu schweren Auseinandersetzungen in der Golfregion. (Symbolbild)
Die Massenhinrichtung führte zu schweren Auseinandersetzungen in der Golfregion. (Symbolbild)

New York - Saudi-Arabien hat die umstrittene Hinrichtung von 47 Menschen wegen Terrorismus-Vorwürfen verteidigt. Die Angeklagten hätten faire und gerechte Verfahren ohne Berücksichtigung ihrer religiösen Zugehörigkeit gehabt.

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So hiess es am Montag in einer Erklärung der saudiarabischen Vertretung bei den Vereinten Nationen. Das Königreich bedauere zutiefst, dass UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sich besorgt über die Vorwürfe gegen die Delinquenten und die Prozesse geäussert habe.

Die Massenhinrichtung am Wochenende hat zu schweren Spannungen in der Golf-Region geführt. Unter den im sunnitischen Saudi-Arabien Exekutierten war auch der prominente schiitische Geistliche und Kritiker des Königshauses, Nimr al-Nimr. Dessen Tod hatte insbesondere im schiitischen Iran heftige Proteste ausgelöst.

Nachdem aufgebrachte Demonstranten die saudiarabische Botschaft in Teheran gestürmt hatten, brach Saudi-Arabien seine diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Die beiden Länder ringen um die Vormachtstellung in der Region.

UNO-Sicherheitsrat verurteilt Angriff

Der UNO-Sicherheitsrat hat den Angriff auf die saudiarabische Botschaft in Teheran verurteilt. In einer am Montag (Ortszeit) in New York veröffentlichten Erklärung des Gremiums wird der Iran nachdrücklich aufgefordert, «diplomatisches und konsularisches Eigentum und Personal zu schützen und den internationalen Verpflichtungen auf diesem Gebiet voll nachzukommen».

Zugleich rief der Sicherheitsrat alle Seiten zum Dialog und zum Abbau der Spannungen in der Region auf. Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen, der den Sturm wütender Demonstranten auf die Botschaft ausgelöst hatte, wurde in der Erklärung nicht erwähnt.

Gegensätzliche Interessen in Syrien und Jemen

Die gegensätzlichen Interessen Saudi-Arabiens und Irans zeigen sich derzeit vor allem in den Konflikten in Syrien und im Jemen: Teheran unterstützt im Gegensatz zu Riad in Syrien Machthaber Baschar al-Assad und im Jemen die schiitischen Huthi-Rebellen, die wiederum von einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition bekämpft werden.

Wegen der verschärften Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran wird befürchtet, dass die jüngsten Friedensbemühungen für Syrien und den Jemen zum Erliegen kommen.

Dazu sagte der saudiarabische UNO-Botschafter Abdallah al-Muallimi am Montag vor Journalisten in New York: «Von unserer Seite aus soll es keine Auswirkungen geben. Wir werden weiter sehr hart arbeiten, um die Friedensbemühungen für Syrien und den Jemen zu unterstützen.»

Gleichzeitig warf er dem Iran aber vor, die Bemühungen um einen Frieden in Syrien bislang nicht besonders unterstützt zu haben. Am 25. Januar sollen in Genf Gespräche zwischen den syrischen Konfliktparteien beginnen.

(bg/sda)

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Ja aber
Es gibt noch viele Länder mit Todesstrafen. Malaysia, Indonesien, Myanmar, UAE, etc. und vor allem auch die USA.

Meine Meinung zur Todesstrafe ist geteilt. Man geht davon aus, dass in USA rund 10 % der Todeskandidaten zu unrecht verurteilt wurden. In diesem Fall ist es staatlicher Mord. Zudem hängt es in den USA stark davon ab, wieviel Geld man für seine Verteidigung hat und ob man Schwarzer oder Weisser ist. Selbst geistig behinderte Straftäter werden in den USA hingerichtet. Mit Gerechtigkeit hat das nicht immer viel zu tun.

Nimmt man noch die Drohnenangriffe dazu, dann dürfte Saudi Arabien im Vergleich zu den USA ein Mückenschiss sein. Auch Drohnenangriffe sind präsidiale Todesurteile, wobei es hier dazu auch noch Unschuldige treffen kann. Ich bin nicht gegen Drohnenangriffe, wenn zum Beispiel Terroristen in einem Auto auf einer Landstrasse ausgeschaltet werden. Sobald aber Zivilisten Opfer werden können, bin ich wie Herr Frei, der das hier gut vertreten hat, auch dagegen.

Ich befürworte jedoch die Todesstrafe bei Genozid, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Massenmord durch Terrorismus. Mit einem Henker der IS oder einem Warlord der Babys abschlachtet kann man nicht diskutieren. Dieser humane Dreck gehört weg und für immer entsorgt.
In...
KSA hat man erst kürzlich 100 neue Henker eingestellt und ausgebildet. Die schaffen es in Rekordtempo 47 Todesurteile öffentlich durch Hängen und Köpfen zu vollstrecken. In Texas brauchen dagegen die Justizbehörden im Schnitt 10,5 Jahre bis zur Vollstreckung jedes einzelnen Todesurteils, weil erst danach alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind. Sowas nennt man dort lediglich "Orientalische Produktivität".
Nur in China geht es offenbar noch schneller.
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