Nur noch als persönlichen gesannten unter Aufsicht
Scharon darf Sohn Omri nicht unkontrolliert zu Arafat schicken
publiziert: Sonntag, 6. Mai 2001 / 15:26 Uhr

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon (73) darf seinen Sohn Omri künftig nur noch in Ausnahmefällen als persönlichen Gesandten zu Palästinenserpräsident Jassir Arafat schicken.

Scharons Anwälte einigten sich im Streit mit Israels Generalstaatsanwalt am Sonntag auf einen Kompromiss, wonach der Regierungschef seinen Sohn nur dann noch als politischen «Briefträger» benutzen darf, wenn er zuvor das «O.K.» von Generalstaatsanwalt Eliakim Rubinstein eingeholt hat.

Der israelische Oppositionsführer Jossi Sarid und eine Bürgerrechtsorganisation hatten das höchste Gericht angerufen, weil die Beschäftigung eines Familienangehörigen einer unzulässigen Begünstigung im Amt gleichkomme.

Der rechtsgerichtete Scharon hatte seinen eher linksliberalen Sohn in den vergangenen Wochen wiederholt in geheimer Mission zu Arafat geschickt. Dies war nicht nur bei der Opposition, sondern auch bei rechtsradikalen Koalitionspartnern auf Widerstand gestossen.

Omri Scharon gilt seit dem Tod der Frau Ariel Scharons als dessen engster Vertrauter. Er leitete unter anderem den erfolgreichen Wahlkampf seines 73-jährigen Vaters. Ariel Scharon will bereits in den nächsten Tagen seinen Sohn erneut nach Gaza schicken.

Sollte Generalstaatsanwalt Rubinstein Nein sagen, werde er Einspruch beim höchsten Gericht einlegen, kündigten Scharons Anwälte am Sonntag an.

(kil/sda)

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