Sans-Papiers-Kundgebung in Bern
«Schluss mit der Heuchelei!»
publiziert: Samstag, 1. Okt 2011 / 21:22 Uhr
Bis zu 5000 Demonstranten forderten «Schluss mit der Heuchelei» (Archivbild).
Bis zu 5000 Demonstranten forderten «Schluss mit der Heuchelei» (Archivbild).

Bern - Hunderte Personen haben am Samstag in Bern für die Rechte der Sans-Papiers demonstriert. Sie forderten «Schluss mit der Heuchelei». Nach Angaben der Organisatoren folgten 5000 Personen dem bunten Zug durch die Berner Innenstadt; ein sda-Reporter vor Ort zählte rund 2000 Demonstrierende.

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Einerseits nehme man die Arbeitskraft der Sans-Papiers gerne in Anspruch, andererseits verweigere man den Menschen die Grundrechte, kritisierten die Organisatoren von der schweizerischen Sans-Papiers-Bewegung in ihrer Mitteilung vom Samstag. Sie forderten «die kollektive Regularisierung der in der Schweiz ansässigen Sans-Papiers».

Nach Angaben der Organisatoren nahmen an der Kundgebung auch mehrere hundert Somalierinnen und Somalier teil, die auf die Probleme von vorläufig aufgenommenen Personen aufmerksam machten.

10-Jahre-Jubiläum

Anlass der Demonstration war das 10-Jahre-Jubiläum der Sans-Papiers-Bewegung. Diese nutzte die Demonstration auch, um an ihre Petition «Schluss mit der Heuchelei!» zu erinnern.

Die Petition ist Anfang Mai lanciert worden und fordert unter anderem einen Stopp der Zwangsausschaffungen oder mehr Rechte für die schulpflichtigen Kinder von Papierlosen. Mitte Oktober soll die Petition dem Bundesrat übergeben werden.

Die Demonstration ging am frühen Samstagabend auf der Schützenmatte bei der Berner Reitschule zu Ende. Anschliessend fand dort ein Festival unter dem Motto «Grenzen sprengen» statt. Organisiert wurde das Fest mit Musik und Essensständen von der Jugendorganisation der Gewerkschaft Unia.

Auch Sommaruga spricht von Heuchelei

Unterstützung erhielten die Demonstranten am Samstag von Justizministerin Simonetta Sommaruga, die am SP-Parteitag in Biel auftrat: Auch die Bundesrätin bezeichnete den Umgang mit den Sans-Papiers als «eine der grössten Heucheleien in unserem Land».

Was sie damit meint, hatte sie Anfang September in einem Interview mit dem Westschweizer «L'Hebdo» erklärt: Zum einen erkläre man den Papierlosen, ihre Situation sei illegal, zum anderen gebe es viele Arbeitgeber, welche Sans-Papiers schwarz beschäftigten und von ihnen profitierten.

Nach Angaben der Sans-Papiers-Bewegung leben in der Schweiz über 100'000 Sans-Papiers. Diese Menschen leben und arbeiten zum Teil seit Jahren in der Schweiz - ohne eine Aufenthaltsbewilligung.

(dyn/sda)

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Linke und kirchliche Kreise . . .
. . . treiben schon lange ein illegales Spiel mit Schein-Flüchtlingen aus der ganzen Welt. Man hat die Flüchtlingsindustrie längst entdeckt und gemeinsam mit der EVP bewirtschaften die Hilfswerke diesen lukrativen Boden. Nur, die Suppe auslöffeln und zahlen, das dürfen dann wie immer die dummen, fremdenfeindlichen, gottlosen Büezer. Wirklich scheinheilig diese Bande, zum Glück sind bald Wahlen . . .
Heuchelei?
Erstens sollte man klarstellen dass wer erst einmal hier ist nicht wieder geht, Papiere hin oder her. . Eine Heuchelei ist es in der Tat der Bevölkerung vorzuspielen wer illegal hier ist hätte das Land wieder zu verlassen. Die Kraft das durchzusetzen besitzt man in der CH gar nicht, noch nicht.
Und tschüss!
Direkt an der Kundgebung einsammeln und ausschaffen. Dann ist die Heuchelei vorbei. Und die Arbeitgeber so büssen, dass sie das nicht wieder machen. Dann sind alle glücklich. Nur weil jemand nach der Einreise in die Schweiz seine Papiere wegwirft, weil er auf legalem Weg keine Bewilligung erhält, gibt das noch lange kein Bleiberecht.
.
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