Schmid verteidigt Dienstwaffe im Haus
publiziert: Samstag, 2. Sep 2006 / 10:46 Uhr / aktualisiert: Samstag, 2. Sep 2006 / 13:31 Uhr

Bern - Schweizer Soldaten sollen auch künftig ihre Dienstwaffe nach Hause nehmen. Bundesrat Schmid lehnt es ab, aufgrund der hohen Suizidrate von der Praxis abzurücken.

Das Einlagern der Dienstwaffen löse das Suizidproblem nicht, sagte Schmid.
Das Einlagern der Dienstwaffen löse das Suizidproblem nicht, sagte Schmid.
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Die Armee sei nicht verantwortlich für die Probleme in der Gesellschaft, sagte Samuel Schmid in einem Interview im «Tages-Anzeiger». Um das Problem der hohen Suizidrate zu lösen, müssten die Wurzeln des Problems angegangen werden, wofür im Endeffekt jedes Mitglied der Gesellschaft einen Teil der Verantwortung trage.

Schmid reagierte damit auf eine am Dienstag publizierte Studie der Universität Zürich. Dies kommt zum Schluss, dass sich in der Schweiz jeden Tag ein Mensch mit einer Schusswaffe tötet. Laut Studie könnte diese Zahl gesenkt werden, wenn die Schweiz strengere Regeln für den Waffenbesitz kennen würde.

Studie prüfen

Der Bundesrat werde die Studie prüfen und mit armeeinternen Daten vergleichen, sagte Schmid. Es sei der Landesregierung ein ernstes Anliegen, dass Missbräuche von Waffen im zivilen und militärischen Bereich nach Möglichkeit verhindert würden.

Mit dem Einlagern der Dienstwaffen sei das Problem der hohen Suizidrate aber nicht zu lösen. Ein Mensch, der hochgradig suizidal sei, finde leider auch ohne Aufbewahrung der Dienstwaffe zu Hause einen Weg, um sich das Leben zu nehmen.

Schiessfertigkeit als wichtiges Element

Die Schweizer Milizarmee verfüge zudem nicht über stehende Truppen, die als Bereitschaftselemente sofort eingesetzt werden könnten. Wenn deshalb infolge einer Lageverschärfung ein grösserer Schutzauftrag zu erfüllen sei, bliebe die persönliche Ausrüstung und die persönliche Waffe des Einzelnen zusammen mit seiner Schiessfertigkeit ein wichtiges Element einer raschen Bereitschaft und der Sicherheit.

Einen Vergleich mit anderen Ländern wollte Schmid nicht gelten lassen. Die Armeemodelle der Nachbarländer seien nicht eins zu eins mit jenem der Schweiz zu vergleichen. Die Schweiz habe eine Volksarmee und das Volk sei somit die Armee. Dies verlange andere Formen der Bereitschaft.

(ht/sda)

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