Schafe in der Herde handeln egoistisch
Schafe in der Herde handeln nach dem Motto «rette sich, wer kann»
publiziert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 10:12 Uhr
Jedes Schaf versucht, möglichst rasch aus der Gefahrenzone zu gelangen.
Jedes Schaf versucht, möglichst rasch aus der Gefahrenzone zu gelangen.

London - Nicht «gemeinsam sind wir stark», sondern «rette sich, wer kann» ist das Motto der synchronisierten Ausweichmanöver von Schafherden. Die Tiere versuchen demnach einfach nur, ins Zentrum der Gruppe zu gelangen.

1 Meldung im Zusammenhang
Dies berichten britische Forscher im Fachblatt «Current Biology». Droht Gefahr, bilden Schafherden eine enge Gruppenformation, die einem Angreifer geschickt auszuweichen scheint. Es sieht so aus, als schützten sie sich gegenseitig.

Doch laut den Forschern beruht diese Herdendynamik auf purem Egoismus, wie der Online-Dienst wissenschaft.de schreibt: Jedes Schaf versucht, möglichst rasch aus der Gefahrenzone zu gelangen.

Dass hinter dem Herdentrieb mehr Eigennutz als Altruismus steckt, wurde bereits vermutet. Nun wiesen dies Andrew King von der University of London und seine Kollegen empirisch nach, indem sie alle 46 Mitglieder einer Schafherde sowie einen Hütehund mit GPS-Sendern ausstatteten.

Computermodell der Herdendynamik

Der Hund sollte die Tiere zusammentreiben und simulierte auf Kommando den Angriff eines Feindes. Über die GPS-Signale konnten die Forscher anschliessend genau nachvollziehen, wie sich jedes einzelne Tier bewegte und daraus Computermodelle der Herdendynamik erstellen.

«Sobald der Hund näher kam, wiesen die Tiere eine hohe Tendenz auf, in das Zentrum der Herde zu gelangen», erklärt King. Als Folge lief die ganze Gruppe geschlossen vor dem Räuber davon. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass jedes Schaf die Position seines Nachbarschafes im Auge behält und sich danach richtet, um in die Mitte der Herde zu gelangen, wo es am sichersten ist.

Kings Team will nun weitere Untersuchungen durchführen, um herauszufinden, inwieweit dieses Verhalten von der Gruppengrösse, der Zeit oder der Art des Angreifers abhängt. Ausserdem möchten die Forscher sogenannte Interaktionsregeln für die Schafherde definieren, um voraussagen zu können, in welche Richtung sich die Schar bewegt.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kapstadt - Um besser gegen Diebe gewappnet zu sein, hat ein südafrikanischer Züchter seine Schafe mit Handys ausgerüstet. ... mehr lesen
Südafrikanische Schafe melden ihrem Züchter per Handy Diebe.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen ... mehr lesen  
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Die Knochendichte eines Frühchens ist geringer.
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus ... mehr lesen  
Einkommen weniger wichtig  Kinder verheirateter Eltern haben mehr Selbstvertrauen und sind glücklicher, egal wie hoch das Einkommen der Familie unter dem Strich ist. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung der britischen Marriage Foundation. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 11°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 10°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 8°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 11°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 10°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 14°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten