Schlecht beraten
publiziert: Donnerstag, 1. Sep 2005 / 07:28 Uhr

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Nach unserem Gerechtigkeits-Empfinden soll jeder, unabhängig von Einkommen und Gesundheitszustand, Zugang zum Gesundheitswesen haben. Deshalb dürfen die Krankenversicherer ihre Versicherungsprämien nur geringfügig differenzieren, nämlich nach drei Alterskategorien, nach Kantonen und nach Modellen mit eingeschränkter Arztwahl. Ansonsten müssen die Krankenversicherer jedermann zu derselben Prämie in die obligatorische Krankenversicherung aufnehmen.

Da die Krankenkassen unter einander aber im freien Wettbewerb stehen, haben sie einen Anreiz möglichst "gute Risiken" an zu ziehen. "Gute Risiken" sind Versicherte, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit nur geringe Kosten verursachen werden. Es gibt dazu unzählige Tricks und Kniffs wie die Kassen diese "Risikoselektion" betreiben. Gesamtwirtschaftlich gesehen, ist der ganze Aufwand der Krankenkassen zur Selektion guter Risiken reine Verschwendung, da damit das Gesundheitssystem nicht billiger, sondern eher noch teurer wird.

Der Wettbewerb unter den Krankenversicherern wurde eingeführt, damit von den Versicherungen her ein Anreiz besteht, möglichst kostengünstige Modelle zu entwickeln, ohne die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verschlechtern. Damit die Versicherer tatsächlich solche Modelle (z.B. Hausarzt-Modelle) einführen, muss ihr Anreiz zur Jagd nach guten Risiken eingedämmt werden.

Zur Eindämmung dieses Wettbewerbs um gute Risiken gibt es den so genannten Risikoausgleich. Krankenversicherer mit mehrheitlich guten Risiken müssen demnach Versicherungen mit schlechten Risiken Ausgleichszahlungen leisten. Dieser Risikoausgleich wird in der Schweiz aufgrund des Alters und des Geschlechts der bei einer Kasse Versicherten berechnet. Anhand des Alters und des Geschlechts kann allerdings das Risiko für die verursachenden Kosten eines Versicherten nur sehr ungenau berechnet werden, da es zum Beispiel auch viele chronischkranke junge Männer gibt.

Deshalb hat nun die Ständeratskommission, wie von Gesundheitsökonomen schon seit Jahren gefordert, einen genaueren Risikoausgleich vorgeschlagen. Dieser soll nun aufgrund der Spitalaufenthalte im Vorjahr und bestimmter Medikamente der Versicherten berechnet werden. Dies würde zu einer viel exakteren Berechnung der Transferzahlungen zwischen den Krankenkassen führen und somit die schädliche Jagd nach guten Risiken wenig attraktiv machen.

Während sich bei den Politikern aller Lager die Einsicht nach der Notwendigkeit einer solchen Reform des Risikoausgleiches einzustellen beginnt, stemmt sich der zuständige Bundesrat Couchepin immer noch dagegen. Es gibt keinen objektiven Grund für diese Haltung Couchepins, nur die in Insiderkreisen schon lange gehegte Vermutung, dass er in der Gesundheitspolitik schlecht beraten wird.

(von Oliver Strijbis/news.ch)

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