
Zum Sommerloch beschert uns das BAG eine neue Debatte zur Drogenlegalisierung. Erst im November 2008 hat sich das stimmberechtigte Volk für das geltende Betäubungsmittelgesetz ausgesprochen. Im Klartext heisst das: Die Mehrheit findet die geltenden Strafen absolut in Ordnung.
Bericht zu dem Grundlagenpapier
Tagesschau-Bericht über das Grundlagenpapier
tagesschau.sf.tv
Und jetzt dies: Während mir das BAG vorschreibt, wo und wann ich rauchen darf oder am liebsten eben überhaupt nicht mehr (man merke: am Tabak verdient das BAG weniger als an der Pharma), versuchen die Fachstudienautoren uns weiszumachen, dass es zwischen Heroin und Kopfwehtabletten keinen Unterschied mehr gibt. Was auf Papier und in Theorie stimmig sein mag (ich erinnere an das Sicherheitskonzept von Duisburg, das ja mathematisch völlig korrekt war…), kann in der Wirklichkeit nicht nur Tote, sondern Wahnsinn produzieren. Wenn uns die Geschichte etwas lehrt, dann dies: Was nicht verboten wird, ist erlaubt. Wie sollen Eltern ihren adoleszenten Kindern die Gefährlichkeit psychodelischer Drogen vor Augen führen, wenn der Staat die Gleichheit von Heroin und Kopfwehtabletten proklamiert? Wie sollen Menschen zwischen Krankheit und Sucht unterscheiden lehren, wenn das BAG behauptet, alles sei eine Krankheit?
Hier werden Freiheit und Selbstbestimmung, ja eigentlich die Mündigkeit des Menschen vom BAG einmal mehr zugunsten einer pharmazeutisch induzierten Biodiktatur ausser Kraft gesetzt. Und alle hedonistischen Linkspopulisten jubilieren! Sie weisen auf die Niederlande hin, wo das sogenannte Coffeeshop-Modell ja schon seit Jahren erfolgreich gelebt wird. Hallo? Weshalb führte dann Maastricht vor 10 Tagen eine völlig absurde Bestimmung ein, dass Nicht-Holländern der Besuch von Coffee-Shops inskünftig verboten werden soll? Weil der Drogentourismus, fast hätte ich «-terrorismus» geschrieben, so unerträglich geworden ist, dass in Zeiten der Globalisierung, Liberalisierungsmodelle und kulturelle Eigenheiten extrem stark unter Druck geraten (Migration ist neben den Drogen das andere, klassische niederländische Liberalisierungsbeispiel, das in enormen Schwierigkeiten steckt).
Selbstverständlich ist es idiotisch, Drogen so zu illegalisieren, dass davon vor allem die organisierte Kriminalität, die Drogenbarone und die Grossbanken profitieren. Der Kampf dagegen wird indessen nicht in einem lächerlichen nationalen Liberalisierungsprogramm eines pharmalobbyistisch perfekt organisierten Kleinstaates gewonnen. Hier braucht es internationale Vereinbarungen, Druck auf die drogenproduzierenden Länder, Ächtung und Visaverbot für Drogenbarone, scharfe Geldwäschereigesetze, Kontrolle der Mafialänder wie Italien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland usw. Doch mit einer nationalen Liberalisierungskampagne à la pharmazeutischen Brainwash („Sucht ist eine Krankheit“, ja eigentlich Menschsein ist eine Krankheit…siehe Massenverschreibung von Ritalin für bewegungssuchende, junge, meist männliche Menschen) Heroin eigentlich zu propagieren, damit wir Menschen nicht mehr entscheiden, handeln, sondern nur noch schlucken sollen, ist schon ein happiges Stück.
