Scharon legt Kontakte mit Palästinensern auf Eis
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2003 / 07:19 Uhr

Jerusalem - Als Reaktion auf den verheerenden Bombenanschlag in Jerusalem hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon sämtliche Kontakte mit den Palästinensern auf Eis gelegt.

Ariel Scharon glaubt nicht, dass die Palästinenser reagieren werden.
Ariel Scharon glaubt nicht, dass die Palästinenser reagieren werden.
Angesichts des schrecklichen Terrorangriffs und der Tatsache, dass die Palästinenser nichts dagegen unternähmen, habe Scharon beschlossen, alle Kontakte mit den Palästinensern bis auf weiteres auszusetzen, sagte der stellvertretende Generaldirektor des israelischen Aussenministeriums, Gideon Meir, der Nachrichtenagentur afp in Jerusalem.

Die geplante Übergabe der Städte Kalkilija und Jericho im Westjordanland an die Palästinenser sei ebenfalls ausgesetzt worden. Nach Angaben des israelischen Militärradios riegelte die israelische Armee die Palästinensergebiete in der Nacht ab.

Zuvor waren bei einem Anschlag in einem voll besetzten Bus in Jerusalem mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 110 weitere verletzt.

Dschihad bekennt sich zur Tat

Zu der Tat bekannten sich die radikalen Palästinenserorganisationen Islamischer Dschihad und Hamas. Der Anschlag gehört zu den schlimmsten seit Beginn der zweiten Intifada im September 2000.

Der voll besetzte Linienbus war auf dem Weg von der Klagemauer in der Altstadt Jerusalems in den Westteil der Stadt, als sich im Stadtteil Schmuel Hagai die Explosion ereignete.

Bei den meisten Passagieren handelte es sich um gläubige Juden, die vom Gebet an dem jüdischen Heiligtum auf dem Heimweg in das Orthodoxen-Viertel Har Nof waren.

Annan mit Appell

UNO-Generalsekretär Kofi Annan forderte die palästinensische Führung aufgefordert, gegen die Drahtzieher der Bluttat vorzugehen. Sie müsse die Initiatoren verhaften und weitere Anschläge verhindern, erklärte Annan.

Zugleich appellierte er an die israelische Regierung, auf diese Provokation zurückhaltend zu reagieren und nicht zu einer neuen Runde von Gewalt und Rache beizutragen.

(bsk/sda)

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