Schiitenführer bei Anschlag in Zentralirak getötet
publiziert: Freitag, 29. Aug 2003 / 23:50 Uhr

Nadschaf - Der irakische Schiitenführer Ayatollah Mohammed Bakr el Hakim ist bei einem Anschlag auf die Ali-Moschee in Nadschaf ums Leben gekommen. Bei dem Anschlag starben mindestens 81 weitere Menschen.

Nadschaf liegt zirka 50 Kilometer südlich von Bagdad.
Nadschaf liegt zirka 50 Kilometer südlich von Bagdad.
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Wie aus den Spitälern der Stadt verlautete, wurden zudem mindestens 229 Menschen verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich bis am Abend niemand. Der Sprengsatz detonierte, als zahlreiche Gläubige die Moschee verliessen.

Hakim war in Begleitung seiner Leibwächter, als er nach dem Freitagsgebet aus der Moschee kam. In dem Moment seien zwei Autos in die Luft geflogen, sagte sein Neffe Mohsen Hakim. Hakim war der Vorsitzende des Obersten Rates für die Islamische Revolution in Irak (SCIRI).

Der SCIRI ist eine der einflussreichsten Schiitengruppen des Landes. Während der Herrschaft von Saddam Hussein hatte er sein Hauptquartier in Teheran. Hakim war nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein nach 23 Jahren aus dem iranischen Exil in seine Heimat zurückgekehrt.

Der Oberste Rat hat mit Abdelasis el Hakim einen Bruder des jetzt getöteten SCIRI-Chefs als Vertreter in den Provisorischen Regierungsrat entsandt. Für die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Besatzungsmacht wurde der SCIRI von anderen schiitischen Gruppen wiederholt kritisiert.

Der US-Zivilverwalter in Irak, Paul Bremer, verurteilte das Attentat auf Hakim scharf. Die Feinde eines neuen Iraks schreckten vor nichts mehr zurück, hiess es in einer in Bagdad verbreiteten Erklärung Bremers.

Die USA, Russland und Italien verurteilten den Anschlag. Der russische Präsident Wladimir Putin forderte, die Gewaltspirale in Irak müsse mit Hilfe der UNO durchbrochen werden. Diese Gewaltspirale beschleunige sich ansonsten weiter, sagte Putin in Sardinien, wo er sich als Gast des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi aufhielt.

Bei dem Treffen forderte auch Berlusconi ein Eingreifen der UNO in Irak. Eine neue UNO-Resolution würde auch den Weg für ein gemeinsames Vorgehen der EU-Länder ebnen, sagte er.

(bsk/sda)

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