Beim Vorschlag der Expertengruppe geht es nur vordergründig um eine neue Debatte über Drogenlegalisierung. Dem BAG geht es – wie schon beim Rauchen oder bei der Pathologisierung von drei Viertel von Menschen als übergewichtig – um die Fixierung eines mächtigen Glaubenssystems mit willigen medizinischen und pharmazeutischen Vollstreckern. Mit der propagierten Unterscheidungslosigkeit von Aspirin und Heroin sollen Menschen im Glauben trainiert werden, dass nicht die menschliche Urteilskraft und die mündige Entscheidung letztlich über das eigene Sein mitbestimmt, sondern allein die pharmakologische Zusammensetzung des jeweiligen Körpers – vorgeschrieben vom BAG. Was sich als Legalisierung verkauft, ist im Grunde nichts anderes als eine Entmündigung, als ein Rückwärtsgang hinter die französische Aufklärung. Es ist kein medizinischer, sondern ein ideologischer Vorschlag.
Nur leider merken dies die Wenigsten. Und so wird heftig über das Thema gestritten statt über das Grundsätzliche diskutiert. So dürfen weiterhin Pharmasklaven unter dem Deckmantel «Arzt» sogenannte «Gesundheit» propagieren, ohne dass irgendjemand merkt, dass hier Kräfte am Werk sind, welche weitergehen als dies ein Orwell oder Huxley je haben ahnen können…
(von Regula Stämpfli/news.ch)
Ich gehe davon aus, dass Sie ein liebevoller Vater sind und Ihre Tochter ebenfalls auf die Gefahren von Alkohol, Nikotin, in fremde Autos einsteigen, alleine Spielen gehen am See, Fluss oder Bach und vieles andere aufmerksam machen werden. Auch dürfte die junge Dame am Tisch jeweils immer einen kleinen Löffel der Speisen, welche sie angeblich nicht mag, versuchen müssen. Wird wohl hauptsächlich Gemüse sein.
Sie machen sich nicht unbegründete Sorgen, aber Frau Stämpflis TeufelandieWandMalerei bringt auch keine Lösung.
Heirat mit mehreren Partnern? Stellen Sie sich die Sozialabgaben für AHV und BVG vor, wenn dann einmal von dem, was Sie mit Ihrem Einkommen bezahlen, mehr als zwei Personen leben müssten.
...und ich traue mir auch zu, meine Tocher bis dahin von solchen Dingen fernhalten zu können. Ausser sie fragt konkret danach.
Meine Tochter ist erst ein paar Monate alt.
Was verboten ist, ist spannend! Ja. Sicher.
Aber wohl ist dies keine Rechtfertigung, dass man Drogen konsumieren würde...und mit genug Vernunftsdenken lässt man die Finger davon ob legal oder nicht.
ausserdem:
was verboten ist, ist spannend!
... oder kennen sie fälle die gehäuft vorkamen, bei denen die tochter den putzschrank der mutter gelehrt hat und sich eine flasche putzsprit einverleibte?
... oder den sohn, der sich allmorgentlich hinters auto von papa legt, um sich sein flash zu holen?
... oder kam es ihnen selber in den sinn, leim zu schnüffeln?
gift bleibt gift, nur muss man sich als eltern selber auch informieren, welche formen von sucht und welche formen von gift es gibt; halt eben doch eine erziezhungssache...
Heute haben Sie eines, weil die manche illegalen Drogen auch nicht gefährlicher sind als die legalen Drogen.
Bei einer Legalisierung aller Drogen hätten Sie eines, weil nicht mehr mit Verboten argumentiert werden könnte.
Das letztere ist mir doch lieber, wenn denn nur diese 2 Varianten zur Auswahl stünden.
Das Beste ist aber wohl ein Mittelweg, also die vollständige Legalisierung derjenigen Drogen, die nicht gefährlicher sind als die heute legalen Drogen.
Ich frage mich auch ernsthaft, wie ich in 10 Jahren meiner Tochter erklären will, dass die (dann vielleicht) legalisierten Drogen eben doch schlecht sind und zu vermeiden wie das Rauchen oder übermässige Trinken von Alkohol oder RedBull.
