Scharfe Kritik an Israels Führung
publiziert: Sonntag, 29. Apr 2007 / 08:38 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 29. Apr 2007 / 19:11 Uhr

Tel Aviv - Die Winograd-Kommission, die das Vorgehen Israels während des Libanonkriegs im Sommer 2006 untersucht, kritisiert nach Medienberichten Israels politische und militärische Führung scharf. Offiziell wird der Bericht am Montag veröffentlicht.

Olmert habe sich mit der ganzen Regierung für den Libanonkrieg entschieden.
Olmert habe sich mit der ganzen Regierung für den Libanonkrieg entschieden.
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Einen Tag vor der Veröffentlichung des mit Spannung erwarteten Zwischenberichts berichteten israelische Medien, Regierungschef Ehud Olmert werde darin unter anderem «voreiliges» Verhalten bescheinigt.

Er hatte den Krieg nach einem Grenzüberfall der libanesischen Hisbollah-Miliz angeordnet. Die Kommission unter Leitung des ehemaligen Richters Eliahu Winograd war von dem Regierungschef selbst ernannt worden, um Fehler im israelischen Handeln zu untersuchen.

Auch der israelische Verteidigungsminister Amir Perez und der im Februar zurückgetretene Generalstabschef Dan Haluz würden in dem Bericht scharf kritisiert, meldeten israelische Medien. Perez werde ein Mangel an Erfahrung und Haluz blinde Arroganz vorgeworfen.

Keine Absicht zurückzutreten

Olmerts Sprecherin Miri Eisin sagte, man wolle die offizielle Veröffentlichung des Berichts am Montag abwarten und erst dann reagieren. «Wir äussern uns nicht zu Medienspekulationen», sagte Eisin.

Olmert habe «überhaupt nicht die Absicht zurückzutreten», sagte einer seiner Vertrauten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Auf libanesischer Seite starben während des einmonatigen Kriegs mehr als 1200 Menschen, überwiegend Zivilisten, auf der israelischen rund 160 Soldaten und Zivilisten.

(smw/sda)

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