Schlussplädoyers im Prozess gegen Moussaoui
publiziert: Mittwoch, 29. Mrz 2006 / 12:36 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 2. Apr 2006 / 21:14 Uhr

Alexandria - Der US-Terrorprozess gegen den wegen der Anschläge vom 11. September angeklagten Zacarias Moussaoui nähert sich dem Abschluss.

Zacarias Moussaoui stellt sich vor Gericht bedeutender dar, als er eigentlich war.
Zacarias Moussaoui stellt sich vor Gericht bedeutender dar, als er eigentlich war.
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Bereits an diesem Mittwoch sollen in dem Verfahren in Alexandria bei Washington die Schlussplädoyers gehalten werden. Zum Schluss ihrer Beweisführung ging die Verteidiger mit der US- Regierung hart ins Gericht. Diese habe versagt, weil sie trotz ihr vorliegender Geheimdiensterkenntnisse die Terroranschläge vom 11. September 2001 nicht verhindert habe, argumentierten die Anwälte am Dienstag vor Gericht in Alexandria bei Washington.

Die Anklage in dem Prozess argumentiert dagegen, Moussaoui habe nach seiner Festnahme kurz vor den Anschlägen vom 11. September die Möglichkeit ausgelassen, die Ermittler noch rechtzeitig auf die Spur der Attentäter zu bringen. Wegen Beihilfe zu dreitausendfachem Mord verdiene er daher die Todesstrafe.

El-Kaida dementiert Aussage Moussaouis

Am Montag hatte Moussaoui überraschend ausgesagt, er habe im Auftrag von El-Kaida-Chef Osama bin Laden am 11. September ein Passagierflugzeug ins Weisse Haus steuern sollen. Doch am Dienstag bestritten andere verhaftete Kämpfer der Extremistenorganisation, dass Moussaoui an den Anschlägen vom 11. September habe teilnehmen sollen.

Die Zeugen äusserten sich in schriftlichen Erklärungen, die

die Verteidigung vorlesen liess. Ein hochrangiges Mitglied von El- Kaidas militärischer Gruppe, Saif El-Adl, erklärte, Moussaoui sei «absolut nicht» für die Anschläge vorgesehen gewesen.

«Dumm»

Ein wichtiges Mitglied der mit El-Kaida in Verbindung gebrachten Gruppe Jemaah Islamiah, Riduan Isamuddin, stellte Moussaoui als dumm dar. Die als «feindliche Kämpfer» von den US-Behörden Festgehaltenen durften aus «Gründen der Nationalen Sicherheit» nicht persönlich vor dem Gericht in Alexandria im Bundesstaat Virginia erscheinen.

Zwar hatte Moussaoui schon früher zugegeben, für einen Angriff auf das Weisse Haus vorgesehen gewesen zu sein. Nach dieser Aussage sollte er den Anschlag aber nicht am 11. September, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt ausführen. Moussaoui war drei Wochen vor den Terroraktionen in den USA festgenommen worden.

(fest/sda)

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