Sauerland: «Das war nicht mein Job»
publiziert: Donnerstag, 29. Jul 2010 / 08:49 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 29. Jul 2010 / 09:46 Uhr

Berlin - Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) hat eine Mitschuld für den tödlichen Ausgang der Loveparade von sich gewiesen. Er habe «keine einzige Genehmigung» für die Veranstaltung unterschrieben, sagte Sauerland der «Bild»-Zeitung vom Donnerstag.

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«Das ist gar nicht der Job des Oberbürgermeisters, Genehmigungen zu unterschreiben», erklärte Sauerland. Die Abschlussgenehmigung habe «einer unserer besten Kollegen» abgezeichnet.

Einen Rücktritt lehnte Sauerland erneut ab: «Ich habe mein Leben - 21 andere Menschen haben es verloren. Ich will erst wissen warum. Danach entscheide ich über persönliche Konsequenzen.»

Auch im Gespräch mit der WAZ-Gruppe vom Donnerstag wies der Oberbürgermeister eine direkte Mitschuld an der Katastrophe zurück, bei der in Folge einer Massenpanik 21 Menschen starben und mehr als 500 weitere verletzt wurden.

Politische Verantwortung

«Persönliche Verantwortung kann es nur geben, wenn es ungerechtfertigte Eingriffe in den Prozess gegeben hätte. Diese gab es aber nicht», sagte Sauerland. Es gelte nun zu klären, ob «die Verwaltung Fehler gemacht hat, oder ob sie falsch informiert wurde», sagte er mit Blick auf die Genehmigung der Loveparade.

Er trage politische Verantwortung, «nicht nur weil ich als einer von 75 Ratsherren dafür gestimmt habe, dass wir als Duisburger die Loveparade wollen». Gleichzeitig bat Sauerland die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung für die «Fehlinformation», diese seien bei der Flucht aus der Massenpanik zu Tode gestürzt.

Er habe diese Meldung nur weitergereicht. «Diese Aussage war definitiv falsch und ich entschuldige mich für diese Aussage bei allen, vor allen bei den Angehörigen der Opfer», sagte Sauerland. Die Obduktion hatte ergeben, dass die Opfer an Brustquetschungen gestorben waren und keines durch einen Sturz.

(ade/sda)

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Verkettung unglücklicher Zufälle
heisst das übrigens.

Ich bin im Moment klar gegen den Rücktritt von Sauerland. Hier schreit jeder wieder nach Verurteilung bevor Gerichtet wurde. Jeder weiss es wieder besser nur vom hören sagen.
Im Moment wissen wir alles nur aus der Presse. Diese nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau, wenn es um die Leserzahlen geht. Sie verurteil nach besten Leserquoten Personen im Voraus, sucht Schuldige für die Frontseite egal wie schuldig sie auch sind.
Abwarten bis die Untersuchungen gelaufen sind. Danach weiss man wer was gemacht hat.

Ich bin sowieso der Meinung, dass Menschenmengen für Veranstaltungen von mehr als 100 000 nicht genehmigt werden sollten.

Es gibt kein Sicherheitskonzept, das wasserdicht ist. Auch Zürich hat sein Knackpunkte und ein Restrisiko wird auch in Kauf genommen.
Ich erlebe es immer wieder, dass bei kleineren Veranstaltungen, Fluchtwege nicht offengehalten werden, Türen nicht besetzt sind, usw.
So lange nichts passierte schreit keiner danach. So brutal wie das jetzt auch klingt. Bei solchen Massenveranstaltungen wird es immer wieder Tote geben. Der Überlebenstrieb des Einzelnen machts möglich.

Mich würde nie jemand an eine solche Veranstaltung bringen.
Menschlich aber traurig...
...niemand will Schuld sein an 21 Toten, verständlich.

Aber können diese Leute noch schlafen? Ich hoffe nicht, die einzig gerechte Strafe für die Schuld an 21 Toten ist lebenslang schlaflose Nächte und Schuldgefühle.
.
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