Wenn es nicht illegal ist, ist es legal. Ja genau. Eben.
Es ist doch zu einfach zu argumentieren, dass man die bösen Drogenkartelle bekämpfen will, durch die Legalisierung von Heroin z.B.
Wieso legalisieren wir dann nicht auch gleich Heirat von mehreren Partnern z.B.?
Ach ok, da wäre ja keine Branche dahinter, die Milliarden verdient damit...also nicht genug Lobbying vorhanden....so ein Pech...
Ein Fan von Frau Stämpflis Kolumnen bin ich ohnehin nicht, dieser Beitrag könnte allerdings sogar geeignet sein, ein Vorurteil zu entwickeln. Schade.
dafür bläst sie ins gleiche horn wie jene die mit allen mitteln den vorstoss der kontrollierten heroinabgabe verhindern wollten. anstatt dieser bewährten und statistisch belegten verbesserung der suchtprävention rechnung zu tragen, polemisiert sie politisch einmal gegen links, um dann einen haken nach rechts zu schlagen und erklärt in abstruser verwirrtheit die zusammenhänge zwischen den lobbyisten unserer wirtschaft und den drogenbaronen.
dass erstere ja genau von der kriminalisierung des drogenkonsums profitieren entgeht ihr vollständig.
genau so verklärt fällt ihr blick auf die gemeinde maastricht, welches eben erkannt hat, dass solange das ausland keine legalisierung vorantreibt, illegaler drogenhandel und drogentourismus umso mehr floriert. wäre der sachverhalt, so wie frau stämpfi ihn darstellt, hätten sie nämlich die coffee- shops und nicht den drogentourismus verboten.
dass die ganze legalisierung einen riesigen aufklärungsaufwand und einen enormen prozess von neuen reglementierungen vorraussetzt, ist selbstverständlich.
auch die wissenschaft, allen voran psychologie und neuropsychologie hat auf dem forschungsgebiet suchtverhalten noch vielen fragen nachzugehen.
dass es wünschenswert ist, wenn in diesem gebiet endlich weniger corporate science, sondern pharmalobby-unabhängige forschung betrieben würde, ist wohl selbstredend. aber genau dort braucht es in zukunft vermehrt uns, also den staat, mit offenen diskussionen rund um die drogenproblematik, damit an hochschulen und unversitäten nicht länger die wirtschaft diktiert, wohin die forschung gehen soll.
wenn uns die geschichte in dieser hinsicht eines lehrt, dann die erkenntnis, dass prohibition und negation von sucht eine sackgasse für die gesellschaft und ein unglaublicher markt für das organisierte verbrechen ist.
Insgesamt ein beeindruckender Beitrag, dem ich grösstenteils nur zustimmen kann. Holland hat tatsächlich ein Drogen- und "Migrationsproblem" ("Ausländerproblem" darf man ja nicht mehr sagen, schlussendlich ist es aber tatsächlich Dasselbe - man könnte es auch "Multi-Kulti-Problem" nennen :-)
Zitat: "Was sich als Legalisierung verkauft, ist im Grunde nichts anderes als eine Entmündigung, als ein Rückwärtsgang hinter die französische Aufklärung."
Wollen Sie damit etwa sagen, dass die "französische Aufklärung" das Drogenproblem eher beseitigt oder eher gefördert hat? Die sogenannte "französische Aufklärung" könnte auch mit "französischer Schwachsinn" bezeichnet werden, hatte man sich doch eben gerade da von Gott abgewandt. Die Reformation hätte in diesem Sinne genügt - nämlich die Abwendung von der falschen und grausamen römisch-katholischen Kirche! Stattdessen dachte man früher der päpstliche Klerus sei in christlichen Angelegenheiten massgebend oder enthalte die Essenz des christlichen Glaubens. Das dem natürlich ganz und gar nicht so ist hat die Geschichte mehr als bewiesen.
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