Schändung muslimischer Gräber empört Frankreich
publiziert: Sonntag, 6. Apr 2008 / 17:28 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 6. Apr 2008 / 18:03 Uhr

Bern - Die Schändung von über hundert muslimischen Gräbern auf einem Soldatenfriedhof sorgt in Frankreich für Empörung.

148 Gräber seien auf dem Friedhof Notre-Dame-de-Lorette geschändet worden. (Archivbild)
148 Gräber seien auf dem Friedhof Notre-Dame-de-Lorette geschändet worden. (Archivbild)
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148 Grabstätten auf dem Friedhof Notre-Dame-de-Lorette nahe der nordfranzösischen Stadt Arras seien in der Nacht geschändet worden, sagte der zuständige Staatsanwalt, Jean-Pierre Valensi, der Nachrichtenagentur AFP.

Die Schmierereien richteten sich demnach eindeutig gegen den Islam und beleidigten die französische Justizministerin Rachida Dati, die nordafrikanische Wurzeln hat. An einem der Gräber sei sogar ein Schweinekopf aufgehängt worden. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy verurteilte die Tat auf das Schärfste.

«Schmutziges» Verbrechen

«Diese Tat zeugt von Rassismus der unzumutbarsten Art», erklärte Sarkozy in Paris. Er teile den Schmerz der muslimischen Gemeinschaft über das «schmutzige» Verbrechen. Sarkozy forderte eine schnelle Untersuchung.

Auch Premierminister Francois Fillon und Innenministerin Michèle Alliot-Marie drückten ihre Empörung aus. Dati, die in den Schmierereien diffamiert wurde, verurteilte die «hasserfüllte Tat». Es handle sich nicht nur um ein rassistisches Verbrechen, sondern um «einen Angriff auf die Werte der Republik und eine Beleidigung für alle Franzosen», erklärte die Justizministerin.

Notre-Dame-de-Lorette ist der grösste französische Soldatenfriedhof und Erinnerungsstätte für die verlustreichen Schlachten des Ersten Weltkriegs. 40'000 Soldaten haben auf dem 13 Hektar grossen Gelände ihre letzte Ruhestätte gefunden. Im muslimischen Teil des 1925 eingeweihten Friedhofs liegen 576 Gräber.

(tri/sda)

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