Scharons Sohn muss hinter Gitter
publiziert: Dienstag, 14. Feb 2006 / 15:37 Uhr

Tel Aviv - Der Sohn des israelischen Premiers Ariel Scharon, Omri, muss wegen illegaler Wahlkampffinanzierung für neun Monate ins Gefängnis.

Der schlechte Gesundheitszustand Ariel Scharons bewahrt Omri vorerst vor dem Gefängnis.
Der schlechte Gesundheitszustand Ariel Scharons bewahrt Omri vorerst vor dem Gefängnis.
Er muss die Haft wegen des Zustands seines im Koma liegenden Vaters die Haft aber erst am 31. August antreten.

Neun weitere Monate der Haft wurden nach Angaben des israelischen Radios am Dienstag zur Bewährung ausgesetzt. Omri Scharon muss zudem 300 000 Schekel (rund 84 000 Fr.) Strafe zahlen.

Die Richterin sagte bei der Verkündung des Strafmasses in Tel Aviv, Omri Scharon habe sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht.

Die Haftstrafe solle anderen Personen des öffentlichen Lebens in Israel eine Warnung sein. Der Anwalt Scharons kündigte unterdessen an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Geständnis

Der Scharon-Sohn war in dem Fall bereits im November vergangenen Jahres für schuldig befunden worden, auch wegen Meineids und Urkundenfälschung. Scharon hatte sich in allen Anklagepunkten schuldig bekannt, die Anklageschrift war daraufhin entschärft worden.

Er war angeklagt, Scheinfirmen betrieben zu haben, über die im Jahr 1999 der Wahlkampf seines Vaters bei einer partei-internen Vorwahl in der heute regierenden Likud-Partei finanziert wurde.

In der Anklageschrift hiess es, Omri Scharon habe sechs Millionen Schekel (rund 1,7 Mio. Fr.) Spenden gesammelt, mehr als sieben Mal so viel wie nach israelischem Wahlgesetz erlaubt. Ministerpräsident Scharon konnte eine Anklage vermeiden und gab an, er habe den Wahlkampf vollständig seinem Sohn überlassen.

(rr/sda)

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