Schiessen: Bühlmann und Scheuss verpassten den Final
publiziert: Sonntag, 17. Sep 2000 / 10:05 Uhr

Sydney - Den Schweizer Luftgewehrschützinnen ist der Olympia- Auftakt missglückt: Gaby Bühlmann (28.) und Oriana Scheuss (36.) verpassten den Final der besten acht und damit ein Olympiadiplom deutlich. Gold holte eher unerwartet die Amerikanerin Nancy Johnson.

Der Wettkampf auf dem kalten Betonboden in der düsteren Halle wurde wie vorausgesagt zu einer schwierigen Aufgabe, die einige Favoritinnen nicht fehlerfrei lösen konnten. Aber es war nicht die Kälte, die Gaby Bühlmann am Finaleinzug hinderte. Dass ein Qualifikationstotal von nur 390 Punkten zustande kam, hatte andere Gründe. «Ich begreife nicht, warum ich nicht richtig reagiert habe», haderte die EM-Zweite mit ihrem Wettkampfverhalten. Nach drei Zehnerserien hatte die 36-jährige Baselbieterin fünf Minuspunkte. Damit wäre sie noch auf Finalkurs gewesen. Denn zum Einzug in die Schlussausmarchung waren 394 Punkte (sechs Minuszähler) nötig. «Ich war offenbar nicht richtig wach, sonst hätte ich gesehen, dass die Trauben nicht so hoch hängen», sagte die Final-Weltrekordhalterin nachher. Nach dem ersten Schuss der dritten Serie informierte sie sich über den Stand und bemerkte dabei, dass einige Favoritinnen schon weit zurückgefallen waren.

In der Tat hätte Bühlmann mit ihrer Spezialität, eine lupenreine Zehnerserie hinzulegen, leicht weiterkommen können. Stattdessen begann sie die vierte Serie mit drei Neunern. «Dann habe ich einfach durchgeschossen. Denn ob ich Neunte oder 30. werde, spielt dann auch keine Rolle mehr.» Es rächte sich offenbar, dass Gaby Bühlmann im letzten Winter nicht richtig hat regenerieren können und auch im Sommer oft am Anschlag war.

Für Oriana Scheuss verlief die Olympia-Premiere mit 388 Punkten auch nicht nach Wunsch. «Ich war zu Beginn sehr nevös und bin nie richtig in den Rhythmus gekommen», sagte die 28-jährige St. Gallerin, die nach dem sechsten Schuss in der dritten Passe stark abbaute und gleich drei Neuner aneinander reihte. «Ich hatte probiert, mit mehr Tempo etwas zu ändern, aber es ging nicht in die richtige Richtung», suchte sie nachher das missratene Aufbäumen zu erklären.

Im Kleinkaliber-Dreistellungs-Wettkampf haben die beiden Schweizerinnen am Dienstag die Möglichkeit, sich zu steigern. Als Fünfte mit zwei Punkten Rückstand auf die führende Koreanerin Cho-Hyun Kang trat Nancy Johnson mit dem Total von 395 Punkten zum Final an. Den Sieg sicherte sich die 26-jährige Amerikanerin die 1998 WM-Siebte geworden war, erst mit dem letzten Schuss. Sie erzielte eine 9,9, während Kang nur eine 9,7 erreichte und sich mit Silber bescheiden musste. Auf Rang 3 kam die Finalerste Jing Gao (China). Heuer stand Johnson zweimal in einem Weltcup-Final und wurde Vierte Sechste.

Im Luftpistolenschiessen gerieten die Zuschauer fast aus dem Häuschen, als die die 22-jährige Australierin Annemarie Forder völlig unerwartet die Bronzemedaille gewann. Der Kampf um den Olympiasieg war derweil schon vor dem Endkampf entschieden: Die 26-jährige Chinesin Luna Tao führte das Final-Feld mit einer sicheren Reserve von zwei Punkten vor der Jugoslawin Jasna Sekaric an. Luna Tao hatte die Weltcup-Finals in Lugano 1997 und Zürich 1998 gewonnen.

Bei den Männern gewann der 26-jährige Franzose Franck Dumoulin Gold im Luftpistolenschiessen vor dem Chinesen Yifu Wang, dem Olympiasieger von 1992, und dem Russen Igor Basinski. Nach dem Vorprogramm lagen Wang und Dumoulin mit je 590 Punkten gemeinsam an der Spitze, sieben Punkte vor den beiden bereits deutlich zurückliegenden Russen Nestrujew und Basinski. Die Vorentscheidung fiel im fünften Finalschuss, als Wang nach einer 8,9-Wertung die Führung an den Franzosen abtreten musste.

In der jagdlichen Disziplin Trap war die Vorentscheidung ebenfalls schon vor dem Final gefallen. Der 28-jährige Australier Michael Diamond hatte zum diesem Zeitpunkt mit 122 vier Tonscheiben mehr getroffen als der bereits 42-jährige Brite Ian Peel, der schliesslich Silber gewann.

(sda)

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