Schlechte Curling-Frauen in Glasgow
publiziert: Freitag, 25. Mrz 2005 / 18:14 Uhr

Die Bilanz der Curling-WM der Frauen in Paisley bei Glasgow ist für die Flimserinnen um Skip Mirjam Ott ernüchternd.

Mirjam Ott übernimmt die Verantwortung für das schlechte Abschneiden. Bild: Archiv.
Mirjam Ott übernimmt die Verantwortung für das schlechte Abschneiden. Bild: Archiv.
Mit 4 Siegen in 11 Partien belegen sie ex-aequo mit WM-Neuling China den 7. Schlussrang. Nur die deutlich schwächeren Dänemark, Japan, Italien und Finnland liessen sie hinter sich.

"Die Luft war draussen", sagte Mirjam Ott nach dem abschliessenden 4:10 gegen die Chinesinnen.

Auch im Match zuvor hatten die EM-Zweiten aus Flims schon keine Chance mehr auf ein Weiterkommen gehabt, aber immerhin lieferten sie den viermaligen Europameisterinnen aus Schweden in der "Revanche" für den EM-Final vom letzten Dezember bis ins 8. End einen offenen Kampf, bevor sie doch noch klar (3:9) verloren.

Nur vor acht Jahren schwächer

In den letzten acht Jahren hatte nur die Solothurner Crew von Nadja Heuer an der WM 2001 in Lausanne (9 Niederlagen in 9 Spielen unter damals noch 10 Teams) schwächer abgeschnitten als die Flimserinnen, bei denen Michèle Knobel, Brigitte Schori und Vizeskip Binia Beeli ihre erste WM bei den "Grossen" bestritten.

Mirjam Ott weist keine Schuld von sich und erkennt, dass sie das Ziel, in den Medaillenbereich zu kommen, "klar verpasst" hat. Mildernde Umstände sind dennoch vorzubringen.

Turnier zuviel

Die WM, so seltsam sich die anhören mag, war in dieser besonderen Saison ein Anhängsel, ein Turnier zuviel. Alle Schweizer Spitzenteams hatten ihren Saisonaufbau eindeutig auf die erstmalige interne Olympia-Ausscheidung in Bern (zwei Wochen vor WM-Beginn) ausgerichtet.

Für die Flimserinnen ist die Rechnung aufgegangen. Sie waren an den "Olympic Trials", die wiederum nur eine Woche nach den Schweizer Meisterschaften stattfanden, auf den Punkt in Bestform und qualifizierten sich für Turin 2006.

Aus vielen Erfahrungen früherer Jahre ist bekannt, dass es im Mentalsport Curling nicht einfach ist, an zwei Grossanlässen unmittelbar nacheinander Topleistungen zu erbringen - auch wenn sich die Spieler selbst dies vornehmen. "Wir waren auch für Glasgow motiviert und wollten alles geben", sagt Ott. Zu mehr hat es nicht gereicht.

Leistungsfähiger in Sofia

An der EM im Dezember in Sofia, an einem isolierten Saisonhöhepunkt drei Monate vor den Trials, waren die Flimserinnen noch bedeutend leistungsfähiger.

Dort bezwangen sie beispielsweise Schweden in der Vorrunde und liessen auch Teams wie Russland, Schottland und Norwegen hinter sich, die nun an der WM allesamt vor ihnen liegen.

Die Schotten führten 2000 in Glasgow (damals noch für beide Geschlechter) die am schlechtesten organisierte Curling-WM der neueren Zeit durch. In Paisley war alles noch viel schlimmer, wie die betroffenen Spielerinnen und Delegationsmitglieder nahezu einhellig bestätigen.

Miserables Eis

Die Eisbedingungen waren miserabel; erstmals musste sogar eine ganze Runde verschoben werden. Auf die vom Weltverband vorgeschriebene Zeitmessung (75 Minuten pro Team und Match) wurde verzichtet, weil sich im "Mutterland des Curling" nicht genügend Helfer finden liessen.

Das übliche Training nach den Night-Sessions fiel ebenfalls aus, weil der öffentliche Betrieb im "Lagoon Leisure Centre" wegen einer gesetzlichen Vorschrift um 23 Uhr schliessen musste.

Nicht alle Teams konnten sich gleich gut auf die widrigen Umstände einstellen. Mirjam Ott darf sicher sein, dass sie am Olympia-Turnier bessere Bedingungen vorfinden wird. "Jetzt haben wir zuerst einmal eine wohlverdiente Pause", sagt die 33-jährige Bernerin.

Frauen-WM. Round Robin. 16. Runde:
Kanada (Jennifer Jones) - Norwegen (Dordi Nordby) 11:10 nach Zusatzend. USA (Cassie Johnson) - Italien (Diana Gaspari) 9:5. Dänemark (Madeleine Dupont) - Finnland (Kirsy Nykänen) 10:4. -- 17. Runde: Schweden (Anna Bergström, Cathrine Lindahl, Eva Lund, Skip Anette Norberg) - Schweiz (Flims/Michèle Knobel, Brigitte Schori, Binia Beeli, Skip Mirjam Ott) 9:3. Russland (Ludmilla Priwiwkowa) - Dänemark 8:4. Schottland (Kelly Wood) - Japan (Ayumi Onodera) 9:8 nach Zusatzend. China (Wang Bingyu) - Finnland 8:6. -- 4. Runde (nachgeholt): China (Zhou Yan, Liu Yin, Yue Qingshuang, Skip Wang Bingyu) - Schweiz 10:4. Schottland - Russland 10:4. Japan - Finnland 12:2. Schweden - Dänemark 8:1.

Schlussrangliste Vorrunde (je 11 Spiele):
1. Schweden 22. 2. USA 20. 3. Kanada 16. 4. Norwegen und Russland je 14. 6. Schottland 12. 7. China und Schweiz je 8. 9. Dänemark und Japan je 6. 11. Italien 4. 12. Finnland 2.

Tiebreak um Rang 4: Norwegen - Russland 10:2.

Medaillenentscheidung am Wochenende.
Page-System-Spiel oberes Tableau (Samstag, 10.30): Schweden - USA. Page-System-Spiel unteres Tableau (Samstag, 15.00): Kanada - Norwegen. Halbfinal (Samstag, 20.00): Verlierer oberes Tableau - Sieger unteres Tableau. -- Final (Sonntag, 16.00): Sieger oberes Tableau - Sieger Halbfinal.

(bsk/Si)

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