Friedensverhandlungen im Nahen Osten
Scharon hält weitere Treffen mit Palästinensern für möglich
publiziert: Sonntag, 3. Feb 2002 / 13:17 Uhr

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hält weitere persönliche Gespräche mit führenden Vertretern der Palästinenser für möglich. Erste solche Treffen waren bei der politischen Rechten in Israel auf Kritik gestossen.

Auf einer Kabinettssitzung vom Sonntag sagte Scharon, sein Treffen mit dem Stellvertreter von Jassir Arafat, Machmud Abbas, und anderen palästinensischen Spitzenpolitikern in der vergangenen Woche bedeute nicht, dass er seine politischen Prinzipien aufgegeben habe.

Ultrarechte Mitglieder der Koalition von Scharon warfen dem Premier am Sonntag Wortbruch vor. Scharon hatte nach seiner Wahl vor einem Jahr angekündigt, er werde mit den Palästinensern nicht verhandeln, so lange die Gewalt gegen Israel andauere.

Palästinenserpräsident Jassir Arafat verurteilte am Sonntag in einem Gastkommentar für die "New York Times" Anschläge gegen israelische Zivilisten. Die Täter repräsentierten nicht das palästinensische Volk, sagte er.
Die palästinensische Vision eines Friedens beinhalte aber "ein klares Ende der israelischen Besatzung, einen Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 und Jerusalem als eine offene Stadt und Hauptstadt zweier Staaten, Palästina und Israel".

Dies könne erreicht werden, wenn Israel die Palästinenser als gleichberechtigte Verhandlungspartner akzeptiere. Die persönlichen Angriffe gegen ihn, "die in Mode gekommen sind", würden den Friedensprozess kaum vorantreiben. Dies sei offenbar so beabsichtigt.

Für viele Menschen sei der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon derjenige, der den Konflikt immer wieder anfache, um eine Rückkehr zu den Friedensverhandlungen zu verzögern.

(sk/sda)

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