Schlag gegen Kinderpornografie
publiziert: Mittwoch, 7. Feb 2007 / 18:48 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 8. Feb 2007 / 09:43 Uhr

Wien - Internationalen Fahndern ist ein grosser Schlag gegen die Kinderpornografie gelungen. Mit Hilfe eines österreichischen Internet-Anbieters wurden in 77 Ländern 2360 mutmassliche Konsumenten von kinderpornografischem Material ermittelt.

Innenminister Günther Platter konnte heute auch umfangreiche Ermittlungen in Österreich vermelden.
Innenminister Günther Platter konnte heute auch umfangreiche Ermittlungen in Österreich vermelden.
Alleine 400 Verdächtige stammen aus Deutschland, wie der österreichische Innenminister Günther Platter in Wien bekannt gab. In den USA werde gegen 600, in Frankreich gegen 114 Verdächtige ermittelt. In der Schweiz wurden in diesem Zusammenhang 57 Hausdurchsuchungen gemacht, wie fedpol-Sprecher Guido Balmer bestätigte.

Es handle sich um «den grössten Fall von Weitergabe» verbotener Videos, der je in Österreich aufgedeckt wurde, betonte der österreichische Innenminister. Es seien Dateien, die «schwersten sexuellen Missbrauch von Kindern» zeigen.

Provider informierte Polizei

Der österreichische Provider hatte die Polizei im Juli 2006 informiert. Den Angaben zufolge hatten Hacker ohne das Wissen des betreffenden Unternehmens auf einen Server acht Video-Dateien mit Kinderpornografie geladen, die mit einer russischen Webseite verlinkt waren.

Innerhalb von 24 Stunden gab es daraufhin mehr als 8000 Zugriffe. Auch aus Algerien und Island hätten Interessenten auf das Material zugegriffen. 23 Verdächtige kommen aus Österreich, 14 davon waren sofort geständig. Bei den ermittelten Konsumenten handle es sich um Studenten, Schüler, Handwerker, Beamte und Rentner.

Videos aus Osteuropa

«Die Videos wurden vermutlich in Osteuropa hergestellt», berichtete Harald Gremel von der beim Innenministerium in Wien angesiedelten Meldestelle für Kinderpornografie. Das jüngste missbrauchte Mädchen ist schätzungsweise fünf Jahre alt. Von Grossbritannien aus wurden die Filme auf den Server in Wien geladen.

Das Bundesamt für Polizei (fedpol) in Bern hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass bei Hausdurchsuchungen in mehreren Kantonen umfangreiches kinderpornografisches Datenmaterial sowie Datenspeicher und Computer sichergestellt worden seien.

(fest/sda)

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